Gesundes Fast Food Konzept für Wien: Leo Dopplers Risotto Box
Szene-Gastronom Leo Doppler ist in Österreich kein Unbekannter. An seiner neuesten Geschäftsidee, die "Risotto Box", kann man sich über die Crowdinvesting-Plattform CONDA beteiligen.
Seit 1998 betreibt der Unternehmer das Restaurant Hansen im Börsegebäude in Wien. Inzwischen hat Leo Doppler auch zwei Bücher geschrieben und wurde 2014 vom Mannsteinverlag zum Gastronomen des Jahres gewählt.
Die Risotto Box zum Mitnehmen
Die Marke zur „Leo Dopplers Risotto Box“ wurde am 8. Juli 2015 beim österreichischen Patentamt in Wien angemeldet. Mit seinem neuersten Konzept möchte Leo Doppler vor allem Laufkundschaft ansprechen und Menschen, die sich bewusst ernähren möchten. Dabei setzt er mit seinem Food-Konzept auf den Porridge-Trend zum Frühstück und auf das Risotto zum Lunch. Die Risotto Box soll eine Art „kulinarisches Schnellrestaurant“ werden. Doppler hat quasi vor, das Risotto zum „Burger“ oder zum „Hotdog“ machen, denn der Take Away-Charakter steht im Vordergrund. Der Kunde holt sich seine Box mit Risotto, Salat und Nachspeise um unter 10 Euro ab, oder kann sich diese auch liefern lassen.
Franchise-Modell
Der Gastronom will sein Konzept an mehreren Standorten (auch Firmen sind angedacht) in Wien ausrollen. Der erste Imbiss soll bald im zweiten Bezirk eröffnen. Die Boxen werden abwechslungsreich gestaltet werden. Allerdings: „Mir ist die Optik sehr wichtig. Es wird kein weißes Risotto geben“, meint Doppler. „Wir färben den Reis mit Pesto, mit Tintenfisch-Tinte, oder etwa Safran“.
(c) Risotto Box
Die Idee zur Risotto Box hatte Doppler zum ersten Mal vor zwei Jahren. Mit Harald Palma, der für Design und Website verantwortlich ist, hat er damals erste konkrete Pläne besprochen.
Crowdinvesting via CONDA
Um seine Idee zu finanzieren und die nötige mediale Aufmerksamkeit zu bekommen, entschied er sich für die Crowdinvesting Plattform CONDA. 32 Tage lang kann man noch investieren, die Fundingschwelle in der Höhe von 75.000 Euro wurde bereits kurz nach Start überschritten. Aktuell wurden über 93.000 Euro eingesammelt, das Fundinglimit ist bei 300.000 Euro. Ziel ist es, die Leute auch emotional an das Produkt zu binden.
„Durch Crowdinvesting ist es auch Menschen mit kleinerem Budget möglich, unternehmerisch tätig zu sein und am Erfolg zu partizipieren“, meint einer der Investoren, der bei der Präsentation der Risotto-Box im Hansen war.
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Biotech Summit Austria: Der Wille zum Champion ist da – das Kapital noch nicht
Kommentar: Karin Hofelich war beim Biotech Summit Austria in Innsbruck und fragt: Kommt das Geld aus dem neuen Dachfonds auch bei Biotech-Unternehmen an?
Rund 250 Teilnehmer:innen aus zwölf Ländern, zwei Tage in Innsbruck, ein Motto: „Start up, Scale up, Step up!“ Mit vielen neuen Kontakten und einem guten Gefühl bin ich nach Hause gefahren und mit einer offenen Frage: Die österreichische Biotech-Branche ist so gut vernetzt wie nie, aber woher kommt künftig das Geld, damit aus exzellenter Forschung Unternehmen werden, die in Europa groß werden?
Am Wissen fehlt es nicht. Ob Europa in der Biotechnologie mitspielt, entscheidet sich an der Finanzierung der Wachstumsphase.
Europa zwischen den USA, Golfstaaten und China
Der Schwerpunkt des Summits lag auf dem Scaleup, also auf dem Schritt vom Startup zum international wachsenden Unternehmen.
