12.04.2024
FÖRDERUNG

nagene: Wiener BioTech Startup erhält 652.000 Euro an Förderungen

Ein Millioneninvestment aus Hong Kong und ein Angebot, das Gensequenzen in nur fünf Tagen verspricht. Nach erfolgreichen ersten Monaten erhält das BioTech nagene nun eine sechsstellige Förderung.
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Alexander Makula, Natascha Vujicic und Florian Höfig (c) nagene

Nur vier Monate nach Produktionsstart erhielt das in Wien gegründete BioTech Startup ein Investment von einer Million Euro – damals von der Hong Konger Investorin Maggie Luan durch die ML Manna Laaz BeteiligungsgmbH, wie brutkasten berichtete.

Genbausteine in nur fünf Tagen

Gegründet wurde nagene im August 2023. Das Founderteam besetzt Alexander Makula gemeinsam mit Florian Höfig und Natascha Vujicic. Nagene stellt synthetische DNA-Bausteine in nur fünf Tagen her – handelsüblich sei dies nur in sieben bis zehn Tagen möglich. Die produzierten Gene ließen sich folglich unter anderem zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen von Pharmaunternehmen verwenden.

Förderung für Standort und Labor

Nun fließen frische Fördergelder aus dem Heimatmarkt: Konkret handelt es sich dabei um eine Förderzusage der Wirtschaftsagentur Wien in Höhe von insgesamt 652.000 Euro – aufgeteilt in Sachgüter für hochmoderne Laborgeräte sowie in die Förderung „Standort“. Als gefördertes Sachgut wird unter anderem der sogenannte Syntax – als Laborgerät einmalig in ganz Österreich – vorhanden sein.

Mit der Förderung „Standort“ der Wirtschaftsagentur Wien werden der Aus- und Umbau des Wiener nagene-Produktions- und Laborstandortes im Technologiezentrum der Wiener Seestadt gefördert. Die Förderung Standort inkludiert indes nicht nur bauliche Maßnahmen sowie den Ankauf von Bausubstanz, sondern auch Dienstleistungen wie Architekturleistungen.

Mit neuen Laborgeräten und -räumlichkeiten will nagene nicht nur um die 50 neuen Arbeitsplätze schaffen, sondern auch seine bestehenden Forschungs- und Produktionskapazitäten auf über 2.000 Quadratmeter erweitern. Das erstes Labor soll Mitte Mai in Betrieb genommen werden – im Technologiezentrum 2.

Pharmakunden in der Pipeline

„Dies markiert einen entscheidenden Schritt in unserem Bestreben, die Lieferzeiten für DNA-Sequenzen erheblich zu verkürzen“, sagt Alexander Makula, Co-Founder von nagene. „Ab Mai zählen wir sieben Mitarbeiter:innen, bis Ende 2024 finden insgesamt zwölf Mitarbeiter:innen bei uns Platz. Die ersten Pharmakunden warten bereits auf unseren Start, um bei uns Gene zu bestellen“, erzählt Makula zum Status Quo des Jungunternehmens.

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Die Hone-Gründer vl.: Carlo Kobe, Moritz Stephan und Oliver Brady | (c) Hone
Die Hone-Gründer vl.: Carlo Kobe, Moritz Stephan und Oliver Brady | (c) Hone

Er war gerade einmal 17 Jahre alt, als brutkasten 2017 erstmals über ihn berichtete. Damals hatte der Wiener Moritz Stephan gemeinsam mit Konstantin Klinger, mittlerweile Co-Founder und CEO des millionenfinanzierten Londoner Startups Seamflow, sein erstes Startup-Projekt gestartet. Mit dem Bücher-Lieferservice Lobu wollten die beiden Schüler der Wiener Hochbegabten-Schule Sir Karl Popper Schule damals Amazon und Co. lokal die Stirn bieten und holten sich wenig später eine kleine Investmentzusage bei 2 Minuten 2 Millionen.

Ein weiteres Mal war von Stephan im Jahr 2020 als Co-Founder des 2016 gegründeten Wiener Neustädter SpaceTech-Startups Tumbleweed zu lesen, das einen windbetriebenen Marsrover bauen wollte. Noch im selben Jahr verließ er aber laut seinem LinkedIn-Profil das Startup. Kein Wunder, war er doch seit 2019 an der Elite-Uni Stanford inskribiert. Eine weitere Gründung, diesmal mit Y-Combinator-Teilnahme, und einige Jobs, unter anderem bei Sarah Buchners Trunk Tools und zuletzt beim AI-Scaleup Cognition, folgten. Im Mai dieses Jahres ging Stephan schließlich gemeinsam mit den Co-Foundern Oliver Brady und Carlo Kobe, mit dem er bereits zuvor gemeinsam gegründet hatte, mit dem KI-Startup Hone an den Start.

„AI Engines“ als nächste Ausbaustufe über KI-Agenten

Das Produktversprechen von Hone: „AI Engines“, die im Unternehmen Ownership für konkrete Resultate übernehmen. „Chatbots geben Antworten. Agenten erledigen Aufgaben. Engines liefern Ergebnisse, und wir geben ihnen die Verantwortung, echten Wert zu schaffen – gemessen in Dollar anstatt in Tokens oder Vibes“, so der Claim des Startups. „Man richtet sie auf eine Geschäftskennzahl aus, und die Engine übernimmt den Rest. Sie arbeitet sich selbst ein, baut die notwendigen Agenten, Fähigkeiten und Wissensspeicher auf, arbeitet mit den richtigen Personen zusammen und wird durch Erfahrung immer besser.“

Von den Unternehmen festgelegte Regeln, an welchen Stellen es menschliche Bestätigung braucht, etwa im Umgang mit sensiblen Daten, sollen dabei für die notwendige Sicherheit sorgen. Man schließe mit „AI Engines“ letztlich eine „große Lücke“ zwischen dem, wozu Frontier-KI fähig ist und dem, was Unternehmen tatsächlich damit herausholen, heißt es von Hone.

„Fünf weitere Moritze“

Das Konzept überzeugte nun auch eine Reihe von Investoren: Mit Benchmark und Index Ventures übernehmen zwei US-VCs den Lead in einer 60 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde nur vier Monate nach der Gründung. Elad Gil, Hanabi, Definition, Diffusion, Lux, SV Angel, and Align komplettieren die Finanzierungsrunde.

In einem Blog-Beitrag von Index Ventures zum Investment heißt es, man habe Stephan bereits in seiner Zeit beim vorigen Arbeitgeber Cognition als Ausnahmetalent kennengelernt. „Weithin als Umsetzungsmaschine angesehen, war er ein Ein-Mann-Entwicklungsteam. Sein Name wurde im Unternehmen zum Synonym für Exzellenz und Produktivität; man sagte nur halbscherzhaft, dass Cognition ‚fünf weitere Moritze‘ bräuchte“, schreiben Shardul Shah und Mark Xu von Index unter anderem.

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