05.04.2022

Natierlich: Grazer Startup kämpft mit Kräutern gegen Zecken auf Hunden

Natierlich von Gründerin Cornelia Riegelnegg bietet eine ganze Reihe von natürlichen Kräutermischungen für Hunde für verschiedene Beschwerden.
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Gründerin Cornelia Riegelnegg mit Bulldogge Ozzy | (c) Natierlich
Gründerin Cornelia Riegelnegg mit Bulldogge Ozzy | (c) Natierlich

Der Frühling ist da – und mit ihm auch die Zecken-Saison. Nicht nur für Menschen können die leinen Tierchen als Krankheitsüberträger von Borreliose und FSME gefährlich werden. Auch Hunde können durch sie mit einer Reihe von Krankheiten infiziert werden – neben den genannten etwa auch die als „Hunde-Malaria“ bezeichnete Babesiose oder die Anaplasmose, die beide im schlimmsten Fall ebenfalls lebensgefährlich sein können. In der Zecken-Bekämpfung bzw. -Prävention sind Chemikalien üblich. Das Grazer Startup Natierlich will mit einer natürlichen Alternative auf Kräuter-Basis punkten.

Natierlich: Kräutermischungen statt Nervengift gegen Zecken

Die chemischen Zeckenschutzmittel seien zwar stark wirksam, würden jedoch auch einige Gefahren in sich bergen, heißt es vom Startup: „Denn sie enthalten meist Wirkstoffe, die in Form von Nervengiften wirken. Chemische Zeckenmittel können also nicht nur für die Zecken, sondern natürlich auch für unsere Hunde schädlich sein“. Nebenwirkungen, die auch erst Wochen später auftreten können, seien etwa Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Epilepsie oder Lähmungen. Wie sich die Präparate langfristig auf den Organismus des Hundes auswirken, sei nicht bekannt.

Natierlich nutzt in seiner Kräutermischung „Zeckenfrei“ unter anderem Zistrosenkraut und Bierhefe, die beide erwiesenermaßen gegen Zecken schützen. Es war das erste Produkt, das die Gründerin, Pharmazeutin Cornelia Riegelnegg, entwickelt hat. „Ich begann mein Wissen rund um natürliche Heilkunde aufzuarbeiten und mischte die erste Kräutermischung zusammen. Nachdem mein Hund damit das ganze Jahr über beinahe zeckenfrei blieb kamen immer mehr Anfragen befreundeter Hundebesitzer, die ihrem Hund diese Kräuter auch geben wollten“, erzählt sie auf ihrer Page.

Inzwischen mehrere weitere Produkte

Inzwischen gibt es auch mehrere weitere Natierlich-Kräutermischungen für unterschiedliche Zwecke und Beschwerden. So gibt es etwa eine beruhigende Mischung ebenso wie solche für Stoffwechsel, Immunsystem, Haut oder Verdauung. Gekauft werden können die Produkte im Online-Shop des Startups für rund 30 Euro pro 75 Gramm-Dose.

Wer mehr über Natierlich erfahren möchte, hat am Dienstagabend bei „2 Minuten 2 Millionen“ die Gelegenheit dazu. Außerdem in der Show: Karma FoodDu backst das und Balcosy.

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NATO,Startup,Fonds
Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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