09.10.2025
SECURITY

Navq: Foreus-Founder starten Sicherheits-App für Reisende

Der Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen soll künftig via App funktionieren. Navq bringe dabei ein globales Lagezentrum direkt in die Hosentasche von Nutzer:innen, wie die Founder erklären.
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Foreus, Navq, App für Reisen
© Foreus

„In einer vernetzten Welt, die von Fake News und hybriden Kriegen – von Cyberangriffen bis zu Blackouts – geprägt ist, geben wir den Menschen Zugang zu Informationen, die bisher nur Privilegierten vorbehalten waren“, sagt Stefan Embacher, Founder des Krypto-Crime Startups Foreus – brutkasten berichtete.

Foreus stellte sich neu auf

Anfänglich legten Embacher, Co-Founder Ricardo Hager, Georg Coester und Jakob Brandstätter den Fokus auf Krypto-Räuber. 2023 stellten sich aber neu auf und sammelten Informationen aus dem Netz zu Betrugsdelikten, um so mittels Indizien eine Grundlage für Strafverfahren zu schaffen. Nun geht man einen Schritt weiter.

Am 13. Oktober wird die App Navq gelauncht, die über die Aggregation von Daten hinausgeht. Sie bringt globale Sicherheits-Infos, Live-Streams und Security-Alerts direkt aufs Handy, wie Hager erklärt.

„Mit Navq wollen wir es schaffen, dass Nutzer in Krisensituationen, bei einem Brand, Hacker-Angriffen oder Kriegsszenarien, wissen, was sie tun müssen“, sagt er. „Gleichzeitig wollen wir für Vielreisende ein Bewusstsein schaffen, wie die Lage in den jeweiligen Ländern ist und wohin man sich bei Problemen wenden kann. Botschaft auf Knopfdruck etwa. So können wir Sicherheits- und Krisennavigation für die Hosentasche schaffen.“

Navq: Kameras, Medien und Community

Die App von Foreus funktioniert dabei auf mehreren Ebenen. Man greift auf Open-Source-Kameras zurück, sodass User:innen per Live-Feed die jeweiligen Orte selbst überprüfen können. Zudem liefert man Medienberichte als globale Sicherheitsmeldungen, gebündelt und verifiziert.

„Wir haben im aktuellen Desinformationszeitalter beschlossen, Medien, die im jeweiligen Land öffentlich angesehen sind, zu implementieren“, erklärt Hager das Kriterium hierbei. „Etwa ORF bei uns oder ARD in Deutschland.“

Angesprochen auf problematische und regierungsgesteuerte Medien in diversen Ländern, weist der Co-Founder darauf hin, dass man auch hierbei erkennen könne, wie sich die öffentliche Wahrnehmung verhalte und sehe, was propagiert wird.

Eine weitere Ebene der Informationsgewinnung für User:innen betrifft „Social Intelligence Media“ – eine Plattform, auf der sich Menschen vernetzen, Wissen austauschen und ihre Vorbereitung aktiv stärken können sollen.

Panoptisches Prinzip

Das Konzept von Foreus basiert hierbei – vor allem beim Cam-Nutzungs-Angebot des Startups – auf dem panoptischen Prinzip im Sinne von „durch Überwachung entsteht
Sicherheit. Wer sich beobachtet fühlt, passt sein Verhalten an.“

Was jedoch nach „totaler Überwachungsmöglichkeit“ klingt, wird von Hager dementsprechend entkräftet, dass jegliche User:innen insofern nur auf jene Kameras zugreifen können, die bereits öffentlich einsehbar sind. „Womit wir es schaffen, etwa aus der Ukraine ein Live-Bild zu bekommen, damit man in Echtzeit die Lage prüfen kann. Wir bauen nichts ein, alles ist öffentlich. Zu den bisherigen 1.000 Kameras, auf die wir zugreifen, kommen wöchentlich 100 dazu.“

Foreus: „Predictive Intelligence“

Künftig ist es der Plan von Foreus, jedes Land sichtbar zu machen, inklusive Präsidentenprofile zu den jeweiligen Ländern und politischer Einordnung. Und Schnittstellen einzubinden, über die Konflikte oder Naturkatastrophen dargestellt werden. Daten sollen zudem mit einer „Predictive Intelligence“ trainiert werden, um zukünftige Ereignisse vorherzusagen – beispielsweise mit einer prozentuellen Wahrscheinlichkeit, dass Naturkatastrophen eintreten könnten.

Geplant ist außerdem die Integration von Seismographen und weiteren Sensoren. Wenn beispielsweise die Stromfrequenz abfällt, soll das System frühzeitig vor einem möglichen Blackout warnen. Allgemeines Ziel ist es, bis Ende des Jahres die historischen Informationen vollständig einzubinden und die „Predictive Intelligence“ bis Ende 2026 so weit zu entwickeln, dass sie zuverlässige Vorhersagen in diesem Bereich liefern kann.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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