16.01.2020

WKÖ: Rekordwert bei Neugründungen durch Frauen

Am Donnerstagvormittag präsentierte WKÖ-Präsident Harald Mahrer gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft (JW) Christiane Holzinger die aktuellen Gründungszahlen für 2019. Die Ergebnisse liefern ein erfreuliches Detail: Die Unternehmensgründung durch Frauen erreichte letztes Jahr einen neuen Rekordwert.
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Neugründungen
Pressegespräch „Gründerboom hält an“: WKÖ-Präsident Harald Mahrer und JW-Bundesvorsitzende Christiane Holzinger präsentieren die Gründerzahlen für 2019 | (c) WKÖ/DMC

2019 wurden 32.386 Unternehmen neu gegründet. Das entspricht einem Plus von 4,8 Prozent im Vergleich zu 2018. Damit handelt es sich um den höchsten Anstieg in den vergangen zehn Jahren. Diese aktuellen Gründugnszahlen wurden am Donnerstagvormittag von WKÖ-Präsident Harald Mahrer und Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft (JW) Christiane Holzinger in Wien präsentiert. Laut Mahrer hält somit der Gründerboom trotz abflauender Konjunktur an.

+++ JW: „Jungunternehmer bleiben trotz abflauender Konjunktur optimistisch“ +++

Rekord bei Frauenanteil

Ein genauer Blick auf die Zahlen liefert ein erfreuliches Detail: Der Frauenanteil an den Gründungen kletterte letztes Jahr mit 45,5 Prozent auf einen neuen Rekordwert. Diese Zahl muss allerdings für die heimische Startup-Szene relativiert werden. Laut des letzten Austrian Startup Monitors wurden 2018 lediglich sechs Prozent der österreichischen Startups ausschließlich von Frauen, hingegen 71 Prozent ausschließlich von Männern gegründet. Bei 29 Prozent ist zumindest eine Frau Mitglied im Gründungsteam.

EPU sind Spitzenreiter

In den aktuellen Gründungszahlen wurde zudem erhoben, wie sich die Neugründungen in Bezug auf die Rechtsform aufteilen. Dabei zeigt sich, dass weiterhin die nicht eingetragenen Einzelunternehmen (EPU) mit einem Anteil von 76,1 Prozent eindeutig dominieren. An zweiter Stelle liegen die GmbHs mit 13,3 Prozent aller Neugründungen. Dies entspricht einem Plus von lediglich 0,3 Prozentpunkte.

Motive für Neugründungen

Eine nicht unerhebliche Frage: Warum wählen Menschen die Selbstständigkeit? 71 Prozent der Gründer gaben an, dass sie „ihr eigener Chef sein wollen“, fast ebenso viele (70 Prozent) wollen eine flexiblere Zeit- und Lebensgestaltung erreichen, für rund 65 Prozent steht die Verantwortung im eigenen Unternehmen im Vordergrund.

Sparten und „Überlebensdauer“

Bei den Neugründungen nach Sparten dominiert eindeutig das Gewerbe und Handwerk mit einem Anteil von 39,3 Prozent, gefolgt vom Handel mit 27,7 Prozent und Information und Consulting mit 19,2 Prozent. Weitere 8,3 Prozent entfielen auf die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Mahrer und Holzinger präsentierten zudem auf ein weiteres erfreuliches Ergebnis: Knapp zwei Drittel der Neugründungen sind nach fünf Jahren immer noch erfolgreich am Markt tätig.

In diesem Zusammenhang verwiesen sie auf das Gründerservice der Wirtschaftskammern, das 2019 fast 45.000 Beratungen durchführte. Weiters sollen sich laut Mahrer und Holzinger die im Regierungsprogramm vorgesehenen Maßnahmen für die Bereitstellung von „Risikokapital“ in den nächsten Jahren positiv auf Neugründungen auswirken.


