01.08.2022

Neuland: Erdnussbutter aus Weinviertler Bio-Erdnüssen

Roman und Stefan Romstorfer bauen seit 2017 im Weinviertel Erdnüsse an. Mit ihrer Neuland-Bio-Erdnussbutter sind sie auf Wachstumskurs.
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Erdnuss-Anbau im Weinviertel - Bio-Erdnussbutter
Erdnuss-Anbau im Weinviertel | (c) Neuland

Wie reagieren auf den Klimawandel? Diese allgegenwärtige Frage ist für Landwirte in besonderer Weise von existenzieller Bedeutung. Roman und Stefan Romstorfer haben sich 2017 nach der Übernahme des landwirtschaftlichen Betriebs von ihrem Vater für einen außergewöhnlichen Weg entschieden: den Anbau von Erdnüssen im niederösterreichischen Weinviertel. „Im Rahmen der Übernahme haben wir uns damit auseinandergesetzt, welche neue Kulturen wir anbauen können. Dabei war uns schon von Anfang an klar, dass wir etwas machen müssen, was alle anderen nicht machen“, erzählt Stefan Romstorfer. Daraus wurde die Marke „Neuland“ mit ihrer Bio-Erdnussbutter.

Neuland: Schon 20 Hektar Erdnuss-Anbau im Weinviertel

„Es ist eine Pflanzenkultur, die es so bei uns noch nicht gibt, die aber aufgrund ihrer Eigenschaften gut mit der immer stärker werdenden Hitze und Trockenheit umgehen kann. Wir können einen Großteil unserer Flächen nicht bewässern und wollen sowieso Wasser sparen“, erklärt der Landwirt. 2017 begannen er und sein Bruder mit einer Testfläche von ein paar Quadratmetern. Mittlerweile sind es rund 20 Hektar, wobei drei Partnerlandwirte beteiligt sind. Und man wolle Schritt für Schritt weiter wachsen und in die Produktionsinfrastruktur investieren.

(c) Neuland

„Bei uns gibt es null Wissen oder Infrastruktur zu Erdnüssen“

Begonnen habe man mit einer umgebauten Karrottenerntemaschine, erzählt Romstrorfer, „wir wussten aber, das so ein größerer Anbau nicht möglich ist“. Inzwischen habe man sich professionelle Maschinen aus dem Ausland geholt. „Bei uns gibt es null Wissen oder Infrastruktur zu Erdnüssen und so haben wir uns alles durch viel lesen, fragen und Fehler machen selbst beigebracht. Wir kommen laufend auf neue Tricks drauf“, so der Neuland-Gründer.

Traubengelee zur Erdnussbutter

Zuletzt holte man sich mit der Erdnussbutter den Award „Bio Produkt des Jahres 2022“. In den vergangenen Jahren haben sich die Brüder auch ein Vertriebsnetzwerk – hauptsächlich von Bio- und Regional-Läden – aufgebaut. Auch über das Wiener Startup Markta kann man die Bio-Erdnussbutter aus dem Weinviertel bekommen. Und zwar – wie marktüblich – in den Sorten „creamy“ und „crunchy“ für jeweils rund neun Euro pro 210 Gramm-Glas. Außerdem verkauft Neuland die Erdnüsse auch direkt und bietet passend für das klassische „Peanut Butter Jelly Sandwich“ auch Traubengelee an.

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Tausendundein Speicher
© Dachgold e.U - Cornelia Daniel, Initiatorin von Tausendundein Speicher, vor dem dritten Speicher der Initiative in Himberg, Niederösterreich.

Um Tausendundein Dach war es etwas ruhig geworden in letzter Zeit. Das Unternehmen wurde 2014 von Cornelia Daniel, Inhaberin der Solarberatung Dachgold, und dem Photovoltaikspezialisten 10hoch4 gegründet. Vor über drei Jahren erreichte man – Nomen est Omen – ein langgehegtes Ziel und enthüllte das 1001. Photovoltaik-Dach auf der Interspot Film GmbH in Wien, brutkasten berichtete.

Der Weg von Tausendundein Dach bis zu Tausendundein Speicher

2025 folgte erstmals die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude, am Schloss Rodaun, und damit das 1.235. Dach. Nun widmet man sich mit dem neuen Namen Tausendundein Speicher der Errichtung von 1.001 dezentralen Gewerbespeichern bis 2033.

