Nachhaltigkeit im Job für junge Menschen und Frauen wichtig
Klimaschutz zieht in alle Lebensbereiche ein, so auch in die Arbeitswelt. Laut einer repräsentativen Befragung von Willhaben, in Kooperation mit Marketagent, wünscht sich ein Großteil der Jobsuchenden einen Arbeitsplatz, in dem Nachhaltigkeit gelebt wird.
Der Arbeitsplatz ist heutzutage nicht mehr nur ein Mittel zum monetären Zweck. Nach einer repräsentativen Befragung wünschen sich 75 Prozent der Jobsuchenden einen Arbeitgeber, der Wert auf Nachhaltigkeit legt. Unternehmen können sich so auf dem Jobmarkt also als attraktive Arbeitgeber:innen definieren. Besonders junge Menschen, Frauen und Bewohner:innen von urbanen Gegenden wünschen sich umweltaffine Arbeitsplätze – nur sechs Prozent der Befragten legen dagegen absolut keinen Wert auf Nachhaltigkeit im Job.
Doch wie definieren die Befragten Nachhaltigkeit im Job? Die am häufigsten erwähnten Maßnahmen sind relativ leicht umzusetzen, auch von den Mitarbeiter:innen selbst. Frei nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Für mehr als die Hälfte der Befragten ist die Top-Priorität Mülltrennung, etwa 48 Prozent sehen Müllvermeidung als wichtig an. Etwas über einem Drittel der Befragten geben an, dass ihnen Unterstützung von klimaschonender Mobilität wesentlich ist. Jede zweite Person meinte, dass Nachhaltigkeit beim aktuellen bzw. letzten Arbeitgeber einen wichtigen Stellenwert hatte. Nur bei 10 Prozent wird dies gar nicht so empfunden.
Nachhaltigkeit oft unklar
Jede:r zehnte Befragte meint, dass er/sie die Nachhaltigkeit am eigenen Arbeitsplatz und der eigenen Branche nicht einschätzen könne. Es gibt zwar eine EU-Definition von Green Jobs – nämlich Arbeitsplätze, die in der Herstellung von Produkten, Technologien und Dienstleistungen Umweltschäden vermeiden und natürliche Ressourcen erhalten. Diese ist aber wohl nicht weitläufig bekannt, beziehungsweise ist es für eine:n Arbeitnehmer:in nicht immer klar, ob das eigene Unternehmen diese Definition auch einhält – und nicht nur öffentlichkeitswirksames Greenwashing betreibt.
Die repräsentative Befragung von 1.100 Personen wurde von Willhaben in Auftrag gegeben, und gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent durchgeführt. Die Befragten sind aktuell bzw. waren in den letzten zwölf Monaten auf Jobsuche. „Aus den Ergebnissen unserer Marktforschung lässt sich ableiten, dass heimische Jobsuchende motiviert sind, ihren Teil zu einer nachhaltigen Unternehmenskultur beizutragen“, so Markus Zink, Head of Jobs bei Willhaben.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus
Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.
fluctus mit End-to-End
„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.
Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.
„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“
Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.
Wettbewerb steigern
„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“
Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.
„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“
Zielgruppen von fluctus
Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.
Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.
Hürden überwunden
Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“
Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.
Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt
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