Ein Bild für die Zukunft der Pharmatrends zeichnete Claudio Albrecht, ehemaliger CEO der Stada AG. Er sprach darüber, wie Geopolitik, neue Technologien und sich wandelnde Gesundheitssysteme die Pharmaindustrie bis 2035 prägen könnten. Besonders hervorgehoben hat er dabei die Transformation Chinas von einer Service-Industrie zu einem Innovationsmotor sowie die Dynamik in den Golfstaaten. Europa widmete er keine eigene Folie in seiner Präsentation, was vom Publikum hinterfragt wurde. Es wirft die Frage auf, welchen Stellenwert Europa künftig im globalen Wettbewerb überhaupt noch spielen wird.
(c) Hofelich – Claudio Albrecht gab einen Ausblick in die Zukunft.
Ein Champion, der nicht auswandern muss
Den Gegenentwurf lieferte Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) und ehemaliger Bundeskanzler. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir vor allem ein Satz: „The next champion should not need to leave Europe in order to become a global champion.“
(c) Hofelich – Karl Nehammer, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Das Ziel ist ambitioniert und gerade in der Biotechnologie bislang schwer erreichbar. Entwicklungszyklen dauern hier i. d. R. mehr als ein Jahrzehnt.
Der Startup- & Scaleup-Dachfonds: eine gute Nachricht mit Fragezeichen
Für die Branche besonders interessant war die Diskussion über den geplanten österreichischen Dachfonds. Stefan Haubner, Founding Partner bei APEX Ventures, widmete sich der Frage, ob Europa ein eigenes Modell für Venture Capital braucht. Dabei ging es auch um den österreichischen Fund-of-Funds.
Der Dachfonds soll Anfang 2027 starten. Der Staat steuert 100 Mio. Euro bei, institutionelle Investoren sollen weitere 400 Mio. Euro bringen. Das ist ein wichtiges Signal. Weil es ein Dachfonds ist, investiert er aber nicht direkt in Unternehmen, sondern in andere Fonds.
Wie viel von diesem Geld tatsächlich bei Biotech-Unternehmen ankommt, ist derzeit offen.
Life Sciences brauchen Investoren mit Fachwissen und langem Atem. Davon gibt es in Österreich nur wenige. Wenn der Dachfonds vor allem in Generalisten-Fonds fließt, könnte die Biotechnologie leer ausgehen.
Tirol zeigt, wie Standortarbeit aussieht
Auch organisatorisch war der Summit ein Vorzeigeprojekt. Veranstaltet wurde der Summit von BIOTECH AUSTRIA, Human.technology Styria und der Standortagentur Tirol. Vor Ort vertreten waren Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, Marcus Hofer, CEO der Standortagentur Tirol, und Lejla Pock, CEO von Human.technology Styria. Äußerst charmant moderiert hat Damita Pressl.
Die Villa Blanka hoch über Innsbruck bot eine außergewöhnliche Kulisse; ebenso das Gala-Dinner am Abend in der Rooftop-Bar des Hotels aDLERs. Begeistert zeigten sich auch die Teilnehmer:innen, die am Vortag im Rahmenprogramm die Skisprungschanze Bergisel besichtigt hatten. Ich selbst habe mir am Dienstagmorgen den Health Hub Tirol angesehen. Das Technologiezentrum ist seit knapp einem Jahr in Betrieb und bietet noch freie Flächen. Das ist die Art Standortpolitik, die wirkt: Infrastruktur, Netzwerk und ein Treffpunkt, an dem Forschung, Investor:innen und Politik tatsächlich ins Gespräch kommen.
Was es jetzt braucht
Der Summit hat gezeigt, dass die Branche sich der Herausforderungen bewusst ist und weiß, was zu tun ist.
Der nächste Champion muss nicht auswandern. Aber dafür muss das Kapital vor Ort stärker mobilisiert werden.
Der fünfte Biotech Summit Austria findet am 21. und 22. Oktober 2027 in Graz statt. Bis dahin wissen wir mehr darüber, ob der Dachfonds auch der Biotechnologie hilft.
Disclaimer: Karin Hofelich ist Life Science Lead beim brutkasten-Schwestermagazin VentureCapital. Das VC Magazin war Medienpartner des Summits.
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