07.01.2026
PERSONALIE

Nach 13 Jahren: Co-Founder Alexander Gänsdorfer verlässt Neoh

Für Co-Founder und Chief Growth Officer Alexander Gänsdorfer schließt sich ein prägendes Kapitel.
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Alexander Gänsdorfer verlässt NEOH. (c) Neoh

In einem persönlichen Statement gab Gänsdorfer bekannt, dass er sich aus seiner operativen Rolle zurückzieht und sich neuen Aufgaben innerhalb der Food-&-Beverage-Branche widmet.

Neoh wurde Mitte der 2010er-Jahre in Österreich gegründet und positionierte sich früh mit zuckerreduzierten Süßwaren. Zentrales technologisches Element ist der firmeneigene Zuckerersatzstoff „ZERO+“, der sowohl in Endkundenprodukten als auch im B2B-Bereich eingesetzt wird. Gänsdorfer begleitete den Aufbau des Unternehmens seit der frühen Phase und verantwortete in den vergangenen Jahren insbesondere den Ausbau des B2B-Geschäfts.

Im Gespräch mit brutkasten verrät Gänsdorfer, dass „ZERO+“ auch die Grundlage für seine nächsten unternehmerischen Schritte bilden soll. Geplant ist der Aufbau eines eigenständigen Food-&-Beverage-Geschäfts. Dazu zählen industrielle Anwendungen ebenso wie konkrete Referenzprojekte aus dem Lebensmittelbereich. Ein solcher Referenzpartner soll etwa, ein traditionsreicher Hersteller von Malzen und Backzutaten am österreichischen Markt sein.

Neues Gastronomiekonzept

Parallel dazu arbeitet Gänsdorfer an einem neuen Gastronomiekonzept. Dieses soll sich auf biologische, zuckerfreie und Low-Carb-Angebote konzentrieren und auf eine erkennbare Marktnachfrage reagieren. Auch potentielle Franchise Nehmer hätten bereits Interesse gezeigt. Ziel sei es, ein ganzheitliches Food-&-Beverage-Modell zu entwickeln, das über einzelne Produktlösungen hinausgeht. Namen und weitere Details wollte Gänsdorfer vorerst nicht verraten, versicherte der brutkasten-Redaktion aber, dass sich das Warten auszahlen soll.

Unterstützt werden diese Vorhaben durch einen Beirat mit gastronomischer und unternehmerischer Erfahrung. Mit dabei sind Rudi Kobza und Valentin Maier, das Duo hinter Bieder & Maier Vienna Coffee. Zusätzlich ist laut Gänsdorfer auch operative Expertise aus der internationalen Systemgastronomie eingebunden, unter anderem durch einen ehemaligen Operationsmanager von Starbucks. „ZERO+“ ist auch dabei integraler Bestandteil des konzeptionellen Ansatzes.

Für eine Übergangsphase bleibt Gänsdorfer Neoh weiterhin als externer Ansprechpartner verbunden, um laufende Projekte geordnet zu übergeben. Die operative Koordination übernimmt interimistisch Manuel Zeller.

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Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger
Vl. A1-CCO Martin Resel und IBM-Österreich-Chef Marco Porak | © A1/APA/Hörmandinger

Dass für Unternehmen kein Weg mehr an Agentic AI vorbeiführt, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Dass eine sichere und konforme Umsetzung davon nicht so einfach ist, ebenfalls. „Für KI im Unternehmenskontext gelten andere Spielregeln als im privaten Bereich. Ich spreche hier besonders von souveräner KI“, sagt Marco Porak, Generaldirektor von IBM Österreich, bei einem gemeinsamen Pressetermin mit A1 und dessen Cloud-Tochter Exoscale. Mit einer gemeinsamen Plattform, die IBM watsonx auf A1 Exoscale bringt, will man Unternehmenskunden gemeinsam eine sichere und digital souveräne Lösung bieten.

„Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur“

Denn Schatten-KI, also die Nutzung privater bzw. vom Unternehmen nicht genehmigter KI-Anwendungen durch Mitarbeiter:innen, sei ein echtes Sicherheitsrisiko, betont Martin Resel, stv. Vorstandsvorsitzender von A1 und CCO Enterprise. „Unternehmen können es sich nicht leisten, KI nicht zu nutzen. Da geht es um Wettbewerbsfähigkeit. Alles muss effizienter werden, etwa auch in der Verwaltung. Wenn man dann aber Daten global findet, die eigentlich nicht global gespeichert werden sollten, ist das ein Problem“, sagt Resel.

Für viele A1-Unternehmenskunden und auch für A1 selbst sei das besonders relevant. „Wir sind Teil der kritischen Infrastruktur. Viele hochsensible Daten laufen auf unseren Netzen. Wir haben nicht nur Unternehmen aller Größen als Kunden, sondern zum Beispiel auch Ministerien“, sagt der A1-CCO. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssten sich Österreich und ganz Europa daher souverän aufstellen.

Orchestrierte KI-Agenten mit klaren Regeln und voller Transparenz

Und wie macht das die gemeinsame Plattform? „Ich bin mir bewusst, dass ich Repräsentant eines amerikanischen Unternehmens bin“, räumt Marco Porak ein. IBM habe aber nach nicht weniger als 98 Jahren am österreichischen Markt ein anderes Standing, als etwa die US-Hyperscaler. Warum? „IBM hat seit jeher das Prinzip, dass Kundendaten Kundendaten sind und die Architektur vom Kunden bestimmt wird“, so Porak. Und: „Globale Innovation und lokale Kontrolle widersprechen einander nicht.“ Genau so sei es auch bei watsonx. Kunden können dort entscheiden, welche KI-Modelle genutzt werden und wo die Daten liegen. Die Bandbreite geht dabei von lokal gehosteten On-Premise-Lösungen über europäische bzw. Open-Source-Modelle auf europäischen Servern bis zu Frontier-Modellen in Datencentern der US-Hyperscaler.

Konkret greift das System auf eine Vielzahl an Large Language Models (LLMs) und Agentic-Modelle zurück und orchestriert KI-Agenten, um Tasks zu erfüllen. Die dazugehörige Governance-Plattform ermöglicht nicht nur das Festlegen der Regeln dafür, sondern bietet auch jederzeit komplette Transparenz, um jeden Arbeitsschritt und die dafür genutzten Modelle nachvollziehen zu können. Für Martin Resel ist dabei ebenfalls klar: „Dass alles, was aus Asien oder Amerika kommt böse ist, sehen wir nicht so. Wichtig ist die Wahlfreiheit.“ Die Plattform sei daher offen für sämtliche Modelle.

„Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“

Je nach Usecase und dem damit verbundenen Sicherheits-Level der Daten seien unterschiedliche LLMs und Speicherorte sinnvoll. „Wir folgen einer sehr strikten Datenklassifizierung – selber und auch für unsere Kunden“, sagt Resel. Nach dieser erfolge die Entscheidung, welche Modelle genutzt werden können. Gleichzeitig optimiere die Plattform durch die passende Modell-Auswahl auch den Token-Verbrauch. „Das kann sonst bekanntlich schnell teuer werden“, sagt der A1-CCO.

A1 bietet seinen Enterprise-Kunden nicht nur Zugang zur Plattform, sondern auch begleitende Services, um diese aufzusetzen. Mit den europäischen Datencentern der Tochter Exoscale kommt noch das Angebot der souveränen Cloud im eigenen Land hinzu.

Wie watsonx für A1 und seine Kunden konkret funktioniert, zeigt Exoscale-KI-Experte Christos Kapodistrias beim Pressetermin vor. In seinem Beispiel arbeiteten nicht weniger als 14 KI-Agenten orchestriert zusammen, um eine optimale Vorbereitung auf ein Kundengespräch zu erstellen. „Diesen Usecase nutzen wir auch selber“, erklärt der Experte und zeigt die verschiedenen Sicherheits- und Kontrollmechanismen ebenso wie die Nachvollziehbarkeit über die Governance-Plattform. Marco Porak merkt dazu an: „Man sieht, es gibt mehrere Checkpoints im Prozess, der ‚Human in the Loop‘ bleibt erhalten.“ Denn es gehe eben darum, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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