04.03.2025
MICROSOFT

Neue „AI Innovation Factory“ soll KI-Transformation in Österreich beschleunigen

Microsoft stellt in seinem Wiener Büro seine neueste KI-Initiative vor: die „AI Innovation Factory“. Diese soll künftig als Plattform für Austausch, Workshops und die Weiterentwicklung verschiedener KI-Lösungen dienen.
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(l.n.r.): Hannes Schwetz (Programmverantwortlicher AI-Adoption beim Austria Wirtschaftsservice), Hermann Erlach (General Manager von Microsoft Österreich) und Markus Nemeth (Managing Director von paiqo) © APA/ Arman Rastegar

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile nicht mehr aus unserem alltäglichen Leben wegzudenken. Spätestens seit dem durch ChatGPT ausgelösten KI-Hype zählt sie zu den wichtigsten Wirtschaftsthemen. Studien zeigen, dass Österreich seine Wertschöpfung durch den Einsatz von KI um bis zu 18 Prozent steigern könnte – brutkasten berichtete. Produktivitätssteigerung pro Mitarbeiter:in, ein höheres Bildungsniveau und die Digitalisierung bzw. KI sind Schlüsselfaktoren für den wirtschaftlichen Wohlstand, wobei insbesondere KI als größter Hebel gilt. Dennoch nutzen viele Unternehmen das Potenzial von KI nicht ausreichend, obwohl die technischen Rahmenbedingungen bereits vorhanden sind.

Um dies zu ändern, bringt Microsoft die AI Innovation Factory an den Start. „KI hat das Potenzial, das Geschäftsleben so stark zu verändern wie nur wenige Innovationen zuvor. Ziel ist es, die KI-Transformation in Österreich zu beschleunigen und Unternehmen sowie Partner zu vernetzen“, sagt Hermann Erlach, General Manager von Microsoft Österreich.

AI Innovation Factory liefert „wichtigen Beitrag zu mehr Zukunftsorientierung“

Microsoft möchte gemeinsam mit seinen Partnern einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung der österreichischen KI-Landschaft leisten. Die AI Innovation Factory soll Unternehmen die Möglichkeit bieten, durch interaktive Workshops, Trainings und Sessions den Einsatz von KI in ihren Geschäftsprozessen zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung neuer KI-Lösungen, sondern auch darum, diese erfolgreich in den Markt zu bringen. Ziel ist es, die digitale Transformation in Österreich voranzutreiben. „Unsere AI Innovation Factory liefert einen wichtigen Beitrag zu mehr Zukunftsorientierung, zu schöneren Projekten, zu besseren Partner-Netzwerken in Österreich, um KI voranzutreiben“, sagt Erlach auf der Pressekonferenz.

Im Wiener Microsoft-Büro wurde ein zentraler Hub geschaffen, der den Austausch, die Zusammenarbeit und den Wissenstransfer fördert. Zudem werden dort Roundtables veranstaltet, in denen relevante Use Cases identifiziert und gezielt weiterentwickelt werden, heißt es vonseiten Microsoft. Zu den Partnern der AI Innovation Factory zählen das ETC Enterprise Training Center, das Austria Wirtschaftsservice (aws), Solvion, CANCOM, EY, Avanade, PwC, paiqo, Tietoevry, KPMG, ACP, Oraylis, Crayon und Zühlke.

„Es geht um Kulturwandel“

Am kommenden Donnerstag wird die AI Innovation Factory offiziell eröffnet – „das größte Event, das jemals in Österreich zum Thema KI stattgefunden hat“, so Erlach. Es werden rund 2.000 Teilnehmende erwartet. Die AI Innovation Factory verfolgt das Ziel, den KI-Einsatz zu skalieren. „Wir sehen, dass KI Partnerschaften benötigt Ja, es geht sozusagen nicht nur um reine Technologie, es geht um Kulturwandel. Dafür muss man Partnerschaften gründen“, erklärt Erlach.

