16.10.2023

Nachhaltigkeit im Job für junge Menschen und Frauen wichtig

Klimaschutz zieht in alle Lebensbereiche ein, so auch in die Arbeitswelt. Laut einer repräsentativen Befragung von Willhaben, in Kooperation mit Marketagent, wünscht sich ein Großteil der Jobsuchenden einen Arbeitsplatz, in dem Nachhaltigkeit gelebt wird.
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Personen in Anzügen stehen in einem Wald und halten grüne Luftballons.
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Der Arbeitsplatz ist heutzutage nicht mehr nur ein Mittel zum monetären Zweck. Nach einer repräsentativen Befragung wünschen sich 75 Prozent der Jobsuchenden einen Arbeitgeber, der Wert auf Nachhaltigkeit legt. Unternehmen können sich so auf dem Jobmarkt also als attraktive Arbeitgeber:innen definieren. Besonders junge Menschen, Frauen und Bewohner:innen von urbanen Gegenden wünschen sich umweltaffine Arbeitsplätze – nur sechs Prozent der Befragten legen dagegen absolut keinen Wert auf Nachhaltigkeit im Job.

Doch wie definieren die Befragten Nachhaltigkeit im Job? Die am häufigsten erwähnten Maßnahmen sind relativ leicht umzusetzen, auch von den Mitarbeiter:innen selbst. Frei nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die Top-Priorität Mülltrennung, etwa 48 Prozent sehen Müllvermeidung als wichtig an. Etwas über einem Drittel der Befragten geben an, dass ihnen Unterstützung von klimaschonender Mobilität wesentlich ist. Jede zweite Person meinte, dass Nachhaltigkeit beim aktuellen bzw. letzten Arbeitgeber einen wichtigen Stellenwert hatte. Nur bei 10 Prozent wird dies gar nicht so empfunden.

Nachhaltigkeit oft unklar

Jede:r zehnte Befragte meint, dass er/sie die Nachhaltigkeit am eigenen Arbeitsplatz und der eigenen Branche nicht einschätzen könne. Es gibt zwar eine EU-Definition von Green Jobs – nämlich Arbeitsplätze, die in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Diese ist aber wohl nicht weitläufig bekannt, beziehungsweise ist es für eine:n Arbeitnehmer:in nicht immer klar, ob das eigene Unternehmen diese Definition auch einhält – und nicht nur öffentlichkeitswirksames Greenwashing betreibt.

Die repräsentative Befragung von 1.100 Personen wurde von Willhaben in Auftrag gegeben, und gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent durchgeführt. Die Befragten sind aktuell bzw. waren in den letzten zwölf Monaten auf Jobsuche. „Aus den Ergebnissen unserer Marktforschung lässt sich ableiten, dass heimische Jobsuchende motiviert sind, ihren Teil zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur beizutragen“, so Markus Zink, Head of Jobs bei Willhaben.

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Österreich hat Probleme, seine KI-Expert:innen zu halten. | Symbolbild (c) Envato

Ein kürzlich erschienener Report der WU Wien dürfte gemischte Gefühle in Österreichs KI-Branche auslösen. Hierzulande habe man exzellente KI-Fachkräfte, aber zu wenige und obendrein Probleme, diese zu halten. Die Studie basiert auf der Analyse von 2,86 Millionen Beschäftigungsdatensätzen, also Job- bzw. Positionseinträgen, 1,23 Millionen individuellen Biografien und mehr als 123.000 Unternehmen in Österreich. 

Führend in technologischer Spezialisierung

Österreich belegt im europäischen Vergleich unter 38 Ländern Rang drei bei der technologischen Spezialisierung seiner KI-Fachkräfte. Eine Auszeichnung für die Alpenrepublik, schließlich zähle man in diesem Bereich zu den führenden Standorten in Europa. Trotzdem kommen diese Experten seltener in die breite Wirtschaft als in anderen vergleichbaren Ländern. 97 % der heimischen Unternehmen stellen keine KI-Spezialist:innen an.

„Wer ‚KI-Strategie‘ sagt und nicht ‚Menschen‘ meint, hat den Kern verfehlt: Adoption ist ein Personal-, kein IT-Thema“, sagt Can Tihanyi vom Institut für International Business der WU Wien: „Technologie-Adaption scheitert fast nie an der Technologie. Sondern an den Menschen, die fehlen, um sie in die Unternehmen zu tragen.“

Österreich verliert KI-Experten

Die wenigen Spezialist:innen, die es in Österreich gibt, wandern zudem im Laufe ihrer Karriere ab. Rund 17 % der Fachkräfte in Build-Rollen verlassen das Land. In Bereichen wie Generative AI oder Natural Language Processing ist es rund ein Viertel. Zudem stellen die Autoren der Studie fest, dass 44 % aller Abwander:innen bereits nach dem ersten Jahr Österreich den Rücken kehren.

„Wer hochqualifizierte KI-Expert:innen halten will, muss ihnen vom ersten Tag an attraktive Projekte, Entwicklungsperspektiven und fachliche Verantwortung bieten – genau im ersten Jahr entscheidet sich, ob jemand bleibt“, erklärt Andreas Schumacher, Chief Innovation Officer und Vorstandsmitglied der VTU Group. Der Nachwuchs bleibt hingegen aus, denn sechs Prozent der KI-Beschäftigten in Österreich sind Einstiegskräfte. „Österreich verliert nicht die Breite seiner KI-Fachkräfte, sondern seinen Platz im technologischen Spitzenfeld“, ergänzt Schumacher.

Mehr Ausbildungsplätze, Beratung und bessere Infrastruktur

Die Conclusio der Autoren ist klar: Es brauche mehr Ausbildungskapazitäten für KI-Fachkräfte an Universitäten. Unternehmen sollten zudem durch AI-Readiness-Programme unterstützt werden, KI im eigenen Betrieb einzusetzen. Ein Zugang zu geteilter Infrastruktur und Beratung könnte hierbei Abhilfe schaffen. Österreich benötige außerdem Maßnahmen, um KI-Spezialist:innen langfristig zu halten. Dabei brauche nicht jedes Unternehmen eigene KI-Teams, durch Transferzentren könne diese Lücke geschlossen werden.

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