14.11.2025
ERÖFFNUNG

Neues COMET-Zentrum Battery4Life in Graz eröffnet

Batterien gelten als Schlüsseltechnologie für Mobilitäts- und Energiewende. In Graz entsteht nun mit Battery4Life ein neues COMET-Zentrum, das daran arbeitet, Risiken früher zu erkennen und Batteriesysteme über ihren gesamten Lebenszyklus sicherer nutzbar zu machen.
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Im Zentrum wird an der Batteriesicherheit gearbeitet | (c) Lunghammer, TU Graz.

Mit Battery4Life ist in Graz ein neues COMET-Kompetenzzentrum eröffnet worden, das die Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit von Batterietechnologien in den Mittelpunkt stellt. Das Zentrum an der TU Graz wurde am 13. November im Rahmen eines Festakts offiziell gestartet – mit Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Industrie. Für die ersten vier Jahre stehen knapp 20 Millionen Euro Projektvolumen zur Verfügung.

„State of Safety“ (S.O.S.)

Herzstück der Forschung ist die Entwicklung eines „State of Safety“ (S.O.S.) – eines messbaren Indikators, der den Sicherheitsstatus von Lithium-Ionen-Batterien zuverlässig bestimmen soll. Diese Basis wird im ersten großen Forschungsprojekt RELIABAT gemeinsam mit AVL DiTEST, Magna Steyr, Infineon Austria und der TU Graz erarbeitet. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, die Lebensdauer zu verlängern und sowohl Design als auch Überwachung von Batteriesystemen zu optimieren.

Christian Ellersdorfer, Geschäftsführer von Battery4Life | (c) Batter4Life / Patrick Höschele

„Wir gewinnen Erkenntnisse darüber, wie wir den Sicherheitszustand einer Batterie im Alltagseinsatz bestimmen können und welche Anwendungen optimal geeignet sind“, sagt Christian Ellersdorfer, Geschäftsführer von Battery4Life und Professor an der TU Graz. Battery4Life setze damit die seit 2010 laufende Forschungsarbeit zu Batteriesicherheit fort und wolle künftig als „Innovationshub für den sicheren, effizienten und nachhaltigen Einsatz von Batterien“ fungieren.

50 Forschende sollen im Zentrum arbeiten

Bei der Eröffnung betonte TU-Graz-Rektor Horst Bischof die Rolle des Zentrums für den Forschungsstandort: „Die TU Graz ist Österreichs führende Universität im COMET-Programm und wir bauen diese Spitzenposition mit Battery4Life weiter aus.“ Auch das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hob in seinen Grußworten die Bedeutung sicherer Batterien für den Mobilitätswandel hervor.

Als einziges völlig neues Zentrum der COMET-Ausschreibung 2023 wird Battery4Life vom Bund – BMIMI und BMWET – sowie von den Ländern Steiermark und Oberösterreich gefördert. Eingebunden ist es zudem in das UAR Innovation Network der Upper Austrian Research. Mittelfristig sollen rund 50 Forschende im Zentrum arbeiten und mindestens weitere 100 Expert:innen aus Industrie und Wissenschaft in Projekte eingebunden sein. Gesellschafter sind die TU Graz (48 %), AVL DiTEST (20 %), Magna Steyr (20 %) und die Universität Graz (12 %).

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18.09.2026

Strom gegen Muskelschwund: Warum die ESA auf der ISS einen Tiroler EMS-Anzug testet

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© ESA/NASA

Astronaut:innen trainieren auf der Internationalen Raumstation (ISS) täglich bis zu zweieinhalb Stunden, um dem Abbau von Muskeln und Knochen in der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken: Laufband, Ergometer und ein eigens entwickeltes Widerstandsgerät gehören zum Pflichtprogramm. Ob elektrische Muskelstimulation (EMS) dieses Training wirksamer machen kann, untersucht das Experiment „EasyMotion-2″ der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Charité Berlin. Die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot trägt dafür einen Trainingsanzug von EasyMotionSkin, einem Unternehmen mit operativer Zentrale in Reith bei Seefeld in Tirol.

Sechs Wochen Training mit Elektroden

Adenot hat am 17. Juli 2026 im Rahmen ihrer Langzeitmission „εpsilon“ begonnen, mit dem Anzug auf der ISS zu trainieren. Das war der Startschuss für ein sechswöchiges Programm zur Stärkung ihrer Skelettmuskulatur. Der Anzug gibt über integrierte Elektroden niederfrequente Impulse an die Muskulatur ab und soll so den Trainingseffekt der regulären Einheiten erhöhen. Für den Einsatz im All wurde das System von der OHB System AG angepasst und qualifiziert. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Dieter Blottner vom Zentrum für Weltraummedizin und Extreme Umwelten der Charité, das Europäische Astronautenzentrum (EAC) der ESA unterstützt das Experiment.

Das Ziel reicht über die ISS hinaus: Die Daten sollen laut DLR dazu beitragen, EMS-Training fest in den Alltag von Astronaut:innen zu integrieren und damit künftige Reisen zum Mars sicherer zu machen. Eine solche Mission würde rund zwei Jahre dauern, wobei die Crew nach etwa neun Monaten Flug in Schwerelosigkeit den Planeten selbstständig betreten und dort arbeiten müsste. Muskelschwund auf dem Hinweg ist dabei eines der zentralen medizinischen Probleme.

Zweiter Anlauf nach Matthias Maurer

Es ist nicht der erste Einsatz des Anzugs im All. Während der ESA-Mission „Cosmic Kiss“ (2021 bis 2022) trainierte der deutsche Astronaut Matthias Maurer bereits mit dem System, brutkasten berichtete damals. „Es ist bemerkenswert zu sehen, welche bedeutenden Fortschritte die Entwicklungsteams seit der ersten Mission bei der Optimierung des Anzugkonzepts für den Einsatz auf der Raumstation erzielt haben. Ich freue mich sehr, dass wir EasyMotion-2 nun gemeinsam mit Sophie Adenot weiterführen können“, sagt Julia Weis, LEO (Anm. Low Earth Orbit) & Suborbital Utilisation Team Leader bei der ESA.

Adenot, Jahrgang 1982, ist Hubschrauberpilotin der französischen Luftwaffe und Luftfahrtingenieurin. Seit November 2022 gehört sie dem Europäischen Astronautenkorps an, ihre Grundausbildung schloss sie im April 2024 ab.

Was auf der Erde davon bleibt

Die Erkenntnisse aus dem All sollen auch in Trainings-, Therapie- und Präventionskonzepte auf der Erde einfließen, von der Rehabilitation bis zur Prävention altersbedingter Veränderungen. Das ist auch die Perspektive von Christian Jäger, dem Tiroler Unternehmer und Investor hinter EasyMotionSkin: „Entscheidend ist für mich aber ebenso der Nutzen auf der Erde: EasyMotionSkin soll Menschen dabei unterstützen, effizient zu trainieren, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und etwas für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu tun. Die Erkenntnisse aus dem Einsatz unter Extrembedingungen können dazu beitragen, die Technologie weiterzuentwickeln und damit auch vielen Menschen auf der Erde zugutekommen.“

EasyMotionSkin wurde von Dirk Fritzsche gegründet. Jäger, 2023 auch als Investor bei „2 Minuten 2 Millionen“ zu sehen, war zunächst mit einem kleinen Investment eingestiegen, bevor er die Firma gänzlich übernahm. Heute ist EasyMotionSkin nach eigenen Angaben Teil der deutschen milon group.

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