05.02.2026
ZAHLEN

Neuerlich Rekordzahl bei Neugründungen

Schon 2024 war österreichweit ein Allzeithoch bei Neugründungen erreicht worden. 2025 gab es neuerlich ein deutliches Wachstum. Wien bleibt bei den absoluten Zahlen im Bundesländervergleich deutlich vorne.
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Die Zahl der Unternehmens-Neugründungen in Österreich stieg auch 2025 weiter an | (c) Adobe Stock - detailblick-foto
Die Zahl der Unternehmens-Neugründungen in Österreich stieg auch 2025 weiter an | (c) Adobe Stock - detailblick-foto

39.978 – so viele Neugründungen gab es laut Zahlen der Wirtschaftskammer (WKÖ) österreichweit im Jahr 2025. Das bedeutet ein Plus von 9,4 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Und schon 2024 war ein Allzeithoch erreicht worden. In Wien ist das Wachstum mit 9,2 Prozent ähnlich hoch – auch hier wurde ein Rekordwert erreicht. Mit 10.995 Neugründungen kommt die Bundeshauptstadt auf mehr als ein Viertel aller Gründungen und ist damit im Bundesländervergleich klar vorne. Ein noch größeres Plus gab es in Niederösterreich – ebenfalls mit Rekordwert: Mit einer Steigerung von rund elf Prozent landete das Bundesland bei 7.321 Neugründungen im Vorjahr.

Konkrete Zahlen für Wien und Niederösterreich

Die Wirtschaftskammern Wien (WKW) und Niederösterreich (WKNÖ) geben zudem konkrete Einblicke in weitere Zahlen. So entfallen etwa in Wien zwar weiterhin die meisten Neugründungen auf die Sparte Gewerbe und Handwerk, das stärkste Wachstum mit 17,1 Prozent gab es jedoch bei Information und Consulting. Das Durchschnittsalter der Wiener Gründer liegt bei 36,1 Jahren. Die größte Altersgruppe ist jene von 30 bis 40 Jahren, die rund ein Drittel der neuen Unternehmen gründeten. Dahinter folgen die 20 bis 30 Jahre alten Jungunternehmer, die rund 31 Prozent der Gründungen ausmachen. In Niederösterreich liegt das Durchschnittsalter bei 37,3 Jahren. Die WKNÖ nennt zudem den genauen Frauenanteil bei Neugründungen: 46,3 Prozent.

FlexCo bleibt Ausnahme

Der überwiegende Großteil, nämlich 76,3 Prozent der Neugründungen in Niederösterreich, sind nicht eingetragene Einzelunternehmen, gefolgt von GmbHs (13,1 Prozent). Zur FlexCo gibt es wiederum eine aktuelle bundesweite Zahl: Rund 1.530 davon gibt es davon aktuell insgesamt in Österreich (Anm.: Die Zahl der Neugründungen wurde nicht explizit ausgewiesen) – der Anteil ist also weiterhin sehr gering.

Wien: 13.000 neue Arbeitsplätze und fast 900 Mio. Euro Wertschöpfung

Aus Wien gibt es zudem konkrete Zahlen zu Arbeitsplätzen und Wertschöpfung durch Neugründungen im Jahr 2025. So erzeugen laut WKW neu gegründete Unternehmen in Wien eine direkte Wertschöpfung in der Höhe von 895,8 Millionen Euro. Das entspreche 0,84 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Wien. Rechne man die vor- und nachgelagerten Bereiche dazu, ergebe sich ein gesamter Wertschöpfungseffekt von 1,5 Milliarden Euro. Zudem würden die Neugründungen in Wien direkt rund 13.000 neue Arbeitsplätze schaffen und rund 632 Millionen Euro an Steuern und Abgaben zahlen.

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Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly

„Es ist so ein bisschen der iPhone-Moment für das Familien-Whiteboard“, sagt Florian Ritter, Co-Founder des Grazer Startups Dæly, im Gespräch mit brutkasten. Gemeinsam mit Paul Truffner und Alexander Walliser hat der 26-Jährige ein digitales Wandgerät entwickelt, das die traditionelle Zettelwirtschaft in Haushalten ersetzen soll. Der 15,6 Zoll große Touchscreen fungiert als zentrales Organisationsmedium und soll verstreute Kalender, Einkaufslisten und To-Do-Anwendungen vereinen.

