14.04.2023

NASA will deutsches Brettspiel auf den Mars bringen

Die NASA testet eine Mars-Mission in einem Gebäude in Texas. Zum Inventar zählt auch der deutsche Brettspiel-Klassiker "Siedler von Catan".
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Die NASA plant weitere Weltrammission.
(c) ibreakstock/fotolia - Die NASA plant weitere Weltrammission.

Die NASA hat nach langer Wartezeit nun ihren 3D-gedruckten simulierten Mars-Lebensraum enthüllt. In einem Lagerhaus im NASA Johnson Space Center in Houston, Texas sollen die Lebensbedingungen simuliert werden, die auf dem Mars vorherrschen.

NASA will Mars-Mission simulieren

Die Forscher:innen der NASA wollen dadurch Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich der Aufenthalt auf einem fremden Planeten auf die Gesundheit von Astronaut:innen auswirkt. „Egal wie herausfordernd oder groß oder teuer so etwas ist, es ist einfacher als in der Raumfahrt“, sagte Projektleiter Scott Smith dem Guardian.

Das 1.700 Quadratmeter große Gebäude ist nun das neue Zuhause von vier Freiwilligen. Sie verbringen ein ganzes Jahr im Dune Alpha, wie das Bauwerk genannt wird. Ihnen stehen dabei vier Schlafzimmer, zwei Gemeinschaftsbäder sowie ein Gewächshaus zum Anbau von Lebensmitteln zur Verfügung.

PS3 und Siedler von Catan

Zudem gibt es auch eine Krankenstation und eine Erholungslounge. In Letzterer sollen Astronaut:innen entspannen können. Darin finden die Freiwilligen auch Brettspielklassiker, wie Monopoly oder das deutsche Spiel Die Siedler von Catan.

Wer mehr auf Videospiele steht, kann sich im Ambiente von simulierten Mars-Dämpfen die Zeit auch mit einer PS3 oder einer Super Nintendo-Konsole vertreiben. Doch neben dem üppigen Spieleangebot gibt es für die Bewohner:innen auch Aufgaben zu erledigen.

Die Siedler:innen müssen jeden Tag Nahrung anbauen, wissenschaftliche Experimente durchführen und auch den „Fake-Mars“ erkunden. Dabei müssen sie Marswalks simulieren – also langatmige Spaziergänge auf Laufbändern mit Blick auf Wände auf die die Marsoberfläche projiziert wird. Da braucht es zur Abwechslung wohl tatsächlich die eine oder andere Partie Siedler von Catan.

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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