Selbst in einer Pandemie lassen sich Herr und Frau Österreicher das Skifahren und Après-Ski nicht nehmen, wie man in der letzten und auch in dieser Winterzeit gemerkt hat. Die Skilifte sind offen und man darf unter Einhaltung bestimmter Maßnahmen zur psychischen und physischen Erholung auf die Piste. Neben der üblichen Ausrüstung wie Ski, Schuhe, Stöcke und warme Bekleidung gehört auch die FFP2-Maske mittlerweile zur Standardausrüstung. Das Problem: Umgeknickte Ohren oder eine beschlagene Brille. Das Salzburger Startup Naked Optics hat für diese Fälle eine eigene Idee entwickelt.
Clips am Brillenband einhängen
„Wir als Wintersportenthusiasten freuen uns sehr, dass wir im Winter zum Glück nicht auf das Pistenabenteuer verzichten müssen. Unsere Maskenclips kann man am Brillenband befestigen und folglich die Maske einhängen“, sagt das Gründertrio Christoph Fink, Florian Pflanzl und Philipp Scholler.
(c) Naked Optics – Die Naked Optics-Maskenclips zum Skifahren mit FFP-Maske.
Die ersten Produktionsmengen wurden von hauseigenem 3D-Drucker im Büro angefertigt. Als die Nachfrage nach dem Produkt stieg, wandte man sich an einen Vorarlberger 3D-Spezialisten, der nun für Naked Optics produziert.
Naked Optics ein „Garagen-Startup“
Das Startup, das auch Skibrillen im Portfolio hat und davon im Vorjahr 10.000 absetzen konnte, fand seinen Anfang bereits 2013, als die ersten Testmodelle eine ganze Saison mit mehreren staatlich geprüften Skilehrern überstehen mussten. 2014 trudelte dann die allererste Bestellung ein.
Als echtes „Garagen-Startup“, wie sie betonen, lagerten die Founder im gemeinsamen WG-Zimmer und Keller die Brillen und bewarben sie mit einem schlanken Marketing-Budget. Verkauft wurde über den Onlineshop.
„Der tägliche Gang zur Post vor Vorlesungen war uns den ganzen Winter lang ein Vergnügen“, so die Gründer über die Anfänge. „Mittlerweile zählen wir mehrere tausend zufriedene Kunden und sind stolz auf unsere kleine aber feine Naked-Family, die mit uns gemeinsam die schönsten Momente am Berg festhält und teilt.“
Plash: Ex-Nestlé-Entwickler bringt Elektrolyt-Mocktails in die Dose
Gerhard Petzl entwickelte zehn Jahre Produkte bei Nestlé. Mit Plash startet er alkoholfreie Mocktails mit Elektrolyten, seit August in der Schweiz, mit Jahreswechsel in Österreich.
Plash: Ex-Nestlé-Entwickler bringt Elektrolyt-Mocktails in die Dose
Gerhard Petzl entwickelte zehn Jahre Produkte bei Nestlé. Mit Plash startet er alkoholfreie Mocktails mit Elektrolyten, seit August in der Schweiz, mit Jahreswechsel in Österreich.
Wenn Gerhard Petzl eine seiner Plash-Dosen aufmacht, fühlt sich das für ihn ein bisschen nach Urlaub an. Genau dieses exklusive Gefühl will der Gründer mit seinem Getränke-Startup in den Alltag seiner Kund:innen bringen. Seine alkoholfreien Mocktails sollen nach Bar schmecken und nebenbei Elektrolyte liefern. Das Konzept würde die Gen Z mit dem Begriff „Spaßgetränk“ auf den Punkt bringen. Etwas, das man sich zu besonderen Anlässen gönnt, wie ein Gläschen Wein, nur gesünder.
