10.12.2015

Nach Skandal: VW-Chef will mehr „Silicon Valley“

Zum ersten Mal seit dem Abgas-Skandal, der den VW-Konzern mächtig gebeutelt hat, haben Vorstandschef Mattias Müller und VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bei einer Pressekonferenz ausführlich über die letzten Wochen gesprochen. Dabei wurde allerdings nicht nur der Status Quo beleuchtet, sondern auch in die Zukunft geblickt.
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Eine neue Struktur und Denkweise soll her.

Eine Neuausrichtung des Konzerns soll dabei auch Skandale wie die Abgas-Affäre verhindern. „Wir werden es nicht zulassen, dass uns diese Krise lähmt”, so Vorstands-Chef Matthias Müller in Wolfsburg bei der Pressekonferenz. „Wir nutzen sie als Katalysator für den Wandel, den Volkswagen braucht. So ernst die aktuelle Situation auch ist: Dieses Unternehmen wird nicht daran zerbrechen.“

Die VW-Affäre hat das Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt: Weltweite Schadenersatz und Strafzahlungen drohen. Ausschlaggebend waren manipulierte Werte der Stickoxid-Werte bei Dieselfahrzeugen durch eine Software. Der Skandal weitere sich noch aus, als auch bei weiteren Fahrzeugen Missstände zum (klimaschädlichen) Kohlendioxid offenkundig wurden. Die anstehende Zeit sei eine „Bewährungsprobe“, wie es sie in der Geschichte des Konzerns noch nie gegeben hatte. „Die Krisenfolgen werden vermutlich beträchtlich sein“, so VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch in Hinblick auf finanzielle Einbußen laut Bild.

Silicon Valley- Umdenken

Ein radikaler Umbau, der Strukturen und Denkweisen verändern soll, muss laut VW-Spitze nun schnellstmöglich folgen. Auch die zentralistische Unternehmensstruktur soll der Vergangenheit angehören. „Auf den Punkt gebracht: Den Mutigen gehört die Zukunft bei Volkswagen. Den Mutigen gehört die Zukunft bei Volkswagen. Wir brauchen ein Stück mehr Silicon Valley“, meint Müller. Gepaart mit der Kompetenz aus Wolfsburg und den anderen Konzernstandorten wie Ingolstadt oder Stuttgart, sei dies der richtige Weg, um VW in eine (skandalfreie) Zukunft zu führen.

Volkswagen soll künftig dezentraler geführt werden, Marken und Regionen mehr Eigenständigkeit erhalten. In einer Aussendung von VW heißt es: „Volkswagen wird technologische Veränderungen, die das eigene Geschäftsmodell massiv beeinflussen, maßgeblich mitgestalten, agiler werden und Entscheidungswege beschleunigen. Darüber hinaus wird Volkswagen schlanker werden und seine Kosteneffizienz verbessern.“

Außerdem soll das Thema Digitalisierung deutlich aufgewertet und eine direkte Berichtslinie zum Vorstandsvorsitzenden eingeführt werden. Personell werde sich ebenfalls einiges noch ändern. Aber, so Müller:

„Wir können die besten Köpfe haben und eine großartige Organisation – doch ohne die richtige Haltung und Mentalität läuft dies alles ins Leere“

Künftig solle offener diskutiert werden, enger zusammengearbeitet werden und man möchte auch offener für Fehler sein- solange sie als Chance zum Lernen begriffen werden. „Wir brauchen keine Ja-Sager, sondern Manager und Techniker, die mit guten Argumenten für ihre Überzeugungen und ihre Projekte kämpfen – die unternehmerisch denken und agieren. Mein Plädoyer gilt den Neugierigen, den Unangepassten, den Pionieren. Menschen, die auch mal ihrem Instinkt folgen und sich nicht allein von den möglichen Konsequenzen eines drohenden Scheiterns leiten lassen“, meint Müller.

 

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Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda (c) Bitpanda
Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda. (c) Bitpanda

Bitpanda gab heute bekannt, dass CEO Lukas Enzersdorfer-Konrad im ersten Quartal 2027 zurücktreten wird. Bis zu seinem Ausscheiden bleibt er CEO und wird das Unternehmen weiterhin leiten. Danach wechselt er zur Erste Group, wie CEO Peter Bosek per LinkedIn-Post bekannt gibt. Der Bitpanda-Verwaltungsrat hat laut Aussendung eine strukturierte Suche nach Enzersdorfer-Konrads Nachfolge eingeleitet, bei der sowohl interne als auch externe Kandidaten berücksichtigt werden.

