25.03.2025
PERSONALIE

Neuer Vorstand für Women in AI Austria – „Verein steht vor neuen Herausforderungen“

Für Women in AI Austria beginnt ein neues Kapitel: Heute Vormittag stellte der gemeinnützige Verein seinen neuen Vorstand vor. Sein Ziel bleibt unverändert: Mehr Diversität und Inklusion im Bereich der Künstlichen Intelligenz. 
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Präsidentin Alexandra Ciarnau und Vizepräsidentin Julia Eisner ©DORDA Rechtsanwälte, FH Wiener Neustadt

Die ethische Debatte um Künstliche Intelligenz ist schon längst keine neue mehr. Um Diskriminierung in der KI zu reduzieren, braucht es unter anderem auch Frauen – sowohl bei der Entwicklung der Algorithmen als auch bei der Auswahl und Aufbereitung der Daten. Hierfür setzt sich der gemeinnützige Verein „Women in AI Austria“ aktiv ein. “Uns ist es ganz wichtig, dass immer der Mensch im Zentrum steht. Wir setzen uns für den digitalen Humanismus ein. Wir stellen sicher, dass das, was wir tun, den Einzelpersonen zugutekommt oder der Gesellschaft”, sagt die ehemalige Präsidentin Carina Zehetmaier.

Das Netzwerk zählt derzeit rund 70 aktive Mitglieder in Österreich. Bislang war Carina Zehetmaier die Präsidentin von Women in AI Austria, während Gabriele Bolek-Fügl als Vizepräsidentin fungierte. Der neue Vorstand von Women in AI Austria sei “eine Gruppe engagierter Frauen, die die Verantwortung übernehmen, unsere Community in ihr nächstes Kapitel zu führen”, heißt es vonseiten des Vereins. 

Alexandra Ciarnau und Julia Eisner als Nachfolgerinnen

Die Nachfolgerin von Zehetmaier ist Alexandra Ciarnau. Sie ist seit über vier Jahren Teil der Initiative und war seit 2022 als Board Member aktiv. Seit über acht Jahren ist sie außerdem bei DORDA Rechtsanwälte tätig. In der Vergangenheit wurde Ciarnau des Öfteren als Expertin zum Thema “AI Act” genannt. “Ich bin extrem glücklich, dass sich Alexandra zur Wahl gestellt hat als Präsidentin, weil sie von Anfang an dabei ist. Sie hat für den Verein Unglaubliches geleistet. Zum Beispiel organisiert sie seit Jahren unseren Women in AI Summit”, so Zehetmaier über ihre Nachfolgerin.

Die Position der Vizepräsidentin übernimmt Julia Eisner. “In den letzten Jahren war ich aktiv in diesem unglaublichen Netzwerk engagiert, setzte mich für verantwortungsvolle KI ein und förderte eine kritische Auseinandersetzung im Bereich der Künstlichen Intelligenz”, schreibt sie auf LinkedIn. Eisner lehrt und forscht an der FH Wiener Neustadt und leitet zudem seit letztem Jahr das AI-Literacy-Team. Dabei geht es darum, KI-Literacy einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Derzeit erweitert man die Reichweite mit Workshops in ganz Österreich, unter anderem im Rahmen der „Digital Überall Plus“-Initiative von Digital Austria.

Neuer Vorstand von Women in AI Austria

Zum weiteren Vorstand gehören außerdem Isabella Hinterleitner, Sanja Sandic, Natalie Ségur-Cabanac, Jacqueline Berger und Eugenia Stamboliev. Alle bringen jahrelange Expertise in verschiedenen Bereichen mit, die zur Umsetzung der Vision von Women in AI beitragen wird. “Ich bin sehr sehr glücklich mit der Zusammensetzung und bin davon überzeugt, dass es einerseits repräsentative Persönlichkeiten sind, aber sie auch wirklich die Begeisterung und den Arbeitswillen mitbringen”, sagt die Ex-Präsidentin.

Der neue Vorstand von Women in AI Austria (v.l.): Isabella Hinterleitner, Sanja Sandic, Julia Eisner, Alexandra Ciarnau, Natalie Ségur-Cabanac, Jacqueline Berger, Eugenia Stamboliev © Screenshot/Linkedin Women in AI Austria

„Wir haben eine extreme Nachfrage“

Ein Vorstandswechsel ist in Vereinen alle zwei Jahre üblich – es ist möglich, ein zweites Mal wiedergewählt zu werden. Nach vier Jahren im Vorstand ist es nun Zeit, die Rollen im Verein neu zu besetzen. In den Statuten sei ein Wechsel sogar vorgesehen, um die Arbeit des Vereins demokratisch zu halten, erklärt Zehetmaier gegenüber brutkasten. Künftig werden Zehetmaier und Bolek-Fügl im Beirat des Vereins Platz nehmen. “Wir bleiben ganz normale aktive Mitglieder, wechseln in den Beirat, übergeben natürlich die operativen Geschäfte, aber stehen zur Verfügung und werden weiterhin den Verein repräsentieren”, sagt Zehetmaier. 

Künftig möchte sich Women in AI Austria vergrößern. “Der Verein steht jetzt auch vor neuen Herausforderungen, weil wir sind extrem gewachsen, wir haben eine extreme Nachfrage. Jetzt braucht es einfach Strukturen, die aufgebaut werden und ich glaube, das sind jetzt auch neue Kompetenzen gefragt”, so Zehetmaier im Gespräch mit brutkasten. 

Carina Zehetmaier war vier Jahre lang Präsidentin von Women in AI Austria. (c) Golden Hour Pictures

Zehetmaier übernimmt künftig Vorsitz bei Austrian Standards

Zehetmaier gründete 2023 gemeinsam mit Bolek-Fügl das KI-Startup paiper.one. Das Unternehmen bietet eine maßgeschneiderte AI-Act-Governance-Plattform, die Anwender:innen dabei unterstützt, KI-Anwendungen im Einklang mit den aktuellen Vorschriften des EU-AI-Acts zu entwickeln und einzusetzen. Der weitere Aufbau des Startups erfordert nun mehr Zeit und Einsatz, erklärt Zehetmaier. “Wir haben sehr viele Anfragen zur Zeit, was jetzt sehr positiv ist, aber das heißt, unser Startup fordert uns halt auch sehr. Dementsprechend müssen wir uns ein bisschen auf unser neues Baby fokussieren. Es kommt zu einem guten Zeitpunkt, dass wir das [Anm: Vorstand]  in gute Hände übergeben können und wir uns heute auf unser Startup fokussieren können”.

Zudem verkündet Zehetmaier, dass sie künftig den Vorsitz bei den Austrian Standards für die Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz übernehmen wird. Auch in diese neue Aufgabe wird zukünftig viel Zeit und Engagement einfließen. 

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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