Der Geschmack einer Bar, die Mineralien eines Sportgetränks
Am Anfang der Getränke-Reise stand ein Ärgernis: Sportgetränke liefern Elektrolyte, schmecken aber nicht besonders hochwertig, Softdrinks schmecken, sind aber oft voll mit Zucker oder anderen Konservierungsmitteln. Also entwickelte Petzl, laut eigenen Angaben, den ersten trinkfertigen Mocktail mit Elektrolyten in der EU.
Eine 330-Milliliter-Dose enthält laut eigenen Angaben rund 20 Kalorien, drei Gramm Zucker und bis zu zehn Prozent Fruchtsaft. Zudem sind die Getränke vegan und kommen ohne Konservierungsstoffe aus. Auf künstliche Zuckerfreiheit verzichtet das Startup bewusst: „Der Zucker fungiert als Brücke, die das Geschmacksprofil und die Fruchtnoten stabilisiert“, betont Petzl im Gespräch. Ohne die drei Gramm Zucker würde im Mittelbereich des Körpers der Geschmack absacken – selbst bei der Verwendung von Stevia.
Pro Dose enthält der Hybrid-Cocktail zudem 320 Milligramm Kalium, 120 Milligramm Kalzium, 57 Milligramm Magnesium und 14 Milligramm Natrium in einer Menge, die laut Petzl die gesetzlichen Vorgaben für die Auslobung erfüllt. Ein vergleichbares US-Produkt unterschreite sie. Die gelösten Mineralien zählen zu den teuersten Zutaten, wie der Gründer im Gespräch verrät.
Vom Pastry Chef über Nestlé zum Alleingründer
Ursprünglich kommt Petzl aus der Schokoladenwelt: Über 20 Jahre arbeitete er als Pastry Chef, Chocolatier und Berater in Europa, den USA, Asien und Australien, nach eigenen Angaben mit mehr als acht Goldmedaillen. Danach entwickelte er knapp ein Jahrzehnt lang bei Nestlé in der Schweiz Produkte, von Schokolade bis Babynahrung, und stieg im Sommer 2025 aus.
Eigenfinanzierung und schrittweiser Markteintritt
In puncto Kapitalstruktur geht Plash eigenständige Wege. Petzl ist alleiniger Gründer und verzichtete aktiv auf externes Risikokapital, um die volle Kontrolle über Rezepturen und Unternehmensstrategie zu behalten. Die Produktentwicklung erfolgte in der Schweiz, wo der Webshop im August dieses Jahres eröffnete. Ein Karton mit 24 Dosen wird online für 69,95 Schweizer Franken angeboten.
Parallel bereitet das Startup den Markteintritt in Österreich vor. Die Produktion für den EU-Raum soll künftig direkt in Österreich oder der EU erfolgen, um Logistikwege zu optimieren und Zoll- sowie Mehrwertsteuerhürden zu vermeiden. Der Marktstart im österreichischen Handel verzögert sich aktuell jedoch durch bürokratische Prozesse rund um das nationale Einwegpfandsystem, für das gesetzliche Vertretungen und Registrierungen erforderlich sind.
B2B-Personalisierung und Gastronomie
Um sich im hart umkämpften Getränkesektor durchzusetzen, verzichtet Plash vorerst bewusst auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. „Der Supermarkt ist definitiv der letzte Schritt“, betont Petzl. Stattdessen setzt das Unternehmen auf zwei Säulen: die gehobene Gastronomie, Hotellerie und Event-Szene sowie ein direktes B2B-Modell.
Für Unternehmenskunden bietet Plash personalisierte Drink-Boxen an, die als Mitarbeiter- oder Kundengeschenke positioniert werden. Kleinserien ab 30 Stück können individuell bedruckt und geliefert werden. Nach dem Anlauf im DACH-Raum plant Plash eine schrittweise internationale Skalierung, unter anderem im Mittleren Osten, wo der Lifestyle-Ansatz des alkoholfreien Premiumsortiments greifen soll. Zu Verkaufszahlen äußert er sich noch nicht. Zum Jahreswechsel soll Österreich folgen, mit Vertrieb, Lager und möglichst auch Produktion vor Ort.
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