14.01.2026
REFERENZKUNDE

Neoalp: Wiener Startup hilft Semperit bei der Einführung humanoider Roboter

Humanoide Roboter halten mittlerweile in der Industrie Einzug. Nach dem Prinzip Plug-and-play geht das allerdings nicht. Das Wiener Startup Neoalp hilft bei der Einführung.
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Die Neoalp-Gründer (vl.) Mathias Hazibar, Christian Tauber und Ionut Vaida | (c) Neoalp
Die Neoalp-Gründer (vl.) Mathias Hazibar, Christian Tauber und Ionut Vaida | (c) Neoalp

Bis vor nicht allzu langer Zeit hätte man es wohl eher jenem Bereich der Science Fiction zugeordnet, der vermutlich nicht Realität wird: humanoide Roboter, die in der Fabrik arbeiten. Aber es kam bzw. kommt anders. Neben den altbekannten Produktionsrobotern kommen neuerdings auch immer mehr autonome Roboter – darunter auch humanoide – in der Industrie und anderen Branchen wie etwa Logistik und Healthcare zum Einsatz.

Neue KI-Modell-Klasse in der Robotik

Möglich macht das nicht nur der Fortschritt bei der Hardware, sondern auch und vor allem die jüngeren Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Doch einen humanoiden Roboter zu gewünschten Handlungen zu befähigen, ist noch etwas komplexer als bei einem Chatbot, erklärt Christian Tauber. Er ist einer von drei Co-Foundern des Wiener Startups Neoalp, das Unternehmen bei der Einführung von humanoiden und anderen autonomen Robotern unterstützt.

„Anders als bei Chatbots spricht man hier in der Robotik von einer neuen KI-Modell-Klasse, nämlich den sogenannten ‚Vision-Language-Action-Modellen‘. Diese müssen nicht mehr nur Text verarbeiten und erzeugen können, sondern Sprache verstehen, Sensorikdaten wie Kamera, Lidar und Tiefenkamera verarbeiten und daraus präzise Handlungen ableiten“, so Tauber. In diesen „Actions“ müssten die Dutzenden Motoren des Roboters angesteuert und dabei die digitalen Anweisungen des Modells in physische Aktionen übersetzt werden.

Neoalp: Synthetische Daten ergänzen Datenerhebung vor Ort

Die Roboter und auch die KI-Modelle dafür sind entwickelt – Neoalp macht weder das eine noch das andere selber – die Umsetzung steht und fällt letztlich aber mit dem Training, argumentiert der Gründer. „Während LLMs von der riesigen Menge frei verfügbarer Textdaten im Internet profitieren konnten, fehlt es in der Robotik genau an solchen Daten. Es existieren kaum ausreichende Video-, Sensor- und Haptikdaten, die reale industrielle Tätigkeiten realistisch abbilden“, so Tauber.

Hier kommt Neoalp ins Spiel. „Konkret erheben wir zunächst reale Trainingsdaten in industriellen Szenarien. Diese Daten werden anschließend mithilfe von KI vervielfacht indem synthetische Daten auf Basis der realen Daten erzeugt werden. Auf dieser Basis trainieren, validieren und härten wir die Modelle, bis sie robust, sicher und industriefähig sind“, erklärt der Gründer. Zentrale Kompetenz des Startups sei also der Aufbau durchgängiger Pipelines für reale und synthetische Datengenerierung, Modelltraining, Simulation und Validierung.

Semperit nutzt humanoide Roboter in der Fertigung

Damit konnte auch Semperit, globaler Hersteller von industriellen Polymerprodukten und -lösungen, als Kunde gewonnen werden. Gemeinsam mit Neoalp und Projektpartner Cancom wird nun am Einsatz humanoider Roboter in der Fertigung gearbeitet. „Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist dabei der Aufbau der Datenbasis für das Training der Robotik-Intelligenz. Diese Trainingsdaten – also reale, von Menschen demonstrierte Handgriffe, ergänzt durch synthetische Daten – sind das ‚Gold‘ der humanoiden Robotik“, sagt Tauber. Sie würden die Grundlage dafür bilden, dass Roboter komplexe, reale Tätigkeiten zuverlässig erlernen können. Für Semperit entstehe damit zudem ein langfristig strategisch wertvolles Asset: „die Digitalisierung von implizitem Produktions-Know-how“.

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Johannes Braith, Co-Founder und CEO von Storebox | © brutkasten
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Das Wiener Selfstorage- und Logistik-Sclaeup Storebox baut seine B2B-Sparte – mit der Versandlösung Drop-off – weiter aus. Konkret durch Studienkreis, eine Tochtergesellschaft von GoStudent, als neuen Kunden. Nach einer Pilotphase werden aktuell über 100 Sendungen pro Woche von Storebox abgewickelt.

Storebox-Ziel: Versandprozesse vereinfachen

Mit Drop-off können Pakete nach der Online-Buchung direkt an einem der urbanen Standorte rund um die Uhr abgegeben werden. „Unser Ziel ist es, Versandprozesse radikal zu vereinfachen. Unternehmen sollen flexibel skalieren können, ohne eigene Logistikstrukturen aufbauen zu müssen“, erklärt Johannes Braith, CEO und Co-Founder von Storebox.

Und Marc Ellmer, Head of Purchasing & Real Estate bei Studienkreis, ergänzt: „Mit Storebox haben wir eine Lösung gefunden, die sich nahtlos in unsere Prozesse integriert und uns die notwendige Flexibilität im Versand gibt. Besonders die einfache Abwicklung ist für uns entscheidend.“

Auch weitere Startups Kunden

In der erwähnten Pilotphase wurden mehr als 600 Sendungen über das Storebox-Netzwerk abgewickelt. Nach dem vollständigen Onboarding von Studienkreis rechnet das Unternehmen mit weiter steigendem Versandvolumen.

Laut Storebox wird die Drop-off-Lösung inzwischen von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen genutzt, um Versandprozesse flexibler zu organisieren. Neben Studienkreis zählen dazu unter anderem HelloBello und Journi.

Storebox: Ausbau der Lösung im Fokus

Die Anwendungsfälle reichen dabei von E-Commerce über Bildungsanbieter bis hin zu international tätigen Scaleups. „Viele Anbieter kämpfen mit hohen Kosten und organisatorischer Komplexität. Mit dem Drop-off-Service lösen wir dieses Problem. Unser Angebot ist die Antwort für Unternehmen, die eine agile, schnelle Abwicklung ohne eigene Logistikinfrastruktur suchen und bietet damit eine leistungsstarke Alternative zu traditionellen Postdiensten“, sagt Braith.

In den kommenden Monaten plant Storebox, die Drop-off-Lösung weiter auszubauen und zusätzliche Kund:innen an das Netzwerk anzubinden. Ziel ist es, die bestehende Infrastruktur noch stärker als Plattform für urbane Logistiklösungen zu etablieren und den „Zugang zu effizientem Versand für Unternehmen jeder Größe“ zu vereinfachen.

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