21.05.2026
FTI

Neue Allianz soll Österreichs Deep-Tech-Spinoffs stärken

Mit der „Academic Spin-out Alliance" wollen Wiens Forschungsinstitutionen Ausgründungen beschleunigen und Österreichs Position im Deep-Tech-Sektor stärken
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Peter Ertl (Technische Universität Wien), Bernadette Kamleitner (WU Wirtschaftsuniversität Wien), Alexander Svejkovsky (Austrian Institute of Technology), Markus Wanko (XISTA) stehen vor einer Leinwand (c) Franziska Safranek
(v.l.n.r.) Peter Ertl (TU Wien), Bernadette Kamleitner (WU Wien), Alexander Svejkovsky (AIT), Markus Wanko (XISTA) beim Lab to Leader Event. (c) Franziska Safranek

Waren 2018 noch rund zwölf Prozent aller Startups in Österreich aus Universitäten oder Forschungseinrichtungen hervorgegangen, so liegt dieser Anteil laut dem Austrian Startup Monitor 2025 mittlerweile bei etwa 23 Prozent. Um wissenschaftliche Forschung schneller in erfolgreiche Unternehmen zu überführen, haben neun Forschungs- und Bildungseinrichtungen gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien die „Academic Spin-out Alliance“ gegründet.

Der Kooperation gehören das AIT, die BOKU, die MedUni Wien, das ISTA, die TU Wien, die Universität Wien, die Vetmeduni, die WU Wien und XISTA an. Ziel ist es, den Weg von der Forschung zur Gründung einerseits zu vereinfachen, andererseits zu beschleunigen — und Österreich als internationalen Deep-Tech-Standort zu stärken.

Die Zukunftspläne der Allianz

Konkrete Umsetzungspläne der Allianz sind nach eigenen Angaben gemeinsame Spinoff- und Inkubationsprogramme, institutionsübergreifende Co-Founder-Matching-Formate sowie Initiativen zur Beschleunigung von Technologietransfer und Kommerzialisierung.

„Wissenschaftsbasierte Spinoffs sind ein zentraler Hebel für Europas Innovationskraft und technologische Souveränität. Mit der Academic Spin-out Alliance bündeln wir erstmals gezielt unsere Kompetenzen, um Forschenden bessere Voraussetzungen für erfolgreiche Gründungen, schnelleren Technologietransfer und internationale Skalierung zu bieten“, heißt es von Seiten der Allianz.

Auftaktevent auf der ViennaUP

Das erste sichtbare Zeichen der Kooperation war das Event „Lab to Leader: Building Science Ventures That Last“. Es fand im Rahmen der ViennaUP mit über 150 Gästen am 20. Mai statt. Hier wurden akademische Spinoffs mit potenziellen Co-Founder:innen, Investor:innen und internationalen Expert:innen zusammengebracht.

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Das Sodex-Gründer-Trio Bernhard Gantner, Ralf Pfefferkorn und Raphael Ott
Das Sodex-Gründer-Trio Bernhard Gantner, Ralf Pfefferkorn und Raphael Ott | (c) Sodex

Durch Sodex werden Baumaschinen zu mobilen Datensammlern. Mithilfe einer AI-gestützten Technologie werden Baustellen, Minen und Infrastrukturprojekte während des Betriebes automatisch vermessen und digital abgebildet. Die Abkürzung steht für „Software-Driven Excavator“. Gegründet wurde Sodex von den drei HTL-Absolventen Ralf Pfefferkorn, Raphael Ott und Bernhard Gartner, über die Gründungsstory hat brutkasten bereits berichtet.

Nun schließt das Startup in einer Finanzierungsrunde über vier Millionen Euro, mit Capmont Technology als Lead Investor.

Erfassung und Analyse in Echtzeit

Mit einem Mix aus maschinenintegrierter Sensorik, Cloud-Technologie und KI macht Sodex Bauprojekte transparent. Baudaten werden kontinuierlich und in Echtzeit erfasst sowie analysiert. Mit Sodex sollen sich Baustellen besser überwachen und effizienter steuern lassen.

„Echtzeit-Updates direkt von der Baustelle sind zum zentralen Ausgangspunkt geworden und für viele unserer Kunden heute nicht mehr wegzudenken. Mit dieser Finanzierung können wir nicht nur unser Team, sondern auch unser Portfolio ausbauen und deutlich schneller international skalieren”, sagt Ralf Pfefferkorn, CEO und Mitgründer von Sodex Innovations. 

Sodex Innovations hat über 100 Kunden in den USA, Australien und Europa.

Baumaschinen werden durch Sodex Innovations zu Datensammlern. (c) Sodex Innovations.

Namhafte Investoren

Der Lead-Investor ist Capmont Technology, ein in München ansässiger, unternehmerisch geprägter Private-Capital-Investmentmanager. „Eine Verbindung aus Hardware, Software, Daten und AI, die diesen Sektoren einen echten Produktivitätssprung ermöglicht, halten wir nicht nur für hochspannend, sondern für überfällig“, so Michael Wittner, Partner bei Capmont Technology.

Ebenfalls an der Runde beteiligt und damit neue Investoren, sind Bloomhaus- und Look AI Ventures sowie die deutsche Business-Angel-Gruppe „Superangels“. Die bestehenden Investoren SOSV, OMA (Gründer von ProGlove) sowie 12 Rounds Capital (Katharina Klausberger und Armin Strbac) investieren erneut.

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