04.12.2025
MOBILITÄT

Neuer Hyperloop-Rekord mit Ö-Investor im Hintergrund

Das Schweizer Startup Swisspod hat auf einer neuen Teststrecke in den USA einen Hyperloop-Geschwindigkeitsrekord aufgestellt. Das dabei erreichte Tempo lässt erahnen, dass es noch ein längerer Weg zum Durchbruch ist.
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Swisspod-Gründer Denis Tudor (l.) mit Felix Porsche (r.) | (c) Swisspod
Swisspod-Gründer Denis Tudor (l.) mit Felix Porsche (r.) | (c) Swisspod

Sein Nachname wird weltweit mit Geschwindigkeit assoziiert: Felix Porsche, österreichischer Urenkel des Porsche-Gründers Ferdinand Porsche. Bei der Familiengeschichte verwundert es nicht, dass er auch als Startup-Investor – neben anderen Beteiligungen wie Heizma und Fonio – auf Mobilität im Highspeed-Bereich setzt. So investierte er etwa in das Schweizer Hyperloop-Startup Swisspod, wo er auch im Board sitzt.

Antrieb in Swisspod-Kapsel, Tunnel „passiv“

Das Kernkonzept und – nach eigenen Angaben – die USP des Unternehmens: Die Antriebstechnik ist nur in der elektrisch betriebenen Hyperloop-Kapsel verbaut, nicht in der Strecke selber, um die Baukosten dieser „passiven“ Tunnel niedrig zu halten. So sollen künftig Städte auf der ganzen Welt durch das wetterunabhängige Highspeed-Netz verbunden sein – und Städtereisen sich dank extremer Geschwindigkeiten wie längere U-Bahnfahrten anfühlen.

Geschwindigkeitsweltrekord bei 102 km/h

Doch bis es soweit ist, dürfte es nach wie vor noch länger dauern. Auf der neuen, bislang größten Teststrecke der Welt in Colorado, USA, stellte Swisspod nun einen neuen weltweiten Geschwindigkeitsrekord für Hyperloop-Systeme in originaler Größe eines aktiven Unternehmens auf. Konkret wurde im 520 Meter langen Tunnel eine Geschwindigkeit von 102 km/h erreicht. Im Endausbau soll das System einmal auf die zehnfache Geschwindigkeit kommen. In Tests mit kleineren Systemen wurden in der Vergangenheit bereits erheblich höhere Geschwindigkeiten von mehr als 400 km/h erreicht.

Promo-Video des Startups vom Test:

„Closed-Loop“-System geplant

Um die angestrebte Geschwindigkeit mit dem System in Originalgröße in Tests zu erreichen, wäre aber eine erheblich längere Teststrecke von Nöten. Swisspod arbeitet daher daran, die Strecke in Colorado zu einem „Closed-Loop“-System auf rund 17 Hektar auszubauen. In diesem kann die Kapsel dann im Kreis fahrend höhere Geschwindigkeiten erreichen. „In den kommenden Wochen werden wir die Leistung erhöhen, das System stärker beanspruchen und in einem Tempo vorankommen, das diese Branche noch nie gesehen hat“, verspricht Gründer und CEO Denis Tudor.

Porsche: „Entscheidender Meilenstein für das Swisspod-Team“

In seiner Seed-Finanzierungsrunde holte sich das Unternehmen für all das 13 Millionen US-Dollar Kapital. Felix Porsche ist seit 2024 beim Startup investiert. „Ich bin bei Swisspod eingestiegen, weil das Unternehmen von außergewöhnlich starken Foundern geführt wird, die vor der Gründung auch schon die SpaceX-Hyperloop-Competition gewonnen haben”, so der Investor gegenüber brutkasten. Swisspod habe ein hochqualifiziertes und motiviertes Engineering-Team mit Unterstützung der EPFL in Lausanne und könne darüber hinaus auf ein breites Netzwerk an Investoren und Partnern setzen.

