21.05.2025
STUDIE

Neue Studie: Künstliche Intelligenz kann überzeugender sein als der Mensch

Eine Untersuchung aus der Schweiz zeigt, dass KI überzeugender sein kann als der Mensch - zumindest in bestimmten Situationen. Welche das sind und was sich daraus ableiten lässt.
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© Unsplash

Künstliche Intelligenz kann heute bereits erstaunlich viele menschliche Fähigkeiten nachahmen -von logischem Denken über Planen und Lernen bis hin zu kreativen Prozessen. So ist es nicht mehr ungewöhnlich, sich etwa eine Pro-und-Contra-Liste zu einem kontroversen Thema von einer KI generieren zu lassen. Doch wie überzeugend sind ihre Argumente wirklich?

Eine aktuelle Untersuchung der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich deutet darauf hin, dass Large Language Models (LLMs) wie GPT-4 Menschen in Diskussionen sogar übertreffen können. Die Studie zeigt: Wenn diese Systeme wissen, mit wem sie sprechen, können sie ihre Argumente derart gut anpassen, dass sie überzeugender wirken als menschliche Gesprächspartner.

Persönliche Daten

In der Untersuchung des Forschungsteams um Francesco Salvi traten rund 900 Teilnehmende aus den USA in strukturierten Online-Debatten gegeneinander an – entweder gegen andere Menschen oder gegen GPT-4. Diskutiert wurde über gesellschaftlich relevante Fragen, etwa ein mögliches Verbot fossiler Brennstoffe in den USA, die Auswirkungen sozialer Medien auf die Intelligenz oder die Frage, ob Reiche stärker besteuert werden sollten.

Teilweise erhielt der Diskussionspartner, egal ob Mensch oder Maschine, demographische Informationen über das Gegenüber, darunter Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, Bildungsstand, Beschäftigungsstatus und politische Orientierung. Auf Basis dieser Daten können Argumente individuell angepasst werden.

Mensch vs. KI

Das Ergebnis fiel deutlich aus: Wurden GPT-4 diese personalisierte Informationen zur Verfügung gestellt, war das Sprachmodell in 64,4 Prozent der Fälle überzeugender als der menschliche Diskussionspartner. Ohne diese Zusatzinformationen bewegte sich die Überzeugungskraft der KI hingegen auf ähnlichem Niveau wie die des Menschen.

„Die Ergebnisse unterstreichen die Fähigkeit von GPT-4, maßgeschneidert überzeugende Argumente zu liefern, und legen nahe, dass weitere Forschung nötig ist, um die mit ihrem Einsatz in der Überzeugungsarbeit verbundenen Risiken zu mindern“, so Salvi.

Maßnahmen gefordert

Noch sei unklar, inwieweit KI-Modelle eigenständig personalisierte Informationen analysieren und auf ihre Argumentation anwenden können. Fest steht jedoch, dass ihre Überzeugungskraft mit dem Zugang zu solchen Daten deutlich steigt.

„Wir vertreten die Auffassung, dass Online-Plattformen und soziale Medien solche Bedrohungen ernsthaft in Betracht ziehen und ihre Bemühungen ausweiten sollten, Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung KI-getriebener Überzeugungsstrategien umzusetzen“, so die Forscher:innen in der Studie.

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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