Die Initiative soll Unternehmen dabei unterstützen, das volle Potenzial von KI auszuschöpfen und Innovationen am Wirtschaftsstandort Österreich voranzutreiben. Die AI Innovation Factory ist Teil der österreichweiten Digitalisierungsoffensive „Mach heute Morgen möglich“, die 2022 ins Leben gerufen wurde.

„Künstliche Intelligenz ist eine spannende Querschnittstechnologie, die alle Wirtschafts- und Lebensbereiche durchdringt. Um das volle Potenzial für die Wirtschaft zu realisieren und breite Akzeptanz zu schaffen, braucht es vertrauenswürdige KI“, so Hannes Schwetz, Programmverantwortlicher AI-Adoption beim Austria Wirtschaftsservice (aws).

KI soll für alle zugänglich und verfügbar sein

Besonders für mittelständische Unternehmen stellt der Zugang zu Innovationen eine Herausforderung dar. „Die großen Unternehmen würde sagen, dass sie sich leicht tun. Aber die haben die Manpower, die haben die Investitionskraft, um sozusagen KI-Projekte zu starten“, erklärt Christoph Mayer von EY Österreich. Der KI-Einsatz sei dagegen „erschreckend gering“ bei mittelständischen Unternehmen. Auch hier setzt die AI Innovation Factory an: „Wir möchten jeden Menschen und jedes Unternehmen dazu befähigen, mehr zu erreichen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt wird und für alle zugänglich und verfügbar ist – vom Start-up über KMU bis hin zu Großunternehmen”, sagt Erlach.

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Schon seit mehr als einem Jahr ist Reploid nun an der Wiener Börse (und plant bereits den Wechsel in den prime market, wie brutkasten berichtete). Eine große Aktienemission gab es bislang aber nicht. Stattdessen nutzte das Welser Insektenzucht-Scaleup auch nach dem Listing andere Finanzierungsformen, wie eine umsatzbasierte Finanzierung, Crowdinvesting und einen großen Wachstumskredit.

Darlehen werden 2027 verpflichtend in Aktien umgewandelt

Nun kündigte Reploid in einer verpflichtenden Meldung an, bis 31. 12. bis zu 30 Millionen Euro aufnehmen zu wollen und macht dies abermals nicht via Aktienemission, aber mit einem Instrument, das dieser schon recht nahe kommt: Das Scaleup emittiert eine Wandelschuldverschreibung. Dabei wird das nun aufgenommene Kapital verpflichtend zwischen 15. August und 9. September 2027 in Aktien umgewandelt.

Das passiert zum dann aktuellen Aktienkurs bzw. zu einem Durchschnittskurs, allerdings mit einem Discount von 20 Prozent. Bis dahin bekommen die Zeichner:innen auf das formell unbesicherte und nachrangige Darlehen zudem einen Zinssatz von 2,5 Prozent p.a.. Das Angebot richtet sich allerdings nur an einen geschlossenen Kreis. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 100.000 Euro.

Vorteile im Vergleich zu Aktienemission

Die Vorteile für Reploid bei dieser Vorgehensweise liegen indessen auf der Hand. Erstens ist die Wandelschuldverschreibung, im geschlossenen Kreis platziert, regulatorisch deutlich einfacher handzuhaben als eine Aktienemission. So muss etwa kein öffentlicher Prospekt erstellt werden und es gibt keinen aufwändigen Zulassungsprozess. Zweitens hat das Scaleup die Chance, die Unternehmensbewertung bis zur Wandlung so weit zu steigern, dass das aufgenommene Kapital vergleichsweise günstiger wird.

Zweiteres könnte wiederum durch die erfolgreiche Aufnahme des Kapitals als Erfolgsmeldung begünstigt werden. Generell muss sich Reploid nach wie vor beweisen: Der zuletzt veröffentlichte Jahresabschluss 2025 weist zwar an der Oberfläche beachtliche Gewinne aus, bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber eine durchaus komplexe Situation, wie brutkasten analysierte.

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