Den neuen Rekordlauf sieht Porsche als “entscheidenden Meilenstein” für das Swisspod-Team: “Er beweist eindrucksvoll die großartige Arbeit der letzten Jahre und zeigt, dass unsere Technologie das liefert, was wir versprochen haben: höchste Effizienz bei sehr hohen Geschwindigkeiten”.

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(c) brutkasten / Dervisevic

Das brutkasten-Printmagazin wird exklusiv an die wichtigsten Stakeholder des österreichischen Innnovations-Ecosystems zugestellt.

Daneben ist es auch digital als Download erhältlich – der Link findet sich am Ende des Artikels.


„Wenn man in einen Wachstumsmarkt geht, ist es wichtig, ein klares Profil zu haben“ – mit diesem Satz begründet Georg Kopetz im Cover-Interview den Umbau von TTTech. Das Unternehmen hat sein Automotive-Softwaregeschäft verkauft, und der Mitgründer und CEO hat mit der TTTech Systems SE eine Gesellschaft geschaffen, die Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastruktur bündelt. Ab Seite 14 erklärt Kopetz, warum an der Spitze der neuen Gesellschaft ein US-Amerikaner steht, weshalb er Unabhängigkeit für das falsche Ziel hält und wie er auf den Kapitalmarkt blickt.

Was ein klares Profil für den Standort bedeutet, zieht sich durch das ganze Heft. Christian Helmenstein, Chefökonom der Industriellenvereinigung, spannt ab Seite 48 den Bogen von der Dampfmaschine zum KI-Rechenzentrum – er erklärt, warum dort Wohlstand entsteht, wo heute Infrastruktur gebaut wird. Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Corporate-Venturing-Expertin Viktoria Ilger diskutieren, wie der Staat für Startups zum Kunden werden kann (Seite 56). Und mit Niederösterreich haben wir uns ein Startup-Ökosystem angesehen, das dezentral aufgestellt ist und vom Fokus auf bestimmte Branchen wie Space Tech profitiert (Seite 24).

Die europäische Autoindustrie erlebt gerade eine Jahrhunderttransformation, sagt Xing Zhou von AlixPartners – warum Österreich ausgerechnet für chinesische Autobauer ein idealer Fertigungsstandort ist, erklärt er im Interview (Seite 36). Vier Startups zeigen, wie sie das Zulieferer-Ökosystem verändern (Seite 38); und wir ziehen Bilanz, wo Österreich bezüglich Elektroautos steht (Seite 40). Bei der Formula Student haben wir herausgefunden, warum der Rennwagen-Wettbewerb für den Nachwuchs das beste Bewerbungsgespräch ist (Seite 42).

Unsere Kollegin Ann-Kathrin Salmen ist für diese Ausgabe ins Silicon Valley geflogen. In San Francisco hat sie Chris Schnabl getroffen, der mit 25 Jahren Partner bei Andreessen Horowitz ist, einem der größten Venture-Capital-Investoren der Welt. Wie ein Niederösterreicher dorthin kommt, erzählt er im Interview (Seite 8) – und warum der Goldrausch in der Bay Area nie endet, hat sich unsere Redakteurin vor Ort angesehen (Seite 74). Wir waren aber auch innerhalb Österreichs unterwegs: Bei Swarovski in Wattens haben wir erlebt, wie ein Traditionskonzern Innovation organisiert (Seite 64).

Im Bereich „Beyond Business“ erklärt Florian Kandler, warum Gründer:innen verkaufen sollten, bevor das Produkt fertig ist (Seite 78). Klaus Buchroithner hat sich öffentlich zu 100 Tagen Video-Content verpflichtet – er erzählt, was er dabei über Reichweite gelernt hat und was er heute anders machen würde (Seite 82). Und wir haben bekannte Köpfe der Szene nach der wichtigsten Visitenkarte ihres Lebens gefragt (Seite 70).

Eine spannende Lektüre wünscht dir Martin Pacher!

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