23.01.2025
TRADING

N26 schafft Gebühr beim Aktien- und ETF-Handel ab

N26 schafft ab dem 27. Jänner 2025 die Gebühren für den Handel mit Aktien und ETFs ab. Mit diesem Schritt will die Neobank einfachere Investitionen ermöglichen.
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N26-Cofounder Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf
N26-Cofounder Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf (c) N26

N26 gibt bekannt, dass man die Gebühr beim Handeln mit Aktien und ETFs ab dem 27. Jänner einstellt. Bisher betrug diese 0,90 Euro pro Trade. Die Verwaltungsgebühren werden jedoch weiterhin direkt von den Emittenten der Fonds aus dem Fondsvermögen fällig.

Zuletzt gab N26 bekannt, dass man „Sofort-Fonds“ in das Trading-Angebot aufnimmt (brutkasten berichtete). Die Streichung der Trading-Gebühr gilt demnächst für Österreich und Deutschland sowie für 16 weitere EU-Länder.

N26: Trading soll zugänglicher werden

Wie N26 die gestrichenen Kosten ausgleichen will und ob dafür andere Dienstleistungen teurer werden, geht aus der Pressemeldung nicht hervor. Von Seiten der Neobank heißt es, dass man das Investieren für noch mehr Menschen zugänglich machen möchte. Denn in Österreich ist der Anteil an Trader:innen weiterhin sehr gering.

Maximilian Tayenthal, Gründer und COO von N26 sagt: „2024 hat nur einer von vier Menschen in Österreich am Aktienmarkt investiert – mit rückläufiger Tendenz. Mit diesem Schritt wollen wir die wachsende Anzahl von N26 Kunden europaweit ermutigen, ihre Anlagekarriere zu beginnen.“

Investitionen ab einem Euro

N26 ermöglicht es den Kund:innen, bereits ab einem Euro in Teilaktien und ETFs zu investieren. Mit der abgeschafften Trading-Gebühr könnten nun auch Nutzer:innen mit wenig bis kaum Erfahrung in den Aktienhandel einsteigen – was Chancen, aber auch Risiken birgt.

Valentin Stalf, Gründer und CEO von N26, sagt: „Als Bank sehen wir uns in der Verantwortung, die Einstellungen der Menschen zu ändern, wenn es darum geht, ihr Geld effektiver für sie arbeiten zu lassen. Indem wir den Handel mit Aktien und ETFs für alle kostenlos machen, senken wir die Hürden zum Anlegen und unterstützen Millionen von Europäern dabei, die Kontrolle über ihre finanzielle Zukunft zu übernehmen.“

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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