28.01.2021

N26 zählt 7 Millionen Kunden und baut Verluste ab

N26 zählt nun sieben Millionen Kunden in 25 Ländern. Zudem konnte die Challenger-Bank 2020 ihre Verluste am europäischen Kernmarkt um ein Drittel auf 110 Millionen Euro senken.
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(c) N26: Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf

Erst am Montag sorgte N26 mit einer Personalmeldung für Schlagzeilen. Mit Jan Kemper konnte die Challenger-Bank einen der profiliertesten CFOs des deutschsprachigen Raums für sich gewinnen, der den langfristigen Weg zum Börsegang ebnen soll. Kemper war zuvor CFO bei Zalando – der brutkasten berichtete.

N26 zählt 7 Millionen Kunden

Nur vier Tage nach Verkündigung des Personal-Coups, sorgt das Unternehmen mit einer erneuten Erfolgsmeldung für Schlagzeilen. Wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab, konnte die Challenger-Bank die Sieben-Millionen-Kunde-Marke überschreiten. Zudem ist das Transaktionsvolumen 2020 auf monatlich über 5,5 Milliarden Euro gestiegen.

N26 Gründer Valentin Stalf bestätigte gegenüber der DPA, dass die Verluste am europäischen Kernmarkt im Jahr 2020 um rund ein Drittel auf 110 Millionen Euro gesenkt werden konnten. Im Jahr 2019 betrugen diese noch 165 Millionen Euro – exklusive der Kosten für den Marktstart in den USA und Großbritannien.

Zudem sei man auf Kundenebene bereits profitabel. Rund 30 bis 40 Prozent des Umsatzes kommen derzeit aus dem Transaktionsgeschäft und den Gebühren, die N26 unter anderem bei Retailern einhebt. Einen ungefähr gleich großen Teil machen die Einnahmen mit Premiumkonten aus. Der Rest entfällt auf das Geschäft mit Krediten und Zinsen sowie Partnern. Hierzulande kooperiert die Challenger-Bank beispielsweise seit Sommer 2020 mit dem deutschen InsurTech Clark – der brutkasten berichtete.

Neue Features in der Pipeline

Aktuell investiert die Bank in die Weiterentwicklung seiner mobilen App. Im Schnitt wird laut N26 alle drei Wochen ein App-Update mit neuen Features veröffentlicht. So sollen in den nächsten Monaten unter anderem die Spaces (Unterkonten) mit eigenen IBAN erweitert, digitale Karten eingeführt und das Statistik-Feature ausgebaut werden.

Zusätzlich startet N26 dieses Jahr einen Marktplatz für Finanzprodukte – denkbar sind laut der Bank Sparprodukte, Kredite, Trading, Kryptowährungen. „Viele Kunden tun sich schwer einzuschätzen, welche Finanz-Startups vertrauenswürdig sind und welche nicht. N26 Kunden werden in der gewohnten N26 App-Umgebung ganz einfach mit einem Klick auf die ausgewählten Partnerangebote zugreifen können“, so N26 in einer Aussendung.

Außerdem wird N26 sein Produkt- und Technologieteam um 200 Mitarbeiter erweitern. „Die Pandemie ist für uns eine hervorragende Zeit um neue Mitarbeiter aus der ganzen Welt anzuziehen“, so Georg Hauer, General Manager DACH & Nordeuropa, der zudem den Technologiestandort in Wien leitet.


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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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