02.10.2020

Neue aws Förderung: Bis zu 200.000 Euro Zuschuss für Technologie-Internationalisierung

Die Austria Wirtschaftsservice (aws) hat eine neue Förderung ins Leben gerufen, die österreichische Technologie-Unternehmen bei der Internationalisierung unterstützen soll. Abhängig von Modul und Förderungsquote können dabei bis zu 200.000 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss gefördert werden.
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(c) Adobestock

Die Austria Wirtschaftsservice (aws) bietet im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, !!Innovation und Technologie (BMK) ein neues Förderungsprogramm für österreichische Technologieunternehmen an, das gab die Förderbank des Bundes am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.

Mit aws Technologie-Internationalisierung/TECTRANS soll laut aws die erfolgreiche Positionierung von österreichischem Know-how am europäischen und internationalen Markt gefördert werden.

Förderung von Marktstudien bis hin zu Demonstrationsanlagen

Das neue Förderungsprogramm baut auf den Vorgängerprogrammen kit4market und tec4market auf und ist mit insgesamt fünf Millionen Euro dotiert.

Angesprochen werden international ausgerichtete österreichische Unternehmen mit Standort in Österreich, die mit drei speziellen Konditionen gezielt unterstützt werden.

Förderbar sind etwa die Erarbeitung und Durchführung von internationalen Marktstudien über die Vorbereitung der wirtschaftlichen Handlungsfreiheit (Freedom-to-Operate, FTO) bis hin zur Errichtung von Demonstrationsanlagen. In einer Aussendung der aws heißt es dazu:

  • In der speziellen Kondition „Internationale Marktstudien“ werden Unternehmen bei der Erarbeitung und bei der Durchführung von Studien unterstützt. Diese Studien sollen zum einen den österreichischen Technologieanbietern zeigen, wie ihre Innovationen nachhaltig im Zielland verankert werden können. Zum anderen dienen die Studien aber auch dazu, potenzielle Kunden im Zielland über den Innovationsgehalt der Technologie zu informieren.
  • In der speziellen Kondition „Internationale FTO“ werden Unternehmen bei Maßnahmen unterstützt, die wirtschaftliche Handlungsfreiheit vorzubereiten. Damit stärken die Unternehmen nachhaltig ihre internationale Wettbewerbsposition und minimieren das Risiko beim Markteintritt am Zielmarkt.
  • Im Rahmen der speziellen Kondition „Demonstrationsanlagen“ können Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bis hin zur Errichtung einer Anlage gefördert werden. Die Anlage selbst kann dabei im Zielland oder in Österreich, mit Bezug zur internationalen Aktivität, errichtet werden.

Einreichung über den aws Fördermanager

Abhängig von Modul und Förderungsquote können dabei bis zu 200.000 Euro als nicht rückzahlbarer Zuschuss gefördert werden. Bis zu 80 Prozent der Projektkosten werden übernommen. Die Projektlaufzeit beträgt bis zu 18 Monaten. Die Einreichung ist ab sofort über den aws Fördermanager möglich. Jurysitzungen finden laut aws quartalsweise statt.


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Impeto Impact Gründer Jim Lefébre © Jim Lefébre

Ein Fully-Merchant-BESS (Battery Energy Storage System) ist ein Batteriespeicher, der seine Erlöse vollständig am freien Strommarkt erwirtschaftet, ohne langfristige Verträge, feste Einspeisevergütungen oder staatliche Garantien. Durch den steigenden Anteil an z.B. Photovoltaik und Windkraft kommt es im Netz häufig zu Überschussenergie und starken Preisschwankungen – etwa Negativpreisen zur Mittagszeit im Sommer. Speicherbetreiber:innen nutzen das für Arbitrage: Sie kaufen Strom, wenn er günstig ist, und verkaufen ihn, sobald die Preise wieder steigen. Zusätzlich lässt sich mit einer Batterie auch Regelenergie zur Netzstabilisierung anbieten.

