15.07.2025
FINANZIERUNG

Neoh erhält umsatzbasierte Millionen-Finanzierung von Tauros Capital

Mit dem frischen Kapital will das Wiener Scaleup Neoh vor allem internationale Kunden im B2B-Bereich erreichen sowie das Produktportfolio erweitern.
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NEOH Gründerteam, v.l.n.r.: Adel Hafizovic (CSO), Alexander Gänsdorfer (CGO), Manuel Zeller (CEO), Patrick Kolomaznik (COO), Copryright: Dominic Berchtold
© Dominic Berchtold - Neoh-Gründerteam, v.l.n.r.: Adel Hafizovic (CSO), Alexander Gänsdorfer (CGO), Manuel Zeller (CEO), Patrick Kolomaznik (COO).

Das auf zuckerfreie Süßwaren spezialisierte Food-Tech-Unternehmen Alpha Republic GmbH (besser bekannt unter Neoh) hat bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt – so beispielsweise 2021, als es 2,4 Millionen Euro über Eigenkapital-Crowdinvesting erhielt (brutkasten berichtete). Auch 2022 konnte sich Neoh ein siebenstelliges Kapital von der auf Revenue-Based Financing spezialisierten Tauros Capital sichern – brutkasten berichtete.
Nun kann Neoh sein Kapital weiter aufstocken und erhält bereits zum zweiten Mal eine siebenstellige Finanzierung von Tauros Capital. Damit soll die Zeit bis zur nächsten Finanzierungsrunde überbrückt werden, sagt Manuel Zeller, Co-Founder und CEO von Neoh.

Umsatzbasierte Finanzierung

Die Tauros Capital Management GmbH zählt in Österreich zu den führenden Anbietern im Bereich Revenue-Based Financing – auf Deutsch: „umsatzbasierte Finanzierungen“. Die Wiener Investmentgesellschaft vergibt Nachrangkapital an Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Dabei übernimmt Tauros laut eigenen Angaben weder Geschäftsanteile noch eine Gesellschafterstellung, sondern ist für einen festgelegten Zeitraum zu einem vereinbarten Prozentsatz am Unternehmensumsatz beteiligt. Die übliche Finanzierungsdauer beträgt fünf bis sieben Jahre.

Maximilian Wittmann, Investmentmanager bei Tauros Capital, sagt:
„Beteiligungen wie an Neoh gefallen mir besonders, da wir tagsüber an der Transaktion arbeiten und ich abends die Produkte im Supermarktregal entdecke. Es freut mich sehr, dass wir Neoh auf ihrem weiteren Weg begleiten dürfen – das Unternehmen hat spannende Jahre vor sich.“

Markteintritt in Großbritannien

Mit dem frischen Kapital sollen vor allem weitere internationale Kunden im B2B-Bereich adressiert sowie der Markteintritt in Großbritannien finanziert werden. Großbritannien stehe dabei besonders im Fokus, da das Land kürzlich eine Zuckersteuer eingeführt hat, heißt es vonseiten des Unternehmens. Damit soll den Zuckerkonsum sowie damit verbundene Zivilisationskrankheiten – wie beispielsweise Diabetes – eindämmen. Zudem will Neoh auch das Produktportfolio erweitern.

Nach der ersten Umsatzbeteiligung durch Tauros Capital im Jahr 2022 hat Neoh sein Produktangebot bereits ausgebaut – zuletzt etwa mit dem Crisp N Cream Riegel. Auch die Mitarbeiter:innenanzahl ist gestiegen: So beschäftigte Neoh 2022 noch 14 Personen, während es heute bereits 20 sind.

Zuckerfreie Alternativen werden immer beliebter

Mit seinen zuckerfreien Süßwaren will Neoh gegen das globale Gesundheitsrisiko ankämpfen. Laut dem Unternehmen muss man trotz Zuckerersatzprodukt nicht auf Geschmack verzichten, da Zero+ „nahezu identisch“ schmecke wie herkömmlicher Zucker.

Der Zuckersatz Zero+ in Neohs Produkten besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Ballaststoffen und Präbiotika, die sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken sollen, heißt es weiter.