„Nach dem Kraftakt von Tausendundein Dach fangen wir noch einmal von vorne an“, erklärt Cornelia Daniel gegenüber brutkasten. „Wenn man so ein großes Ziel erreicht hat, dann bleibt die Frage, was kommt danach?“

Daniel hatte darauf nicht gleich die richtige Antwort, gesteht sie, als sie nach ihren nächsten Zielen, der nächsten Vision gefragt wurde: „2.000 Dächer bzw. 10.000 Dächer klangen langweilig.“ Zudem merkte die Founderin, dass in der aktuellen Rezession die Investitionsbereitschaft in PV trotz bleibender Nachfrage sank.

So sprach Daniel mit Kunden, hörte zu, erkannte ihren Bedarf und merkte, dass sich im Dezember 2024 ein Schlüsselmoment entfaltete. „Die Batteriepreise hatten sich halbiert und die Strompreise waren gestiegen“, erklärt sie. „Plötzlich rechneten sich Speicher, was vorher nicht der Fall war.“

Start 2025

Ab Anfang 2025 beschäftigte sich die Gründerin somit intensiv mit dem Thema, entwickelte (gemeinsam mit einem deutschen Partner) Tools zur Berechnung und plötzlich war der Moment da. „Es war irgendwie einfach logisch. Etwas, wo man später denkt, warum sind wir nicht schon vorher darauf gekommen.“

Also startete Daniel Tausendundein Speicher und setzte erste Projekte um, damit sie bereits etwas vorweisen konnte, noch bevor sie an die Öffentlichkeit ging.

Erste Speicher in Betrieb

So laufen bereits die ersten Gewerbespeicher: Elf Anlagen mit zusammen rund 900 Kilowattstunden sind in Betrieb, sechs in Wien und fünf in Niederösterreich. Das Spektrum reicht derzeit von 14 bis 240 Kilowattstunden.

„Alle bleiben mit ihrer Anschlussleistung unter 250 Kilowatt und fallen damit in die einfachste Anschlusskategorie, ohne teure Netztechnik und erweiterte Nachweise. Der Fokus liegt bewusst auf dieser Größenklasse. Eine Beschränkung ist das nicht: Größere Anlagen werden auf Wunsch samt Verfahren umgesetzt“, heißt es per Aussendung. Anm.: Mit der nächsten Stufe des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes dürfen Unternehmen ab 1. Oktober Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Betriebe liefern.

© Dachgold e.U – Cornelia Daniel in Himberg, Niederösterreich.

Tausendundein Speicher simuliert

Laut eigenen Angaben braucht Österreich bis 2040 8,7 Gigawatt Batteriespeicherleistung, davon 6,0 Gigawatt dezentral bei Haushalten und Gewerbe. Nur gehe, so Daniel, der Ausbau zäh voran.

„Ich sehe Großspeicherprojekte, die seit drei bis sechs Jahren in Planung sind und noch immer nicht am Netz. Unsere Anlagen stehen in wenigen Monaten.“ Mittelgroße, betriebsintegrierte Speicher hinter dem Zählpunkt einer bestehenden PV-Anlage seien nämlich „genehmigungsarm und, wenn keine baulichen Maßnahmen nötig sind, schneller am Netz“.

Jede Anlage wurde vorab anhand des tatsächlichen Viertelstunden-Lastprofils des Betriebs simuliert, nicht „einfach überschlagen“. Ein Gewerbespeicher rechnet sich, so die Gründerin, selten über einen einzigen Effekt. Entscheidend sei das sogenannte Profit-Stacking: Mehrere Erlösquellen werden kombiniert. Dazu gehört zunächst, mehr vom selbst erzeugten Solarstrom zu nutzen. Hinzu kommen die Kappung von Lastspitzen, die den Leistungspreis bestimmen, und ein intelligenter Stromeinkauf, bei dem der Speicher in günstigen Stunden geladen wird, erklärt sie.

„Speichern durfte man immer. Was sich ändert, ist, dass es sich jetzt rechnen lässt“, erklärt Daniel. „Weil Viertelstundenwerte für viele Zählpunkte verfügbar sind, können wir einem Betrieb ziemlich genau sagen, was es ihm bringt, seine Verbräuche zu verschieben. Das war jahrelang Bauchgefühl. Jetzt ist es eine Rechnung, und sie geht auf.“

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