21.10.2025
REBRANDING

Nach Exit 2024: LegalTech Iurio wird zu Docpit

Iurio bleibt allerdings als Submarke von Docpit erhalten. Das Rebranding sei "ein logischer nächster Schritt", sagt der Gründer.
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Docpit- / Iurio-Führungsteam vlnr. Tobias Kellner (Lead Developer), Patrick Hofmann (CTO), Arnold Scherabon (CEO) | (c) Legal Tech Services GmbH 2023
Docpit-Führungsteam vlnr. Tobias Kellner (Lead Developer), Patrick Hofmann (CTO), Arnold Scherabon (CEO) | (c) Legal Tech Services GmbH 2023

Mehr als eineinhalb Jahre ist es nun her: Im März 2024 verkündete Linde Digital die Mehrheitsübernahme des 2017 in Graz gegründeten LegalTech-Startups Iurio – brutkasten berichtete. Nun erfolgt ein Rebranding und eine Neupositionierung.

Fürstentum Liechtenstein als Referenzkunde

Das Unternehmen stellt seinen Kund:innen eine „Collaboration Suite“ zur Verfügung, die durch die Einbindung verschiedener Tools hochsichere Kommunikation gewährleisten, Zugriffe durch Dritte unterbinden und potenziellen Leaks sensibler Daten vorbeugen soll. Damit können kritische Daten und Dokumente geschützt versandt und aufbewahrt und somit auch rechtssichere Amtshandlungen, wie etwa Notariatsakte, vollzogen werden.

Zu den Kunden des Unternhemens zählen vor allem Steuerberater:innen, Anwält:innen und Notar:innen. Mit dem Fürstentum Liechtenstein betreut das Legal-Tech-Startup zudem einen staatlichen Kunden. Die Software eigne sich aber auch für eine breitgefasste Anwendung im Unternehmensbereich, heißt es vom Unternehmen.

Aus 1 mach 3: Iurio bleibt als Submarke von Docpit erhalten

Mit einem Rebranding und der Schaffung dreier spezialisierter Submarken sollen die verschiedenen Zielgruppen nun „punktgenau bedient“ werden. „Das Rebranding zu Docpit ist ein logischer nächster Schritt in der Unternehmensentwicklung. Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur eine Plattform bieten, sondern maßgeschneiderte Lösungen für verschiedene Berufsgruppen – von Rechtsanwält:innen über Steuerberater:innen bis hin zu M&A-Berater:innen“, kommentiert Gründer und Geschäftsführer Arnold Scherabon.

Iurio bleibt dabei als Submarke erhalten und wird zur Plattform speziell für Rechtsanwält:innen, mit Fokus auf sichere Mandantenkommunikation und Dokumentenmanagement. Die zweite Submarke wird Taxpoint. Diese richtet sich an Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen. Dealpoint schließlich ist an M&A-Berater:innen gerichtet. „Jede Submarke steht künftig für passgenaue Funktionalitäten, die wir auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Berufsgruppe zuschneiden“, so Scherabon.

Europa-Expansion im Blick

Venionaire-Gründer Berthold Baurek-Karlic, seines Zeichens auch Head of Digital Transformation bei Linde Digital, hat bei der Entwicklung auch die Expansionsstrategie im Blick: „Wir setzen damit ein starkes Signal an den Markt: Die Plattform von Docpit gehört zur europäischen Spitze in Sachen sicherer Kommunikation und professioneller Kollaboration. Die neue Struktur nach dem Rebranding schafft die nötige Basis, um in Zukunft noch breiter zu skalieren und die Lösungen von Docpit europaweit auszurollen.“

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Pulse
© Knightify/Canva - Amirali Khoshneviszadeh, Founder | Knightify FlexCo.

„Wie geht’s?“. „Gut“ – Das ist die Konversation zwischen zwei Individuen, die wohl am häufigsten im deutschsprachigen Raum geführt wird, oftmals in einer Beziehung. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine Reflex-Antwort oder Verheimlichung des wahren Zustandes, sondern dem Wiener Software-Studio Knightify FlexCo zufolge, manchmal einfach um Unwissen, was mit einem los ist.

Pulse: Health-Daten als Hinweisgeber für Partner:in

„Der Tag war lang, der Schlaf war schlecht, der Kopf ist voll, die eigene Belastbarkeit ist niedriger als sonst. Man ist vielleicht nicht krank und braucht auch keine medizinische Diagnose. Man ist einfach erschöpft“, beschreibt Amirali Khoshneviszadeh, Gründer von Knightify, die unsichtbare Seite von Beziehungen. Und möchte mit „Pulse“ hier ansetzen.

Mit dieser App werden laut Unternehmen Daten aus Apple Watch und Apple Health herangezogen, um Hinweise für Partner:innen zu formulieren. Statt konkrete Messwerte wie Herzfrequenz, Schlafdauer oder HRV weiterzugeben, soll Pulse daraus einen allgemein gehaltenen Hinweis ableiten – etwa, dass ein ruhiger Abend sinnvoll sein könnte. Die App soll dabei weder Diagnosen stellen noch den Gesundheitszustand eines Nutzers oder einer Nutzerin bewerten.

„Wir wollten nicht noch ein Dashboard bauen, das Menschen dazu bringt, sich selbst ständig zu analysieren“, sagt Khoshneviszadeh. „Wir wollten herausfinden, ob Technologie manchmal auch etwas viel Einfacheres tun kann: einem Menschen helfen, den anderen besser zu verstehen, ohne dass dieser alles erklären muss.“

Datenschutz

Ein Schwerpunkt liegt laut dem Founder auf dem Datenschutz. Die Rohdaten würden auf dem iPhone verarbeitet und nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Auch Partner:innen erhalten demnach keine konkreten biometrischen Werte. Geteilt werden können stattdessen die daraus generierten sogenannten Wellness-Cues.

Das Teilen einzelner Signale soll zudem freigegeben werden können und sich jederzeit pausieren lassen. Zusätzlich bietet Pulse Funktionen wie einen privaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat, gemeinsame Erinnerungen, Fragen des Tages und Möglichkeiten, um um Nähe oder ein Gespräch zu bitten. Zyklusdaten können freiwillig aktiviert werden; sie bleiben standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit dem Partner geteilt, heißt es.

„Wenn Technologie in die intimsten Bereiche eines Menschen kommt, muss sie nicht nur mehr können. Sie muss auch wissen, was sie nicht tun sollte“, sagt Khoshneviszadeh hierzu.

Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App

Der Gründer bezeichnet Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App und arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an der Weiterentwicklung des Produkts. Dafür sammle das Unternehmen Feedback von Paaren, um herauszufinden, welche Informationen im Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich sind.

Langfristig spricht Knightify von „Relationship Intelligence“ – gemeint ist ein persönlicher Kontext, der das gegenseitige Verständnis unterstützen soll, ohne die Beziehung selbst zu bewerten. Pulse wurde in Wien entwickelt und ist laut Pressemitteilung derzeit kostenlos für iPhone und Apple Watch verfügbar; die Apple Watch ist optional.

„Wir glauben, dass die interessanteste Information in einer Beziehung nicht unbedingt lautet, wie jemand heute geschlafen hat“, sagt Khoshneviszadeh abschließend. „Interessanter ist vielleicht, was diese Information für genau diese zwei Menschen bedeutet.“

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