16.12.2022

NeedNect Solutions: Lesachtaler Startup gewinnt internationalen Travel-Startup-Award

Das Kärntner Startup NeedNect Solutions hat eine Plattform entwickelt, die Hotels und Gäste nach der Buchung miteinander vernetzt. Für die Datenmanagement-Lösung wurde das Startup im Rahmen der VIR/TIC Travel Industry Startup Nights  zum "Travel Startup of the Year 2022" ausgezeichnet.
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NeedNect
Ines Ganner und Fabio Wilhelmer bei der Preisverleihung | (c) Offblende

Das im Lesachtal in Kärnten angesiedelte Startup NeedNect Solutions wurde 2019 von Ines Ganner, Fabio Wilhelmer und Raphael Duhs gegründet. Das Startup hat eine Plattform entwickelt, die Hotels und Gäste nach der Buchung miteinander vernetzt. Hotels sollen so wichtige Informationen vor der (Erst-)Ankunft erhalten, um sich auf die ankommenden Gäste vorzubereiten und den Aufenthalt besser zu planen. Zudem möchte NeedNect Solutions auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, indem über die Plattform der Einsatz von Ressourcen geplant werden kann. Im Rahmen des Events Teller statt Tonne, das der brutkasten Anfang Feber 2022 gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice umsetzte, wurde NeedNect als Lösung gegen die Lebensmittelverschwendung präsentiert.

NeedNect Solutions erzielt internationalen Erfolg

Das Gründertrio darf sich nun über einen international Erfolg freuen. Im Rahmen der Startup Nights 2022 vom Travel Industry Club und dem VIR Verband Internet Reisevertrieb hat es den ersten Platz geholt und wurde zum „Travel Startup of the Year 2022“ ausgezeichnet. Ein weiteres österreichisches Startup hublz nahm ebenfalls an der Endrunde des internationalen Wettbewerbs teil. Österreichische Travel Startups stellten zwei der insgesamt sieben Finalisten aus der DACH-Region.

Startup setzt sich gegenüber 60 Bewerber:innen durch

Insgesamt hatten sich über 60 Jungunternehmer:innen an den diesjährigen sechs Travel Startup Nights in Städten der DACH-Region von TIC und VIR beteiligt und dabei um den Finaleinzug zum Jahresende gewetteifert, das in Frankfurt veranstaltet wurde. Den Siegern winkte ein Preispaket im Wert von über 80.000 Euro. Bewertet wurden die Finalisten nach fünf Kriterien: Innovationskraft, Geschäftsmodell, USP, Relevanz in der Branche sowie Gründer/Team. 80 Prozent der Beurteilung machte das Ergebnis der 30-köpfigen Jury aus, 20 Prozent zählten jedoch auch die Stimmen der Zuschauer:innen, die das Startup Finale live sowie virtuell verfolgten.

Travel Startup Nights kommen nach Österreich

Die neue Reihe der Travel Startup Nights 2023 wird am 19. Januar 2023 eingeläutet. Bewerbungen können noch bis zum 9. Januar 2023 eingereicht werden und Anmeldungen sind bereits jetzt möglich. Die Startup Night in Österreich findet am 15. März 2023 anlässlich der salz21 in Salzburg statt.


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Die Aitiologic-Gründer (vlnr.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic
Die Aitiologic-Gründer (v.l.n.r.): Andreas Posch, Stephan Beisken und Achim Plum | (c) Aitiologic

Im Oktober 2024 verließ das Wiener Startup Aitiologic den „Stealth Mode“. Damals hatte es 2,5 Millionen Euro an Investments und Förderungen eingesammelt. Jetzt folgt eine Seed-Finanzierung über 6,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab.

Angeführt wird die Runde von den Healthcare-Investoren Heal Capital und Ananda Impact Ventures. Die bisherigen Investoren Push VC und Lana Ventures sind wieder dabei. Dazu kommen laut Startup mehrere Biotech-Gründer, die bereits Börsengänge und Exits hinter sich haben.

Ein Bluttest, der zeigt, was im Gewebe passiert

Aitiologic entwickelt die Plattform „Aitios“. Sie untersucht zellfreie DNA im Blut und wertet die Daten mit KI aus. Das Ziel: Aus einer normalen Blutprobe soll sich ablesen lassen, aus welchem Gewebe die DNA stammt und was dort gerade passiert. Die Technologie geht auf Forschung von Gründer und CEO Andreas Posch bei Siemens Healthineers zurück. Aitiologic hat sie exklusiv lizenziert.

2024 sprach das Startup noch allgemein von Krebs- und Pränataldiagnostik. Nun ist die erste Anwendung klar: die Risikoabschätzung für Präeklampsie im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Bluthochdruck-Erkrankung betrifft laut Aussendung geschätzt drei bis acht Prozent aller Schwangerschaften. Sie ist eine der wichtigsten Ursachen für Todesfälle von Müttern und Föten weltweit. Aitiologic will dafür dieselbe Blutprobe nutzen, die ohnehin für den nicht-invasiven Pränataltest (NIPT) abgenommen wird. Eine zusätzliche Blutabnahme wäre also nicht nötig.

Eine erste Studie mit Kypros Nicolaides und dem Fetal Medicine Research Institute habe gezeigt, dass sich damit das Präeklampsie-Risiko einschätzen lässt, so das Startup. Jetzt läuft eine größere Studie mit der Fetal Medicine Foundation, an der mehr als 1.000 Schwangere teilnehmen. „Wir sind von einer Technologie-Hypothese zu publizierten klinischen Daten gekommen“, sagt Posch. Das frische Kapital soll in diese Studie und in die Produktentwicklung fließen.

Oxford-Nanopore-Mitgründer im Beirat, neue Chief Medical Officer

Mit der Finanzierung holt Aitiologic zwei bekannte Namen an Bord. Gordon Sanghera hat Oxford Nanopore Technologies mitgegründet, ein britisches Unternehmen für DNA-Sequenzierung. Er führte es 21 Jahre lang als CEO, vom Spinoff der Universität Oxford bis zum Börsengang in London. In der Aussendung wird er als „Pionier der Molekulardiagnostik“ bezeichnet. Für Aitiologic ist das relevant, weil die eigene Plattform auf der Sequenzierung von DNA aus dem Blut aufbaut: Sanghera bringt also Erfahrung mit dem Aufbau, der Finanzierung und der Skalierung genau dieser Art von Technologie mit. Er investiert in die Runde und wird Mitglied des Beirats. Die ersten klinischen Daten von Aitiologic seien „sehr ermutigend“, sagt Sanghera.

Neue Chief Medical Officer ist Rebecca Ertl. Sie ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe und hat ein nach eigenen Angaben führendes Zentrum für Pränataldiagnostik in Österreich gegründet. Bei Aitiologic verantwortet sie die medizinische Strategie, zunächst für das Präeklampsie-Programm. Ertl nennt bereits ein mögliches nächstes Thema: Man prüfe, ob der Bluttest auch bei Schwangerschaftsdiabetes früher Hinweise liefern könne.

Neben dem Risikokapital erhält Aitiologic Förderungen von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Austria Wirtschaftsservice (aws) und der Wirtschaftsagentur Wien. Dazu kommt Unterstützung über den Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Rahmen von InvestEU. Zugelassen ist die Plattform noch nicht, sie befindet sich weiterhin in der Entwicklung.

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