20.04.2021

Neuer Fördercall startet: 40 Millionen Euro für „Energie-Vorzeigeregionen“

Der Klima- und Energiefonds fördert F&E-Vorhaben sowie Klimaschutz-Demonstrationsprojekte im Rahmen des Programms „Vorzeigeregion Energie“. Zur Verfügung stehen bis zu 40 Mio. Euro, dotiert aus Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK).
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koch
Bis 2030 soll die Stromversorgung in Österreich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden | (c) AdobeStock

Erste Ende März diesen Jahres beschloss der Ministerrat das Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG). Das Gesetzt sieht vor, dass die Stromversorgung bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt wird – der brutkasten berichtete.

40 Millionen Euro für Vorzeigeregionen

Damit das abonnierte Ziel in den nächsten Jahren erreicht wird, hat der Klima- und Energiefonds nun das Förderprogramm „Energie-Vorzeigeregionen“ neu ausgeschrieben. Insgesamt stehen 40 Millionen Euro aus den Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz (BMK) zur Verfügung.

Konkret sollen im Rahmen des Programms „weiterführende Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben“ in drei Vorzeigeregionen gefördert werden. Zu den Regionen, in denen bereits Musterlösungen für innovative Energie- und Verkehrssysteme der Zukunft entwickelt werden, zählen:

Die Regionen im Details

Im Green Energy Lab wird Ostösterreich zur Testregion für das zukünftige Energiesystem mit einem signifikant hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Im Fokus stehen die Sektorkopplung, Flexibilisierung und Digitalisierung eines integrierten Energiesystems und die Entwicklung kundenzentrierter und skalierbarer Lösungen für eine nachhaltige Energiezukunft, die für die Kunden Mehrwert stiften. 

Mit New Energy for Industry (NEFI) wird gezeigt, dass mit in Österreich entwickelten Energietechnologien eine 100%-ige erneuerbare Energieversorgung von Industriestandorten möglich ist. Vor allem soll demonstriert werden, wie Dekarbonisierung in industriellen Prozessen durch entsprechende Technologieentwicklungen ermöglicht werden kann.

Die Wasserstoffinitiative Vorzeigeregion Austria Power & Gas (WIVA P&G) zeigt, dass grüner Wasserstoff für ein klimaneutrales Energiesystem ein wichtiger Bestandteil sein wird. Dabei stehen Herstellung, Speicherung, Verteilung und Anwendung von erneuerbarem Wasserstoff vor allem im Bereich der Industrie im Fokus.

Ausschreibung „Vorzeigeregion Energie“ 2021

Wie der Klima- und Energiefonds in einer Aussendung am Dienstag bekannt gab, werden im Rahmen der Ausschreibung Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsvorhaben gefördert, die unmittelbar und maßgeblich zur „Lösung der von den ausgewählten drei Vorzeigeregionen adressierten Problemstellungen“ sowie zur „Umsetzung und Weiterentwicklung von deren Gesamtstrategien“ beitragen.

Das Auswahlverfahren ist zweistufig angelegt, bestehend aus dem Zwischenbericht zum Fortschritt des Verbundvorhabens der jeweiligen Vorzeigeregion bis 30. September 2021 (Stufe 1) und den Förderanträgen für die zugehörigen Subprojekte bis 04. März 2022 (Stufe 2). Zudem hat die Einreichung laut Klima- und Energiefonds in enger Abstimmung mit der Verbundkoordination der jeweiligen Vorzeigeregion zu erfolgen.


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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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