29.06.2022

NEOH: RAF Camora steigt bei Schokoriegel-Startup ein

Der österreichische Rapper RAF Camora investiert in das Food-Startup NEOH, das bereits früher Promis an Bord holte.
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RAF Camora mag die Schokoriegel von NEOH und investiert kurzerhand in das Startup dahinter: Alpha Republic © NEOH
RAF Camora mag die Schokoriegel von NEOH und investiert kurzerhand in das Startup dahinter: Alpha Republic © NEOH

Der österreichische Rapper RAF Camora wagt sich immer weiter in die Startup-Szene vor. Nachdem er selbst ein Getränke-Jungunternehmen mitgegründet hat, ist diesmal ein Investment in ein Food-Startup dran. Er sei schon immer ein Fan der zuckerfreien NEOH-Riegel gewesen und habe sich nun an dem Startup beteiligt, wie der brutkasten erfuhr.

„Das Konzept von NEOH hat mich von der ersten Stunde an überzeugt, da ich an die Vision der Marke glaube und gerne vielversprechende Projekte unterstütze. Das Investment in die Brand, die zudem aus Wien kommt, war für mich deshalb ein logischer Schritt“, so RAF Camora. Über die Details des Deals und die Höhe des Investments wurde Stillschweigen vereinbart.

Nicht der erste Promi-Investor

Das Food-Startup mit dem zuckerfreien Schokoriegel zählt zu den bekanntesten Startups Österreichs. Erst im Mai gab NEOH die jüngste Finanzierungsrunde in Millionenhöhe bekannt – 2021 gab es gleich zwei Finanzierungsrunden, bei denen unter anderen Investoren auch das Nachrungsergänzungsmittel-Unternehmen Biogena an Bord kam, das seither mit NEOH auch gemeinsam Produkte entwickelt. Zu den prominenteren Investoren von NEOH zählt auch beispielsweise Tennis-Star Dominik Thiem.

Die Geschichte von NEOH

Hinter NEOH steckt eigentlich das Startup Alpha Republic GmbH, das die die Wiener Manuel Zeller, Alexander Gänsdorfer, Patrick Kolomaznik und Adel Hafizovic 2016 gründeten. 2018 traten die Gründer in der TV-Show 2 Minuten 2 Millionen auf und holten sich im Nachgang ein Investment bei Heinrich Prokop, sowie SevenVentures Austria und SevenVentures Deutschland. Das Startup ist bereits seit Jahren bei REWE gelistet, seit 2020 auch in Deutschland, und mittlerweile auch in die USA expandiert.

Vertriebschef fädelte Rapper-Deal ein

„RAF Camora ist eine großartige Persönlichkeit. Wir sind schon seit dem Bestehen von NEOH alle begeisterte Fans von ihm und seiner Musik. So haben wir auch erfahren, dass RAF selbst von Beginn an ein großer Anhänger unserer Produkte ist. Unser Vertriebschef Adel Hafizovic hat daraufhin den Kontakt gesucht und wir waren relativ schnell auf dem Weg zur Partnerschaft“, sagt Manuel Zeller, Gründer und Geschäftsführer von NEOH über das Investment.

NEOH-Gründer Zeller im Podcast über die geheime Riegel-Formel

RAF Camora als Gründer

Raphael Ragucci alias RAF Camora ist der erfolgreichste österreichische Musiker der vergangenen Jahre, hatte vor ein paar Jahren sogar einmal 13 seiner Songs in den Top 14 der heimischen Charts – danach wurde eine neue Regel eingeführt, die das verunmöglicht. Der im 15. Bezirk Wiens aufgewachsene Deutsch-Rapper lebt bereits seit geraumer Zeit in Berlin. Dort arbeitet er schon seit einige Jahren musikalisch erfolgreich mit dem deutschen Rapper Bonez MC (bürgerlich Johann Lorenz Moser) zusammen. Kürzlich haben die beiden auch ein (weiteres) gemeinsames Business in einem anderen Bereich gegründet: Das Getränke-Startup „Wild Crocodile“.

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Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar
Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar

Das Unternehmen konnte sein Standing innerhalb Österreichs in den vergangenen Jahren konstant halten: 2013 in Wien gegründet zählt PlanRadar zu den erfolgreichsten Scaleups im Land – nicht zuletzt wegen seiner anhaltenden internationalen Expansion. Nun legte das Unternehmen seinen Jahresabschluss 2025 und einen begleitenden Lagebericht vor, die nicht nur Einblicke in die Finanzen geben.