Bitpanda: Trummer als Co-CEO

Als Co-Founder und Chief Scientist bringt Christian Trummer Erfahrung in der Entwicklung der Plattform und Technologie ein, die Bitpandas Strategie zugrunde liegen. Er soll den Fokus auf Produktqualität zusätzlich schärfen, während Bitpanda die Weiterentwicklung des Multi-Asset-Angebots über Krypto, Aktien, ETFs und Edelmetalle hinweg und den Ausbau seiner Infrastruktur für Finanzinstitute vorantreiben möchte, wie es per Aussendung heißt.

Eric Demuth, Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats von Bitpanda zu den Vorgängen: „Lukas hat entscheidend dazu beigetragen, Bitpanda breiter aufzustellen und ein starkes Fundament für die Zukunft zu schaffen, und ich danke ihm für sein Engagement. Mit Christian als Co-CEO starten wir aus einer starken Ausgangsposition in die nächste Wachstumsphase und konzentrieren uns noch intensiver auf das, was uns zur bevorzugten Plattform für Millionen von Nutzern in Europa und zu einem verlässlichen Partner für Finanzinstitute weltweit macht.“

Enzersdorfer-Konrad zur Erste Group

Enzersdorfer-Konrad kommentiert wie folgt: „Meine Entscheidung, nächstes Jahr zurückzutreten, ist mir nicht leichtgefallen. Ich bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben, und werde Bitpanda bis zu meinem Ausscheiden weiterhin mit vollem Einsatz führen. Ich freue mich darauf, unsere Strategie gemeinsam mit Christian und unseren Teams voranzutreiben.“

Bei seiner neuen Rolle bei der Erste Group wird er konzernweit die Verantwortung dafür übernehmen, eine integrierte Strategie für Asset Management und digitales Investieren in den acht Kernmärkten der Erste Group und für deren 23 Millionen Kunden voranzutreiben, heißt es per offiziellem Statement.

„Vom Sparen zum Investieren“

„Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, Lukas für die Erste Group zu gewinnen. Er verkörpert den Pioniergeist und bringt umfassende Expertise darin mit, das Investieren einfacher und zugänglicher zu machen – ein entscheidender Faktor, um die nächste Generation von Anlegerinnen und Anlegern zu erreichen“, sagt Peter Bosek. „Junge Menschen beginnen früher und investieren aktiver als frühere Generationen. Ein Grund dafür ist das wachsende Bewusstsein dafür, dass sie ihre finanzielle Zukunft selbst absichern müssen. Da sich ihre Erwartungen laufend weiterentwickeln, muss auch unser Angebot mit ihnen wachsen. Lukas wird eine zentrale Rolle dabei spielen, unser Angebot in all unseren Märkten intuitiv und attraktiv zu gestalten und mehr Menschen in Mitteleuropa dabei zu unterstützen, den Schritt vom Sparen zum Investieren zu machen.“

„Lukas Enzersdorfer-Konrad hat in den vergangenen acht Jahren aus erster Hand erlebt, wie schnell sich die Erwartungen der Menschen an das Investieren verändern können, wenn man es einfach, transparent und zugänglich gestaltet“, so Bosek weiter: „Die Erste Group verfügt über etwas, das nur wenige Institutionen in diesem Bereich bieten können: direkte und vertrauensvolle Beziehungen zu 23 Millionen Kunden sowie mit George über eine der meistgenutzten Banking-Plattformen Europas.“

Das sagt Bitpandas CO-CEO

Christian Trummer, nun CO-CEO, kommentiert gegenüber brutkasten: „Vor zwölf Jahren haben wir Bitpanda mit einer einfachen Überzeugung gegründet: Investieren soll einfacher und zugänglicher sein. Ich freu mich diese Rolle zu übernehmen und werde noch mehr Fokus auf unsere Produktqualität legen. Wir müssen eine Multi-Asset-Plattform sein, die jeder liebt.“

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