06.12.2023

NASDAQ gratuliert refurbed zum Millionen-Investment per Nachricht am Times Square

Wenn sich NASDAQ bei dir meldet, weiß man, dass man viel richtig gemacht hat. So erging es Kilian Kaminski und Co. von refurbed.
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refurbed, nasdaq
(c) Kaminski - Die Gratulationsschrift an refurbed.

Erfolg für refurbed: Der internationale Börsenbetreiber NASDAQ kam vor wenigen Tagen auf das Gründer-Trio Peter Windischhofer, Jürgen Riedl und Kilian Kaminski zu und hat ihnen zu ihrer jüngsten Finanzierungsrunde gratuliert, über die der brutkasten berichtete. Dies tat die US-Börse mittels Nachricht auf dem Nasdaq Tower in New York City am „Northwest Corner“ des Times Square.

refurbed und das konservative Klima

„Unser Logo und ihre Botschaft in New York zu sehen, ist etwas, von dem wir nie geträumt hätten – aber es unterstreicht wirklich ein paar verschiedene Dinge, auf die wir mehr als stolz sind“, schreibt Kaminski auf LinkedIn.

Damit meint er den Abschluss der Finanzierungsrunde in einem „konservativen Förderklima“, der zugleich ein Meilenstein für refurbed sei und einen Indikator dafür darstelle, dass die Startup-Szene nach den Turbulenzen der letzten Monate wieder da ist.

Bedeutung des Sanierungssektors

Auch dass die Bedeutung des Sanierungssektors als wichtige Säule im Kampf gegen den Klimawandel immer mehr erkannt werde, und dass das „Potenzial und die Chancen, die Investoren in refurbed sehen, endlos sind“, führt der Founder hier als Firmenerfolg an.

Impact und Profit bei refurbed

Insgesamt ist die NASDAQ-Aktion nach der Finanzierungsrunde Anfang November und der Verpartnerung mit Dyson Ende des Vormonats eine weitere Anerkennung für das Wiener Scaleup.

Kaminski dazu in einem Kommentar unter seinem Post: „Wir sind sehr stolz darauf, diese Vorbildfunktion zu übernehmen und zu zeigen, dass beides möglich ist – positive Auswirkungen und wirtschaftlicher Erfolg. Und wir hoffen, dass wir noch viele weitere Menschen dazu inspirieren können, sich uns anzuschließen und unsere Konsumgewohnheiten zu ändern.“

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Startups im DefenseTech Bereich könnten einen Aufschwung erleben. (c) pexels

In Österreich unterliegen Rüstungsbetriebe strengen Export- und Herstellungskontrollen, primär geregelt durch das Kriegsmaterialgesetz und das Außenwirtschaftsgesetz. Um der Rüstungsindustrie die Arbeit zu erleichtern, will Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) die gesetzlichen Rahmenbedingungen nun lockern. Unsicherheiten sollten entfernt werden und Exporte schneller und einfacher über die Bühne gehen, so der Minister gestern gegenüber der „Zeit im Bild“ (ZIB) des ORF bei einem Besuch eines Rheinmetall-Werks in Wien. Die Finanzierung von Rüstungssaufträgen sei ein wesentliches Finanzierungsvehikel für heimische Industrie und Betriebe.

„Neutralität ist oberstes Gut“

Gleichzeitig sagte er, dass diese Schritte keinen Einfluss auf die Neutralität haben sollen. „Die Neutralität ist oberstes nationales Gut, das es zu schützen gilt. Wir dürfen aber durch die Neutralität nicht in eine Situation kommen, dass unsere Betriebe gewisse Aufträge nicht abarbeiten können.“

Ob sich die strikte Trennung von wirtschaftlichem Profit und militärischer Neutralität in Österreich in der Realität so aufrechterhalten lässt, wie es die Politik erhofft, bleibt angesichts der verankerten juristischen Hürden abzuwarten. Für die heimischen Startups und Unternehmen im Defense- oder auch Dual-Use-Bereich sind die geplanten Lockerungen jedenfalls eine Chance, sich auf dem europäischen Markt noch stärker zu etablieren.

Diskretion und Dual Use

Dass die Vereinbarkeit von wirtschaftlichem Potenzial und der Neutralität in Österreich nicht gerade einfach ist, wissen auch Founder:innen. Dem Thema DefenseTech wird in Österreich traditionell mit großer Diskretion begegnet. Kein Wunder, hat sich das Land schon vor 71 Jahren der Neutralität verpflichtet. Reine DefenseTech-Startups findet man hierzulande kaum, die meisten agieren im sogenannten „Dual Use“-Bereich. Das bedeutet, ihre Produkte lassen sich nicht ausschließlich im militärischen, sondern auch im zivilen Bereich einsetzen. Neben dem teils kritischen Ansehen der Industrie, gibt es weiters auch Strafen für Unternehmen, wenn deren Produkte für Kriegsparteien bereitgestellt werden.

3,3-Milliarden-Euro-Industrie

Trotz der strengen Auflagen leistet die Rüstungsindustrie in Österreich ihren wirtschaftlichen Beitrag: Laut Industriemagazin erwirtschaftet die Branche jährlich etwa 3,3 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und es haben sich in den letzten Jahren auch einige Startups im DefenseTech- oder verwandten Bereichen etabliert, die von den Lockerungen profitieren könnten. Viewpointsystem, CycloTech oder Drone Rescue Systems, um ein paar zu nennen – wohl gemerkt alle drei im genannten „Dual Use“-Segment.

Wie groß das Potenzial ist, das durch solche Lockerungen entfesselt werden kann, zeigt ein Blick über die Grenze. Im Nachbarland Deutschland boomt die DefenseTech-Branche. Erst gestern berichtete brutkasten über ein 1,6 Mrd. Euro schweres Investment in das Münchner KI-DefenseTech-Scaleup Helsing – der neue Deutschland-Rekord. Das Unternehmen für Drohnen und unbemannte Kampfflugzeuge wird nun mit 18 Mrd. US-Dollar bewertet. Zuvor holte der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Mrd. US-Dollar.

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