05.12.2025
KREISLAUFWIRTSCHAFT

Neuartiges Klo von Laufen erstmals bei Großprojekt in Wien eingesetzt

Das Urin-Trenn-WC "save!" wurde von Laufen gemeinsam mit der Wiener Agentur EOOS Design und einem Forschungsinstitut der ETH Zürich entwickelt. Nun wird das Klo, das die Kreislaufwirtschaft vorantreiben soll, im Wiener Wohnbauprojekt "Stadtregal" eingesetzt.
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Das
Das "Stadtregal" im 3. Wiener Bezirk | (c) Expressiv

122 Wohnungen, Ateliers und Geschäftslokale umfasst das kürzlich fertiggestellte „Stadtregal“ des Bauträgers Arwag im 3. Wiener Bezirk. In 40 Wohnungen kommt dabei ein neuartiges Toilettensystem zum Einsatz: „save!“ Das WC trennt durch eine „Urin-Falle“ mit dem „Teekannen-Effekt“ den Urin von Feststoffen, Papier und Spülwasser, die weiterhin in der Kanalisation landen. Damit will man wertvolle Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff sammeln und wiederverwerten.

„Mit save! bringen wir nachhaltiges Abwassermanagement aus der Theorie in den Alltag. Das Stadtregal beweist, dass unsere wegweisende Technologie funktioniert und dass Kreislaufwirtschaft im geförderten Wohnbau machbar ist, und echte Wirkung entfalten kann“, kommentiert Christian Schäfer, Managing Director von Laufen Austria, in einer Aussendung.

Ursprung in der „Reinvent the Toilet Challenge“ der Gates Foundation

„Save!“ wurde von dem auch in Österreich stark vertretenen Schweizer Sanitärkeramik-Konzern gemeinsam mit der Wiener Agentur EOOS Design und dem Wasserforschungsinstitut Eawag der ETH Zürich entwickelt. Die Wurzeln liegen dabei in einem internationalen Forschungsprojekt, der „Reinvent the Toilet Challenge“ der Bill & Melinda Gates Foundation. Vorgestellt wurde das neuartige Klo erstmals 2019.

Schematische Darstellung Urin-Trenn-WC „save!“ | (c) Laufen

„Die Urinfalle, die wir ursprünglich im Rahmen der Gates-Stiftung entwickelt haben, hat mit save! den Sprung in die industrielle Fertigung geschafft. Im Stadtregal sehen wir nun, wie unsere Idee im Alltag wirkt und welche Potenziale noch vor uns liegen“, sagt dazu Lotte Kristoferitsch, Co-Geschäftsführerin von EOOS Next.

Projekt soll Daten liefern – „sehen, dass es noch viele Schritte braucht“

Die von ihr angesprochenen Potenziale sollen auch durch die Auswertung von Daten aus dem Projekt im „Stadtregal“ ergründet werden. „Die daraus gewonnenen Forschungsdaten liefern wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Arwag-Projekte und die Basis für notwendige Pionier:innenarbeit“, sagt Antonia Roither-Voigt, Geschäftsführerin der Arwag Bauträger GmbH.

Denn letztlich liegt für eine flächendeckende Verbreitung des neuartigen Klos noch einiges an Arbeit vor den Projektpartnern und weiteren Playern, wie Laufen-Austria-Geschäftsführer Schäfer ausführt: „Wir sehen, dass es noch viele Schritte braucht, sowohl Forschung als auch politischen Willen. Das eine ist die Toilette, das andere die Verrohrung und das dritte, was man mit dem separierten Urin macht. Aber mit Projekten wie dem Stadtregal ist ein wichtiger Innovationsprozess bereits angestoßen.“

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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