Die Organisation in vielen Familien sei nämlich auf bis zu acht verschiedene, teils digitale und teils analoge Werkzeuge verteilt, erklärt Ritter. Kinder besäßen oft noch kein Smartphone, weshalb Eltern Termine zwar digital im Google- oder Apple-Kalender pflegten, parallel aber einen analogen Wandkalender führten, damit der Nachwuchs sehe, wann etwa das Fußballtraining stattfinde. Diese fragmentierte Organisation führe zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag.

„Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System“

Um Abhilfe zu schaffen, führt das System verschiedene Datenquellen zusammen. „Wir bringen diese ganzen Tools in ein einziges System, das für alle funktioniert“, erläutert Ritter. Die Gründer haben das Gerät systemagnostisch aufgebaut, sodass Nutzer Google-, Outlook- oder Apple-Kalender synchronisieren können. Dies löse ein häufiges Problem in Partnerschaften, in denen die Beteiligten oft unterschiedliche Kalendersysteme nutzten. Über eine kostenlose Begleit-App für iOS und Android lassen sich Einträge auch von unterwegs verwalten.

Neben der Terminplanung bietet das Gerät eine Aufgabenverwaltung, ein Punktesystem für Kinder sowie eine Einkaufs- und Essensplanung. Für Ritter ist klar: „Unser Ziel ist es, das beste Familienhaushalts-Managementsystem zu bauen, das es gibt.“ Die kontinuierliche Weiterentwicklung erfolge auf Basis des Feedbacks einer engagierten Nutzerschaft, wobei das System Software-Updates automatisch und kostenfrei aufspiele.

Hardware-Entwicklung ohne Investorengelder

Im konkreten Segment, in dem es mehrere internationale Player gibt, ist man bereits Marktführer im DACH-Raum. „Wir sind bereits bei mehreren Tausend Familien im Einsatz“, sagt Ritter. Dabei setzt so ein Hardware-Startup bekanntlich eine stabile finanzielle Basis voraus. Hier unterscheidet sich der Weg des Unternehmens von einigen im Technologiesektor üblichen Mustern: Dæly ist vollständig eigenfinanziert und bereits profitabel. Für die Entwicklung und den Start investierten die Gründer einen sechsstelligen Betrag aus eigenen Mitteln, die sie unter anderem durch ihr bestehendes E-Commerce-Unternehmen „Tassenliebling“ erwirtschaftet hatten. Der weitere Aufbau erfolge primär über eine Vorbestellungskampagne sowie den laufenden operativen Cashflow. „Wir können das richtig gut aus dem eigenen Cashflow heraus stemmen“, sagt Ritter.

Er sieht in diesem „Finance Based Scaling“ eine zentrale Stärke des jungen Unternehmens. Auf Risikokapital wolle das Team vorerst verzichten, um die Unabhängigkeit zu wahren. Die Bildschirme lässt das Startup wie branchenüblich in China fertigen. Ritter räumt dabei ein, dass eine Produktion in Europa wünschenswert wäre, dass jedoch die Kosten für das Endgerät, das aktuell 300 Euro kostet, massiv steigern würde.

Fokus auf den DACH-Raum und europäische Sicherheitsstandards

Trotz der Hardware-Fertigung in Asien legt das Unternehmen großen Wert auf europäische Sicherheitsstandards. Ein zentraler Aspekt des Produkts ist die bewusste Abgrenzung von US-amerikanischen Cloud-Diensten. Um die Privatsphäre der Familien zu schützen, betreibt das Unternehmen seine Server ausschließlich in Deutschland. Synchronisierte Kalenderdaten speichert das System laut Herstellerangaben nicht zwischen. Die technische Infrastruktur verzichtet bei der Datenspeicherung auf US-Anbieter wie Google Firebase, um die Einhaltung der DSGVO und europäischer Sicherheitsstandards zu gewährleisten.

Beim physischen Produkt setzt das Startup auf Nachhaltigkeit: Das Gerät verfügt über keinen Akku. Ritter begründet dies mit der höheren Energieeffizienz eines direkten Stromanschlusses und dem Umweltschutz durch die Vermeidung seltener Rohstoffe. Der feste Standort an der Steckdose sichere, dass das Gerät stets für alle Familienmitglieder auffindbar bleibe. In den kommenden Monaten liege der strategische Fokus des Teams ganz auf dem DACH-Markt. Eine weitere geografische Expansion behalte man sich für einen späteren Zeitpunkt vor.

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