27.11.2024
NOCH 100 TAGE

Neoh: Zuckerfreie „Kopie“ von Bestseller-Süßigkeit vor Release

In 100 Tagen will das Wiener Süßigkeiten-Scaleup Neoh mit einem neuen Produkt einen Bestseller liefern und "das Spiel endgültig verändern".
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Neoh
V.l.n.r.: Adel Hafizovic, Manuel Zeller, Patrick Kolomaznik, Alexander Gänsdorfer | (c) Neoh

Spar, Billa, Metro und Edeka in Deutschland – die (hier nur auszugsweise angeführte) Liste der Handelspartner von Neoh verrät, dass das Wiener Scaleup bei seinem Ziel, die Supermarktregale zu erobern, nicht schlecht da steht. Die Zuckerersatzstoff-basierten Süßigkeiten sind mittlerweile fixer Bestandteil des Sortiments einiger der größten Einzelhändler. Und nicht nur die Liste bekannter Werbebotschafter:innen, sondern auch die Auswahl an Produkten ist in den vergangenen Jahren immer größer geworden.

Neoh-CEO Zeller: „Zeit das Spiel endgültig zu verändern“

Und zu Riegeln, Dragees, Waffeln und Co. soll bald – ganz konkret in 100 Tagen – ein weiteres Produkt hinzukommen, das alles bisher dagewesene in den Schatten stellen soll, wie Co-Founder und CEO Manuel Zeller heute auf LinkedIn anteaserte. Seit zwei Jahren arbeite man intensiv an dem Projekt. Und der Gründer ist sich sicher: „Das wird der neue Bestseller.“ Es sei „Zeit das Spiel endgültig zu verändern“.

„Kinder Bueno ist ein Meisterwerk“

Es geht nämlich um nichts Geringeres, als um eine Alternative zu einem der absoluten Bestseller am Süßigkeiten-Markt in Deutschland und Österreich. „Kinder Bueno ist einer der meist gekauften Snacks in AT und DE und geschmacklich ein Meisterwerk. Den mit Zucker zu kopieren ist schon schwierig genug. Den ohne Zucker quasi unmöglich? Nichts ist unmöglich!“, schreibt Zeller. Um das Gelingen des Vorhabens zu verifizieren, wählte Neoh ein spezielles Test-Setup, wie der Gründer erläutert: „Wir geben unsere Küchenmuster in die klassische Bueno-Packung, lassen die Leute kosten, und fragen wie ihnen das Produkt schmeckt. Die Antwort: Ja lecker, Bueno kenn ich.“

„Supermärkte gehen jetzt schon crazy“

Der Zuspruch der Supermärkte, den man bislang bekommen habe, sei letztlich der „ultimative Beweis“, so Zeller: „Normal dauert das oft Jahre, in dem Fall kamen bis jetzt 100 Prozent Zusagen, und das innerhalb weniger Wochen.“ Die Supermärkte gingen „jetzt schon crazy“. Um welche geplanten Listungen es sich hierbei handelt, will Zeller aber auf brutkasten-Anfrage nicht beantworten. Fest stehe: „In den letzten 100 Tagen ist noch einiges zu tun.“

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Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo
Die Quivo-Geschäftsführer Christoph Glatzl und Georg Weiß | (c) Quivo

Mit rund 55 Millionen Euro Schulden war die Insolvenz des von Katharina Schneider aufgebauten Unternehmens MediaShop im Februar eine der aufsehenerregenderen in diesem Jahr. Zunächst war die Zukunft der Marke ungewiss. Mit dem Unternehmer Christoph Bauer mit One Spot fand sich ein Käufer, der die Marke seit Anfang Juni weiterführte und neu aufstellte. Im Zuge dessen wird nun auch die Logistik am deutschen Markt umgestellt. Dieser ist mit rund der Hälfte der Gesamtumsätze der wichtigste Einzelmarkt des Unternehmens. In den drei Monaten nach dem Neustart Anfang Juni wurden dort nach Unternehmensangaben mit rund 60.000 Bestellungen mehr als vier Millionen Euro Umsatz erzielt.

Neuer Partner im Fulfillment ist das vom österreichischen Gründer-Duo Christoph Glatzl und Georg Weiß geführte Scaleup Quivo, das stark auf Automatisierung setzt. Dieses war 2022 aus der Fusion des Wiener Startup Logsta mit der deutschen Ancla hervorgegangen und hat seinen formellen Hauptsitz in Deutschland, seinen operativen Sitz aber in Wien. Vor etwa einem Jahr machte es mit einer großen Finanzierungsrunde auf sich aufmerksam, wie brutkasten berichtete.

Logistische Herausforderungen durch kurzfristige Peaks

Mit der Logistik-Umstellung von MediaShop in Deutschland werden nun rund 10.000 Paletten Ware vom bisherigen Zentrallager in Augsburg nach Frankfurt verlagert. Das ist aber nur die erste von vielen zu erwartenden logistischen Herausforderungen, will das Teleshopping-Unternehmen seine Präsenz am deutschen Markt doch noch stärker ausbauen. So steigerte man die TV-Einschaltungen in Deutschland seit dem Neustart von zwischenzeitlich nur drei Sendern auf zwölf. International stieg die Zahl der Sender seit dem Neustart von 16 in zwei Ländern auf 50 in fünf Ländern.

Das Geschäftsmodell von MediaShop stelle enorme Anforderungen an Geschwindigkeit und Flexibilität, sagt Quivo-CEO Weiß: „Bei MediaShop zeigt sich besonders deutlich, dass modernes Fulfillment weit mehr ist als Lagerfläche und Paketversand. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Bestellmengen eingehen, müssen Technologie, Prozesse und Personal nahtlos zusammenspielen.“ Die Plattform verbinde unterschiedliche Systeme und automatisiere große Teile der Bestellabwicklung. „Gleichzeitig haben wir die Infrastruktur und die personellen Ressourcen, um auch kurzfristige Nachfragespitzen abzufangen. Genau für solche Wachstumsszenarien haben wir Quivo aufgebaut“, so der Gründer.

„Wir haben MediaShop in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt und sind wieder auf Kurs. Dafür brauchen wir eine Logistik, die nicht nur unser heutiges Bestellvolumen zuverlässig bewältigt, sondern auch mit uns wachsen kann“, kommentiert der neue MediaShop-Inhaber und -Chef Christoph Bauer. „Mit Quivo haben wir einen Partner gefunden, der Technologie, operative Erfahrung und die notwendige Skalierbarkeit verbindet. Das ist für uns insbesondere in einem Geschäft entscheidend, in dem Nachfrage sehr kurzfristig entstehen kann.“

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