Umsatz steigt auf 33,64 Millionen Euro

Aber zunächst zu den zentralen Kennzahlen: Im vergangenen Jahr erzielte die Wiener PlanRadar GmbH, die nach wie vor als Muttergesellschaft der internationalen Gruppe fungiert, Umsatzerlöse in Höhe von 33,64 Millionen Euro nach 31,97 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von 5,24 Prozent. Und das „trotz eines herausfordernden Marktumfelds“ im europäischen Kernmarkt, wie die Geschäftsführung im Lagebericht festhält. Zu beachten ist hier, dass es sich um den Einzelabschluss der GmbH handelt und für die internationalen Tochtergesellschaften keine Zahlen vorliegen. Der ausgewiesene Umsatz enthält auch sogenannte Intercompany-Umsätze, da die Muttergesellschaft ihren Vertriebstöchtern konzernintern Lizenzgebühren für die Softwarenutzung verrechnet.

Als wesentliche Treiber der Entwicklung im Jahr 2025 nennt das Unternehmen „sowohl die Akquise neuer Kunden als auch die Erweiterung bestehender Verträge“. Während der europäische Markt unter den Nachwehen des Rückgangs im Wohnungsbau gelitten habe, sei die Konjunktur in den Wachstumsmärkten MENA (Middle East / Northern Africa) und APAC (Asia Pacific), wo Großprojekte für eine erhöhte Nachfrage sorgten, dynamischer verlaufen, heißt es weiter. Gerade in der MENA-Region hat sich die Gesamtlage bekanntermaßen seitdem geändert: Im Lagebericht weist die Geschäftsführung explizit auf eine erhöhte geopolitische Unsicherheit infolge des Konflikts im Iran hin. Zudem musste ein konzerninternes Darlehen an die Tochtergesellschaft in Dubai bereits vollständig abgeschrieben werden.

Zudem gab es 2025 laut Lagebericht Konsolidierungsmaßnahmen in mehreren Märkten. So wurden die Tochtergesellschaften in Brasilien und der Schweiz im Geschäftsjahr 2025 geschlossen, in Deutschland läuft eine Liquidation und der Rückzug aus Russland dauere aufgrund bürokratischer Hürden weiter an.

Sprung beim Betriebsergebnis (EBIT)

Auf operativer Ebene konnte die PlanRadar GmbH ihre Profitabilität deutlich steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg laut Jahresabschluss von 2,52 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,98 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs von knapp 58 Prozent. „Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzte Ausrichtung des Unternehmens auf effizientes Wachstum wider“, heißt es von der Geschäftsführung dazu im Lagebericht.

Hauptverantwortlich für die verbesserte operative Marge war eine erhöhte Kosteneffizienz. Laut der im Lagebericht enthaltenen Kostenanalyse blieben die Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz konstant bei drei Prozent, während der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 48 Prozent im Vorjahr auf 42 Prozent sank. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg gleichzeitig von 144 auf 157 Personen. Ein Wermutstropfen blieb dabei laut Bericht die Zahlungsmoral mancher Kunden: Wegen Uneinbringlichkeit mussten 2025 Forderungen in Höhe von 344.000 Euro abgeschrieben werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 190.000 Euro im Jahr 2024.

Negativer Finanzerfolg sorgt unterm Strich für Minus

Dem positiven Betriebsergebnis steht beim Finanzerfolg ein Minus von 4,71 Millionen Euro gegenüber (2024: minus 5,55 Millionen Euro). Dieser Posten ist maßgeblich durch Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 6,72 Millionen Euro geprägt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen an (internationale) Tochtergesellschaften. Dem standen teilweise Wertzuschreibungen bei Finanzanlagen in Höhe von rund 393.000 Euro gegenüber. Zudem wurde ein Teil des Darlehens an die italienische Tochtergesellschaft zur Finanzierung in Eigenkapital umgewandelt, womit die Wiener Muttergesellschaft einen entsprechenden Forderungsverzicht übte.

Unterm Strich ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus 732.699 Euro. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahresfehlbetrag (-3,02 Millionen Euro) dabei um mehr als 75 Prozent reduziert werden. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren (-52,89 Millionen Euro) lag der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2025 bei minus 53,62 Millionen Euro.

17 Millionen Euro liquide Mittel

Zur Einordnung der finanziellen Gesamtlage und der Risikostruktur verweist das Unternehmen auch auf seine Barreserven und den operativen Zahlungsstrom. Die liquiden Mittel erhöhten sich demnach auf rund 17 Millionen Euro (2024: ca. 15 Millionen Euro). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg auf 5,38 Millionen Euro nach 3,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Wachstumsaussichten bleiben optimistisch“

Für die Weiterentwicklung setzt PlanRadar laut Lagebericht weiterhin auf Produktinnovationen und Expansion. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 4,06 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und durchschnittlich 37 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Neben KI-gestützten Funktionen hebt das Unternehmen die Markteinführung der Technologie „PlanRadar SiteView 360°“ hervor.

Und wie geht es weiter? „Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleiben unsere Wachstumsaussichten aber optimistisch. Das Unternehmen strebt eine moderate Umsatzsteigerung an, während wir unsere Dienstleistungen über die Bauindustrie hinaus auf Branchen wie Facility Management und Brandschutz ausweiten“, heißt es von der Geschäftsführung.

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