28.11.2023

neptun.ai: Klagenfurter KI-Startup holt sich hohe sechsstellige Förderung

Das in Klagenfurt am Wörthersee ansässige Startup neptun.ai hat die Trend-Analyse-Plattform "HeadlineHunter" entwickelt. Mit der Technologie lassen sich Medientrends erkennen. Das Unternehmen hat nun eine Zusage für eine hohe sechsstellige FFG-Basisprogramm-Förderung erhalten.
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Günther Fliedl (CEO) & Markus Schaffer (CTO/COO) | © Johannes Puch / Neptun Data Processing GmbH

Nicht nur Journalist:innen müssen in ihrer täglichen Arbeit Trends in den Medien im Blick behalten, auch Unternehmen und Organisationen sind gefordert, in ihrer Branche am Puls der Zeit zu bleiben. Eine Lösung dafür bietet das 2019 gegründete Klagenfurter Startup netpun.ai. Das Unternehmen hat eine Trend-Analyse-Plattform namens „HeadlineHunter“ entwickelt.

Technologie analysiert Millionen von Headlines

Für die Plattform kommt eine selbstentwickelte Crawling-Technologie zum Einsatz. Diese Technologie greift Nachrichten-Daten direkt von vielen Online-Quellen einschließlich sozialer Medien ab.

Die Benutzeroberfläche der Plattform | © Neptun Data Processing GmbH

„HeadlineHunter ermöglicht unseren Kunden, das, was in der Welt um sie herum aktuell geschieht, mithilfe von KI besser und schneller zu verstehen. Trends hinter Millionen von Headlines  können innerhalb von Sekunden erfasst werden“, so Markus Schaffer, CTO von neptun.ai.

Mittlerweile nutzen auch zahlreiche Kund:innen aus der Industrie und dem öffentlichen Sektor die Technologie aus Klagenfurt. Dazu zählt beispielsweise das Industrie-Cluster Silicon Alps Clusters oder der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds (KWF).

neptun.ai holt sich hohe sechsstellige Förderung

Für die Entwicklung konnte neptun.ai letztes Jahr ein Investment im sechsstelligen Bereich an Land ziehen. Nun folgt eine FFG-Förderung, die sich im hohen sechsstelligen Bereich bewegt. Die Forschungsförderung soll die „Entwicklung des weltweit ersten – mittels generativer KI automatisierten – vertrauenswürdigen Reporting-Systems für den B2B-Markt ermöglichen“, wie es in einer Aussendung des Startups heißt.

Ein neuer Bewertungs-Algorithmus soll zudem in Verbindung mit eigenen Daten und Servern innerhalb der EU sicherstellen, dass Reports, die von großen Sprachmodellen (Large Language Models) generiert wurden, nicht wie man in der Fachsprache sagt – „halluzinieren“.

Kundengewinnung und KI-Forschung

Mit der FFG-Finanzierung sowie dem sechsstelligen Kapital aus der Investmentrunde möchte neptun.ai sowohl die hausinterne KI-Forschung und Produktentwicklung als auch die Kundengewinnung skalieren. Zudem steht auf der Wachstums-Roadmap die Eröffnung einer ersten  Zweigniederlassung und die Vergrößerung Teams bevor. 

„Die FFG-Förderung ist nicht nur eine  Anerkennung unserer bisherigen Arbeit, sondern vor allem ein Sprungbrett, das es uns ermöglicht, unser Know-how rasch in ein international führendes Produkt  zu überführen und für ein globales Publikum unerlässlich zu machen“, so Günther Fliedl, Universitätsprofessor für Natural Language Processing und CEO von neptun.ai, abschließend.


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Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons
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Im Vergleich zu Österreich hatte Deutschland die Nase bei Startup-Finanzierungen auch in Relation zur Gesamtbevölkerung zuletzt deutlich vorne. Im Vergleich zu den USA steht Österreichs großes Nachbarland aber vor demselben Problem, das auch hierzulande nur allzu gut bekannt ist: Während die Frühphasenfinanzierung im Land noch recht gut abgedeckt werden kann, sind die großen Kapitalbeträge für spätere Wachstumsphasen oft nur in Übersee zu holen – und das immer wieder in Verbindung mit einer Verlegung des Firmensitzes.

„Deutlich mehr privates Kapital“

„Mein Ziel ist, dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können“, sagte der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil nun gegenüber der Nachrichtenagentur „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) im Vorfeld eines Treffens mit der ostdeutschen Startup-Szene. Mit besseren steuerlichen Bedingungen für Startup-Investments wolle die deutsche Regierung daher dafür sorgen, „dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt“.

Zuletzt große Budget-Zusagen für staatliche Finanzierungsvehikel

Zudem sollen größere Startup-Finanzierungen durch deutsche Staatsfonds mehr privates Kapital mobilisieren. Dazu stehen mehrere Vehikel bereit, die zuletzt mitunter Budget-Zusagen im neun- bis zehnstelligen Bereich bekommen haben, etwa „Scale-up Direct“ von KfW Capital, für das bis Ende 2030 eine Milliarde Euro vorgesehen ist, womit Einzelinvestments bis zu 50 Millionen Euro umgesetzt werden können.

Beteiligungsfreibetrag in Österreich weiterhin nur am Wunschzettel

Wie die angedachten steuerlichen Begünstigungen konkret aussehen sollen, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein typisches Modell wäre ein Beteiligungsfreibetrag nach Vorbild des Vereinigten Königreichs, wie er auch von den österreichischen Startup-Stakeholdern seit Jahren gefordert wird. Hierzulande schaffte es diese Maßnahme abermals nicht ins laufende Regierungsprogramm – dem Vernehmen nach vor allem wegen Widerständen des Koalitionspartners SPÖ. Dass nun im Nachbarland mit Lars Klingbeil ein sozialdemokratischer Minister einen solchen Vorschlag von sich aus aufs Tapet bringt, ist in diesem Kontext durchaus bemerkenswert.

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