24.09.2025
STANDORT ÖSTERREICH

Neue Stiftung für Unternehmertum gestartet: Hansmann, Fassl, Raunig, Köppl-Turyna und Treichl an Bord

Zu den weiteren Köpfen von "Stiftung Unternehmerische Zukunft" gehören: Andreas Ambros-Lechner (Beirat), Christian Trummer (Beirat) und Luisa Schiffke (Geschäftsführung).
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Stiftung Unternehmerische Zukunft
©Nadine Studeny - (v.l.n.r.) Markus Raunig, Monika Köppl-Turyna, Hansi Hansimann, Lisa-Marie Fassl, Christian Trummer und Andreas Treichl.

Es ist bekannt: Österreich ist reich an Wissen und Talent, vor allem im Forschungsbereich, doch wenn es ums Unternehmertum geht, bleibt das Land hinter seinen Möglichkeiten zurück. Laut Studien glauben zwei Drittel der Millennials, dass Unternehmer:innen keinen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. Ein fatales Signal, das Expert:innen der Szene ändern möchten. Mit der neu gegründeten „Stiftung Unternehmerische Zukunft“ soll ein Kulturwandel eingeleitet werden.

Stiftung Unternehmerische Zukunft mit 3 Schwerpunkten

Die Initiative, getragen von bekannten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, versteht Unternehmertum vor allem als Haltung.

„Die großen Herausforderungen unserer Zeit – vom Klimawandel bis zur digitalen Transformation – sind zu komplex für staatliche Lösungen allein“, sagt Markus Raunig, Vorstand der Stiftung. „Wir brauchen mehr Menschen, die Verantwortung übernehmen und Neues wagen.“

© brutkasten – Markus Raunig beim Präsentieren von „Stiftung Unternehmerische Zukunft“.

Die Stiftung will Unternehmertum zu einem selbstverständlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Alltags machen. Dafür setzt sie auf drei Schwerpunkte:

  • Bildung: Jugendlichen erste eigene Projekte ermöglichen, um Mut und Gestaltungswillen zu fördern.
  • Aktivierung: Hochqualifizierte Erwachsene für Gründung und Unternehmensnachfolge begeistern.
  • Wahrnehmung: Ein realistischeres und positives Bild von Unternehmertum in der Öffentlichkeit etablieren.

Startups als Treiber von Arbeit

Wie dringend Österreich neue Impulse braucht, zeigt vor allem der internationale Vergleich: „Wenn Österreich bei der Gründungsdynamik aufschließen würde, könnte das bis zu 26.000 zusätzliche Arbeitsplätze und ein BIP-Plus von fast zwölf Milliarden Euro bedeuten“, sagt Monika Köppl-Turyna, Direktorin von EcoAustria. Denn Startups sind überproportional wichtig für Jobwachstum und Innovation.

Zu den Köpfen der Stiftung zählen u. a. Andreas Ambros-Lechner (Beirat), Lisa-Marie Fassl (Vorstand), Hansi Hansmann (Beirat), Monika Köppl-Turyna (Vorstand), Markus Raunig (Vorstand), Luisa Schiffke (Geschäftsführung), Andreas Treichl (Beirat) und Christian Trummer (Beirat). Alle bisherigen Unterstützer:innen der Stiftung im Überblick findet man hier.

Stiftung Unternehmerische Zukunft: Zusagen von über eine Million Euro und Pledges

Das Finanzierungsmodell kombiniert Zustiftungen, Spenden und sogenannte „Founder Pledges“, bei denen Gründer:innen im Falle eines Exits bis zu fünf Prozent ihres Erlöses zusagen – ein Modell, das international bereits Milliardenbeträge für gemeinnützige Zwecke mobilisiert habe. Mehr als 50 Stifter:innen haben sich bereits angeschlossen. Zusagen von über einer Million Euro sowie Pledges im Wert von über fünf Millionen Euro bilden das Fundament der Initiative.

Die Stiftung startet mit konkreten Projekten: von 150 „Youth Entrepreneurship Weeks“ in Schulen bis hin zu einem „Entrepreneurial Leadership Program“ für Erwachsene. Doch die Initiator:innen betonen, dass es mehr brauche als einzelne Programme.

„Wenn wir in Österreich unseren Wohlstand langfristig halten wollen, brauchen wir mehr Unternehmergeist. Ohne Menschen, die Neues wagen, wird es nicht gelingen“, Andreas Treichl, Beirat der neu gegründeten Stiftung.

Ein Faktor für Wohlstand

Auch Hansi Hansmann, Business Angel und Beirat der Stiftung, betont, dass Österreichs Wohlstand entscheidend davon abhängt, ob das Land genügend florierende Unternehmen habe, die Arbeitsplätze schaffen: „Dafür braucht es mehr Unternehmerpersönlichkeiten – und genau daran mangelt es Österreich. Umso wichtiger sind Initiativen wie die ‚Stiftung Unternehmerische Zukunft‘: Sie fördern unternehmerisches Potential und legen die Basis für nachhaltigen Wohlstand. Jeder Beitrag zur Stiftung ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.“

Für Christian Trummer, Unternehmer und Mitgründer von Bitpanda, ist mutiges Gründen einer der Faktoren für den Nutzen in einer Gesellschaft: „Von Gehältern für tausende Mitarbeiter bis hin zu Mehrwert für Millionen von Kunden“, sagt er. „In Österreich müssen wir das Mindset verändern: Unternehmertum soll schon in der Schule sichtbar sein, Angst vor Risiko durch aufgeklärte Risikobereitschaft ersetzt werden. Nur so schaffen wir es, dass mehr junge Menschen künftig große europäische Unternehmen aufbauen.“

Die schlafende Republik braucht „neue Gründerzeit“

Und Lisa-Marie Fassl, Mitgründerin von Fund F. schließt hier an und mahnt: „Österreich verschläft gerade seine Zukunft, wenn wir nicht handeln. Es ist höchste Zeit für eine neue Gründerzeit – getragen von einer breiten Allianz aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.“

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Celum
© Christian Huber Fotografie - (l.) Michael Kräftner, Celum-Gründer, Chairman und Chief Vision Officer, Mark Kaslatter ist neuer Chief Executive Officer bei Celum.

