22.03.2023

Neuer NATO-Fonds: Eine Milliarde Euro für Militär-Tech-Startups

Die NATO will eine Milliarde Euro in Startups stecken, die Militärtechnologie entwickeln. Die Pläne für den Innovations-Fonds konkretisieren sich.
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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

Die Pläne der NATO für einen eigenen VC-Fonds für Militärtechnologie-Startups gehen in die nächste Runde. Bereits im Sommer 2022 beschlossen 22 der 30 NATO-Mitgliedstaaten, gemeinsam eine Milliarde Euro in den Innovations-Fonds zu investieren. Dieser fördert Startups, die Innovation und Technologie im militärischen Bereich vorantreiben.

Nun wird das Vorhaben immer konkreter: Am Montag wurde ein neuer Vorstand verkündet. Den Vorsitz führt Klaus Hommels, Gründer und Chef des VC-Unternehmens Lakestar und einer der erfolgreichsten Investor:innen im deutschsprachigen Markt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Fiona Murray, Dekanin für Innovation am Massachusetts Institute of Technology (MIT), und Roberto Cingolani, Gründer des Italienischen Instituts für Technologie.

Risikokapital fließt in Militärtechnologie

Die NATO spricht vom „weltweit ersten multistaatlichen Risikokapitalfond“. Dieser soll ausgewählten Startups durchgehende finanzielle Unterstützung über einen Zeitraum von 15 Jahren ermöglichen, um in die Skalierung zu gehen. Die eine Milliarde Euro soll dabei sowohl in frühphasige Startups als auch in andere bereits auf Militärtechnologie spezialisierte VC-Unternehmen, die in entsprechende Startups investieren, fließen.

Bei den für die NATO relevanten Technologien handelt es sich unter anderem um Künstliche Intelligenz, Big Data, Quantencomputer, Biotechnologie, Hyperschallgeschwindigkeit, Raumfahrt und Energie.

Alle Staaten, die derzeit gemeinsam in den Fonds für Militärtechnologie-Startups einzahlen, sind aus dem europäischen Raum. Große NATO-Mitglieder wie die USA oder Kanada sind nicht dabei.

Startups für Sicherheit und Verteidigung

Durch die Förderung von Startups, die technologische Innovation für militärische Zwecke entwickeln, will die NATO sichergehen, im globalen technologischen Wettrennen nicht zurückzubleiben.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg betont, dass der NATO-Innovations-Fonds jene aufstrebenden neuen Technologien unterstützen will, die „die Sicherheit von Milliarden von Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Jahren gewährleisten“. Dadurch seien sie für das Innovations-Ökosystem der NATO relevant.

Fiona Murray, ebenfalls neu ernanntes Vorstandsmitglied, möchte durch den Innovations-Fonds sichergehen, dass „Risikokapital in eine zentrale Mission unserer Gegenwart fließt: Verteidigung und Sicherheit“. Auch Vorstandsvorsitzender Klaus Hommels bestätigt, dass der NATO-Innovations-Fonds für Militärtechnologie-Startups zur digitalen und technologischen Souveränität beitragen soll. Dafür müsse man dringend benötigte Innovationen fördern.

Fertiger NATO-Fonds bis Juli

Hauptquartier des Innovations-Fonds sollen die Niederlande werden. Im Hinblick auf die geografische Spannweite der beteiligten europäischen Staaten werden aber vermutlich weitere regionale Ableger errichtet. Die NATO will den Fonds bis zum nächsten NATO-Gipfel im Juli 2023 in Vilnius vollständig aufbauen.

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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