02.08.2021

Nachholeffekt beschert Österreich 2021 einen Gründungsboom

Es wurden sogar mehr Unternehmen gegründet als im ersten Halbjahr 2019.
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WKO Moskau Shitstorm Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer
Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer (c) Fotospeed Ulrich Schnarr

2020 wurden in Österreich etwas weniger Unternehmen neu gegründet, als im Jahr davor. Um 0,6 Prozent sind die Neugründungen zurückgegangen und lagen mit Jahresende bei 38.857 Unternehmen. Diese Zahl dürfte heuer wesentlich höher liegen, denn bereits im ersten Halbjahr zeichnet sich ein regelrechter Gründungsboom ab, wie die WKÖ in der jüngsten Statistik vorrechnet.

Ein „Nachholeffekt“ nach dem „pandemiebedingten Einbruch“ brauchte einen Anstieg um 23,6 Prozent im ersten Halbjahr im Vergleich zur ersten Hälfte 2020. 19.708 Neugründungen zählt die WKO bereits 2021. Das sind auch im Vergleich zu 2019 um immerhin 15,1 Prozent mehr junge Unternehmen. Die Neugründungen sinken allerdings seit 2016, als in einem Jahr noch mehr als 40.800 Firmen gegründet wurden.

Hobby zum Beruf machen

Die meisten Neugründungen gibt es laut Kammer in der IT-Branche, dem Versandhandel und dem Bauwesen. Eine Economica-Befragung habe zudem gezeigt, dass fast die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen bei ihrer Leistungserbringung auf Digitalisierung setzen würden. Aber nicht nur das: „Viele Österreicherinnen und Österreicher haben die Pandemie genutzt, um sich aus ihrem Hobby einen monetären Vorteil zu schaffen. Das zeigt der Anstieg an Neugründungen im Bereich des Kunsthandwerks“, sagt Elisabeth Zehetner-Piewald, Bundesgeschäftsführerin des Gründerservices in der WKÖ.

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Die GG Group möchte in Zukunft ihre Technologie in Satelliten verbauen. | Symbolbild (c) Envato

Im Weltall braucht es vor allem eines: Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Die GG Group (Gebauer & Griller Kabelwerke Gesellschaft m.b.H.) zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Herstellern von Kabeln und Leitungen für die Automobilindustrie. Das international tätige Industrieunternehmen in Familienbesitz mit Sitz in Wien und Kabelwerk im niederösterreichischen Poysdorf geht mit dem Projekt „GG goes 2Space“ nun einen Schritt in Richtung Raumfahrt. Die neue Datenleitung „2Space251″ wurde für moderne Satellitensysteme entwickelt, die neben einer schnellen und zuverlässigen auch eine industriell skalierbare Datenkommunikation benötigen.

Von der Automobilbranche zur Weltraumanwendung

Entstanden ist das Projekt aus dem Interesse internationaler Raumfahrtunternehmen an industriell produzierbaren Hochleistungs-Datenkabeln für Satelliten. Die GG Group verfolgt dabei eben diesen industriellen Ansatz. Bewährte Standards aus der Automobilbranche sollen für Satelliten und weitere Weltraumanwendungen adaptiert werden. Dadurch sollen bei hohen Qualitäts- und Zuverlässigkeitsstandards die Entwicklungszeit verkürzt und die Kosten gesenkt werden.

„Mit GG goes 2Space übertragen wir unsere Erfahrung aus der Automobilindustrie in ein neues, stark wachsendes Technologiefeld. Unser Ziel ist nicht nur die Entwicklung einer einzelnen Datenleitung, sondern der Aufbau eines industriell skalierbaren Technologieportfolios für Raumfahrtanwendungen“, sagt Joseph Riegler, Projektmanager bei der GG Group.

Teil des ESA Phi-Lab Austria

Das Unternehmen wurde bereits in das ESA Phi-Lab Austria aufgenommen. Das Kompetenzzentrum unterstützt Firmen bei der Industrialisierung europäischer Raumfahrttechnologie. Dabei werden technologisches Know-how, internationale Netzwerke sowie Entwicklungs- und Testinfrastruktur verbunden. Die GG Group möchte mit der Aufnahme in das ESA Phi-Lab Austria ihre 2Space-Technologie weiter an die Anforderungen der Raumfahrt heranführen. Gleichzeitig soll der Zugang zum europäischen Space-Ökosystem gezielt ausgebaut werden.

Eine Million für 2Space-Technologie

Für das Projekt wird rund eine Million Euro veranschlagt. Ein großer Teil fließt in Entwicklungsaktivitäten und in die technologische Weiterentwicklung des Produktionsstandorts Poysdorf, wo in Zukunft die Kabel gefertigt werden sollen. Laut der Niederösterreichischen Landesregierung „positioniert sich Gebauer & Griller frühzeitig in einem Zukunftsmarkt“, denn die technologische Entwicklung und private Raumfahrtprogramme „erhöhen den Bedarf an leistungsfähigen, zuverlässigen und wirtschaftlich herstellbaren Komponenten“.

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