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Die Entrahmungsanlage und Michael Altrichter | (c) 2nd Cycle

Anfang 2024 ist 2nd Cycle mit dem Ziel gestartet, gebrauchte Photovoltaikmodule automatisiert zu prüfen und wiederzuverwerten. Nun meldet das Amstettner Startup den ersten Verkauf einer Anlage: Die DAKA Entsorgungsunternehmen GmbH & Co. KG hat als erster Kunde eine vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module erworben. Die Anlage ist laut Aussendung bereits in Betrieb.

Die Anlage erkennt unterschiedliche Modulformate und entfernt die Aluminiumrahmen automatisch. Sowohl intakte als auch bereits gebrochene, gerahmte Module können ohne mechanische Umrüstung verarbeitet werden. Das Unternehmen betont, dass die Anlage besonders materialschonend arbeite. Das soll zu einer hohen Reinheit der verwertbaren Rohstoffe Glas und Aluminium führen und damit den Wert der recycelten Materialien steigern. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste vollautomatische Entrahmungsanlage für PV-Module am Markt.

Baustein einer vollautomatischen Recyclingstraße

Die Entrahmungsanlage ist eine zentrale Komponente einer von 2nd Cycle entwickelten vollautomatischen Recyclingstraße für gebrauchte PV-Module. Die Prozesskette ist auf Zero-Touch-Betrieb, hochreine Wertstofffraktionen und einen Durchsatz von bis zu 90 Modulen pro Stunde ausgelegt. Weitere Module für Reinigung, Entfernung der Anschlussdose und Delamination seien teilweise bereits entwickelt oder stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es in der Aussendung. DAKA kann die Entrahmungsanlage eigenständig betreiben und später um weitere Komponenten ergänzen.

(c) 2nd Cycle

„Mit der ersten Kundenanlage zeigen wir, dass sich die automatisierte Aufbereitung von PV-Modulen in den industriellen Betrieb eines Entsorgungsunternehmens integrieren lässt. Entscheidend sind ein stabiler Prozess, definierte Fraktionen und ein planbarer Durchsatz“, sagt Simon Prüller, CEO und Co-Founder von 2nd Cycle.

Als Argument für den Bedarf verweist das Startup auf Zahlen des Joint Research Centre der Europäischen Kommission. Dieses erwartet für die EU-27 ein kumuliertes Aufkommen von sechs bis 13 Millionen Tonnen PV-Abfall bis 2040 und 21 bis 35 Millionen Tonnen bis 2050.

Altrichter: „Dieser Stein ist ein massives Gebirge“

2nd Cycle wurde im Jänner 2024 von einem fünfköpfigen Team um Simon Prüller als FlexCo gegründet. Bereits bei der Gründung sollen Business Angel Michael Altrichter und die Amstettner Müller Gutenbrunn Group mit jeweils sechsstelligen Beträgen eingestiegen sein. Im Oktober 2025 folgte eine Finanzierungsrunde über rund eine Million Euro, unter anderem mit eQventure, Angels United und Buzzard Energy. Damals erwirtschaftete das Startup bereits erste Umsätze mit der automatisierten Prüfung von PV-Modulen, etwa mit einem Auftrag der EVN zum Test des beim Hochwasser 2024 überfluteten Photovoltaik-Kraftwerks Dürnrohr.

Altrichter ordnet den ersten Verkauf entsprechend ein: „Das erste verkaufte Produkt ist für jedes Startup ein Meilenstein. Im Falle von 2nd Cycle ist dieser Stein ein massives Gebirge: Das Produkt ist riesig, der Sales-Prozess komplex, der Markt entwickelt sich dynamisch. Umso beeindruckender ist dieser Erfolg!“

Zuletzt wurde 2nd Cycle auch mehrfach ausgezeichnet. Im September gewann das Startup beim Generali SME EnterPRIZE 2026 die Startup-Kategorie, die mit 10.000 Euro dotiert ist. Beim Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis hatte das Projekt schon vor der Gründung den zweiten Platz in der Kategorie ökologisch genial belegt, bei der heurigen Jubiläumsverleihung war 2nd Cycle als Alumni vertreten.

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