Im Februar des Vorjahres übernahm Christian Jüngling die Position des Chief Financial Officer (CFO) bei Celum, um neue Impulse für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu setzen – brutkasten berichtete. Zudem bestellte das Management mit Bojan Bozic die neu geschaffene Position des Chief Services Officer (CSO). Nun gibt es auf höchster Ebene eine weitere Änderung.

Celum: Fokus auf Stärkung des Vertriebs

Mark Kaslatter übernimmt die Position des CEO und damit die Führung des Unternehmens. Sein Fokus soll auf der Stärkung des Vertriebs, des Partnerchannels und der weiteren nationalen und internationalen Expansion liegen. Celum-Gründer Michael J. Kräftner bleibt dem Unternehmen als „Chief Vision Officer“ erhalten und konzentriert sich künftig verstärkt auf die langfristige strategische Produktentwicklung.

Der gebürtige Tiroler Kaslatter verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als Unternehmer und Führungskraft in der Technologiebranche. 2004 gründete er etwa das auf CRM-Lösungen spezialisierte Unternehmen k.section, baute es ohne externe Investoren auf und verkaufte es später an die an der Euronext notierten Emakina Group.

Von 2019 bis 2022 war Kaslatter Managing Director von Emakina Central & Eastern Europe und wechselte danach ins Advisory Board der Belgier. Anschließend war er gemeinsam mit Benjamin Ruschin Mitgründer und Managing Partner von Big Cheese Ventures, einem Beratungs- und M&A-Unternehmen für Tech-Startups. Er studierte Software-Engineering am Campus Hagenberg der Fachhochschule Oberösterreich und absolvierte einen MBA in General Management an der Universität für Weiterbildung Krems.

„Celum verfügt über eine starke technologische Basis, langjährige Kundenbeziehungen und großes Potenzial im internationalen Markt. Jetzt geht es darum, diese Stärken noch konsequenter in nachhaltiges und skalierbares Wachstum zu übersetzen“, sagt Kaslatter. „Der Wechsel zu Celum ist für mich mehr als eine neue Aufgabe – er ist zugleich die Rückkehr ans Steuer eines Softwareunternehmens. Die Beratung von Startups war eine spannende und bereichernde Zeit. Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr mir das unmittelbare Gestalten, das operative Doing und die umfassende unternehmerische Verantwortung gefehlt haben.“

Und weiter: „Besonders vermisst habe ich das hohe Innovationstempo und den intensiven Austausch mit Entwickler:innen. Sie schaffen mit ihren Ideen nicht nur neue Produkte, Unternehmen und Geschäftsmodelle, sondern gestalten zunehmend auch unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Genau dieses Umfeld, diese Denkweise und die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu bewegen, begeistern mich an meiner neuen Aufgabe bei Celum.“

„Everybody is in Sales“

Kaslatters Leitgedanke lautet: „Everybody is in Sales.“ Damit sei jedoch nicht gemeint, dass jede und jeder im klassischen Sinne im Vertrieb tätig sein muss. Vielmehr trage jede Funktion im Unternehmen dazu bei, Mehrwert für die Kundinnen und Kunden zu schaffen. Diese gemeinsame Verantwortung für den Kundenerfolg und eine konsequente Marktorientierung möchte er bei Celum weiter stärken. Deshalb sollen die Bereiche Vertrieb, Marketing, Customer Success, Produktentwicklung und Organisation künftig noch enger auf die gemeinsamen Wachstumsziele ausgerichtet werden.

„Mark Kaslatter verbindet tiefes Technologieverständnis mit ausgeprägter Vertriebskompetenz und echter unternehmerischer Erfahrung“, kommentiert Michael J. Kräftner, Gründer von Celum, die neue Personalie. „Mit Mark gewinnt Celum einen CEO, der die Verantwortung mit einem klaren Fokus auf Kunden und Markt übernimmt. Die neue Rollenverteilung ermöglicht es mir gleichzeitig, noch stärker in den Bereichen Produktstrategie und technologische Innovation aktiv zu werden. Es war für mich immer klar, dass Celum ab einer bestimmten Größe jemanden als CEO haben wird, der viel mehr auf Wachstum und Organisation wirken kann als ich. So holen wir also zusätzliche unternehmerische und vertriebliche Expertise in die Führung und verbinden Kontinuität mit frischem unternehmerischem Drive.“

Knapp 20 Mio.-Euro Umsatz

Als Chief Vision Officer soll Kräftner die langfristige Produktvision weiter vorantreiben. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Weiterentwicklung des Produktportfolios vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen durch Künstliche Intelligenz, neue Formen der Content-Nutzung und zunehmend automatisierte Content-Prozesse.

Das seit seiner Gründung eigenfinanzierte und unabhängige Softwareunternehmen steigerte seinen Umsatz von 12,5 Millionen Euro im Jahr 2021 auf 19,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Heute beschäftigt Celum rund 130 Mitarbeitende aus 23 Nationen an den Standorten Linz, Wien und München.

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