Dieses Geschäftsfeld zeichnet sich zum einen durch hohe Gewinnchancen bei stark schwankenden Strompreisen, aber auch volles Risiko bei fallenden Marktpreisen oder geringer Volatilität aus. Hinzu kommt, dass ein Speicher gleichzeitig auf fünf Erlösmärkten agiert – darunter Day-Ahead und Regelenergie –, die permanent miteinander konkurrieren und sich gegenseitig Kapazitäten streitig machen. Diese unsichere Dynamik führt für Betreiber:innen wiederum zu erschwerten Finanzierungsmöglichkeiten bei Banken. Hier setzt Impeto Impact mit seinem Tool BESS-Invest an.

Modellrechnungen statt Live-Einsatz

„Man kann eigentlich immer nur in einem Markt handeln. Also muss man in der Modellierung entscheiden, in welchem Markt der Strom gekauft und verkauft wird, um letztlich einen plausiblen Business Case zu erteilen“, erklärt Jim Lefébre, Gründer von Impeto Impact. Sein laut eigenen Angben komplett eigenfinanzierte Produkt soll jetzt mehr Transparenz für Investor:innen bringen und setzt bei der Modellierung auf sogenanntes Forwardtesting. „Backtesting beantwortet, was gewesen wäre“, erklärt der Gründer. „Für eine Investitionsentscheidung mit 15 Jahren Laufzeit braucht der Markt eine Antwort auf das, was kommt.“

BESS Invest soll eine fünfjährige Markthistorie mit eigenen Projektionsannahmen zu Preistrends, Reserve-Erlösen und Volatilität verknüpfen. Laut Unternehmensangaben entstünden aus diesem Zusammenspiel simulierte Marktpfade in 15-Minuten-Auflösung – bis hinunter zum eigentlichen Lastprofil der Batterie. Das Modell würde dabei eine Ergebnisbandbreite vom konservativen bis zum optimistischen Szenario abbilden. Verändere sich die Marktlage, ließe sich dies über erneute Simulationen jederzeit anpassen. Dabei handelt es sich laut Lefèbre ausdrücklich um Modellrechnungen und Schätzungen zur Plausibilisierung, nicht um eine Live-Optimierung.

BESS Invest Dashboard © Impeto Impact

Verzicht auf KI

Ursprünglich entstand die Idee aus Lefèbres eigenem Beratungsgeschäft: Der Markt für Großspeicher sei dynamisch, die Kapitalmobilisierung stocke jedoch mangels Transparenz, so Lefèbres Erkenntnis. Gemeinsam mit Jonas Puck von der WU Wien wurde daraus zunächst das Whitepaper „Charging Ahead“ aus dem schlussendlich das Tool mithilfe von Pilotkund:innen aus dem Kreis großer Energieversorger hervorging.

Auf Künstliche Intelligenz wird verzichtet: „Wir arbeiten bei unseren Simulationen strikt ohne KI, weil eine KI auch halluzinieren kann“, so Lefèbre. Ein geschlossener Algorithmus soll stattdessen nachvollziehbare Ergebnisse hervorbringen.

Vor der Gründung war Lefèbre unter anderem ÖVP-Pressesprecher ehe er 2017 bis 2019 die Position des Pressesprechers im Justiz- und später im Finanzministerium übernahm. Anschließend war er in diversen Positionen für Montana Tech Components des Investors Michael Tojner, sowie den Batteriehersteller Varta tätig. Bis heute vertritt er zudem die von Tojner mitgegründete eXplore!-Initiative. Außerdem fiel Lefébre in der Vergangenheit beim brutkasten mit seinem Corona-Test-Startup auf.

Co-Location und Expansionspläne

Vertrieben wird BESS Invest im Lizenzmodell mit drei Paketstufen, wahlweise als Monatslizenz oder als Berechnungskontingent im 50er-Block. Bislang modelliert die Software den reinen Speicherbetrieb. Als nächsten Schritt will das Team die Integration von Co-Location-Projekten und Industrieanwendungen angehen. Außerdem plant Lefèbre die Expansion nach Deutschland und perspektivisch in Richtung Südosteuropa.

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