Großhandelsketten wie Spar, Rewe Austria, Dunkin’ Donuts und Anker sind bereits Kooperationen mit Neoh eingegangen.

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KI-Agenten werden in Firmen immer mehr verwendet. | Symbolbild (c) Envato

Die aktuelle internationale Studie „State of AI 2026“ von McKinsey zeigt, dass immer mehr Unternehmen KI im beruflichen Alltag einsetzen. Dafür wurden 1.719 Personen in 97 Ländern befragt. Fast neun von zehn Teilnehmer:innen nutzen KI regelmäßig in mindestens einer Geschäftsfunktion. Auffällig ist der rasante Aufstieg der agentenbasierten KI (Agentic AI). Vor allem Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar treiben diese Entwicklung voran. 40 Prozent dieser Konzerne skalieren KI-Agenten bereits, im Vorjahr waren es noch 27 Prozent. Bei kleineren Unternehmen blieb dieser Anteil hingegen mit 22 Prozent nahezu unverändert.

Besonders Software-Programmieragenten verändern die IT-Budgets und Beschaffungsstrategien nachhaltig. Fast ein Drittel der befragten Organisationen (32 Prozent) gibt an, sich gegen den Kauf von externen Softwareprodukten oder -funktionen entschieden zu haben. Der Grund: Sie können diese Funktionalitäten nun mithilfe von Programmieragenten intern selbst entwickeln. Technologie-, Gesundheits- und Beratungsunternehmen sind hierbei die Vorreiter.

Finanzieller Erfolg gering, aber Mitarbeiter:innen profitieren

Trotz der tieferen Durchdringung und der neuen Möglichkeiten bei der Softwareentwicklung spiegelt sich der KI-Boom noch nicht überall im unternehmensweiten finanziellen Erfolg wider. Der Anteil der Unternehmen, die einen positiven Beitrag der KI zum operativen Gewinn (EBIT) verzeichnen, liegt unverändert bei 37 Prozent.

Gleichzeitig profitieren die Mitarbeiter:innen auf individueller Ebene: 80 Prozent der Befragten berichten, dass KI ihre persönliche Produktivität verbessert hat, und 50 Prozent treffen dank der Technologie laut eigenen Angaben bessere Entscheidungen am Arbeitsplatz. Ein Problem beim Einsatz hochentwickelter KI-Modelle sind allerdings die Betriebskosten. Rund 20 Prozent der Organisationen geben an, dass ihre Nutzung dadurch eingeschränkt ist. Dennoch bleibt die Investitionsbereitschaft hoch: 60 Prozent der Befragten erwarten, dass ihr Unternehmen die Ausgaben für Künstliche Intelligenz im kommenden Jahr weiter steigern wird.

Jobabbau rückt in den Fokus

Die Erwartungen hinsichtlich der Auswirkungen auf die Belegschaft verändern sich ebenfalls. Aktuell gehen 39 Prozent der Befragten davon aus, dass der KI-Einsatz im kommenden Jahr zu einem Rückgang der Gesamtbeschäftigung in ihrer Organisation führen wird. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 32 Prozent. Tatsächlich blieben die realen Auswirkungen bisher deutlich hinter den Prognosen zurück. Nur 14 Prozent berichten von einem tatsächlichen, durch KI bedingten Personalabbau in den letzten zwölf Monaten. Eine Mehrheit von 66 Prozent verzeichnete in diesem Zeitraum keine oder kaum Veränderungen bei der Mitarbeiter:innenzahl.

KI-High-Performer

Die Studie beleuchtet auch eine kleine Gruppe sogenannter „KI-High-Performer“, die etwa sechs Prozent der Befragten ausmachen. Diese Unternehmen verzeichnen signifikante finanzielle Erfolge und setzen die Technologie anders ein. Sie nutzen KI nicht nur zur Effizienzsteigerung, sondern gezielt für Wachstum und Innovation. Zudem gestalten sie ihre Arbeitsabläufe grundlegend um, anstatt KI lediglich in bestehende Prozesse zu integrieren. Diese strategische Herangehensweise könnte für andere Organisationen wegweisend sein, um den Sprung von individueller Produktivität zu echtem wirtschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

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