13.08.2020

N26-Gründer stoppen Betriebsratsgründung – fehlendes Hygienekonzept als Begründung

Das Management der Smartphone-Bank N26 hat beim zuständigen Berliner Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen eine Betriebsrtasgründung erwirkt. Als Grund wird ein mangelndes Hygienekonzept angeführt. Die Gründung hätte im Berliner Hofbräuhaus stattfinden sollen.
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N26
(c) N26: Die Co-Founder Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf

Bei der Smartphone-Bank N26 hätte heute Donnerstag und morgen Freitag eine Betriebsratsgründung stattfinden sollen, die nun allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Der Grund: Wie das deutsche Branchen-Medium Finance Forward am Mittwochabend berichtete, erwirkte das Management von N26 beim zuständigen Berliner Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Abhalten der Betriebsratsgründung. Im Antrag wird ein mangelndes Hygienekonzept während der Coronapandemie als Begründung angeführt. Die Gründung hätte im Berliner Hofbräuhaus stattfinden sollen.

Kritik von Gewerkschaft Verdi

Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi lässt dieses Argument nicht gelten. Oliver Hauser von Verdi kommentiert gegenüber Finance Forward die einstweilige Verfügung als einen „klaren Angriff auf die Bemühungen einen Betriebsrat zu gründen.“

Hauser hätte sich selbst vom Hygienekonzept im Berliner Hofbräuhaus vor Ort überzeugt. Verdi hat nun angekündigt, Widerspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einlegen zu wollen.

E-mail der N26-Gründer

Finance Foward berichtet weiters, dass es bereits in den vergangenen Tagen zu Diskussionen zwischen dem Management und den Initiatoren der Betriebsratsgründung gekommen sei.

Demnach gebe es eine E-mail in der sich die beiden Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal deutlich gegen einen Betriebsrat aussprechen. Ein solcher würde das Wachstum des Unternehmens verlangsamen, die Zusammenarbeit hierarchischer machen und zu einer Zweiklassengesellschaft unter den Mitarbeitern führen, da der Betriebsrat nur für deutsche Mitarbeiter zuständig wäre.

In der entsprechenden E-mail wird laut Finance Foward ein „Employee Representation Board“ als Gegenvorschlag genannt, der ein zeitgemäßes Instrument des Mitarbeiterengagement und der persönlichen Karriereentwicklung gewährleisten könnte. Über eine konkrete Ausgestaltung des „Employee Representation Board“ ist noch nichts bekannt.

*Disclaimer: Der brutkasten hat bei N26 um Stellungnahme angefragt.

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Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller
Das Founder-Team von Serwas, v.l. Timo Berkmann, Manuel Untergasser und Lucas Bolte | © Johannes Aitzetmüller

„Serwas verbindet zwei Märkte, die in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen werden: Rechenleistung und nachhaltige Energieversorgung“, sagt Markus Kainz, Gründer und CEO von Gateway Ventures. Die auf Investoren-Pooling basierte Beteiligungsgesellschaft übernahm nun den Lead in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde für das Innsbrucker Startup Serwas Technologies, über das brutkasten bereits berichtete.

Server-Heizung für Schwimmbäder, Hotels und Co

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die dabei entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Server sollen künftig nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen“, erläutert Serwas Co-Founder Timo Berkmann. Das Startup fokussiert dabei auf Gebäude mit konstant hohem Wärmebedarf, etwa Schwimmbäder, Hotels, Pflegeeinrichtungen und größere Wohnanlagen. Serwas hat die dafür genutzte Kühltechnologie selbst entwickelt. Das Unternehmen betreibt die Server selbst und übernimmt die Integration in die bestehende Wärmeinfrastruktur der Gebäude. Die Rechenleistung wird an Unternehmen verkauft.

300.000 Euro im ersten Closing – zweites soll schon im Oktober folgen

Bei der aktuellen Finanzierungsrunde über insgesamt 300.000 Euro stiegen neben Gateway Ventures Business Angels aus dem „Pioneers Club“ und das MCI Innsbruck ein. Schon im Oktober soll ein Second Closing erfolgen und die Pre-Seed-Runde damit erweitert werden. „Besonders überzeugt uns der dezentrale Ansatz, weil neue Rechenkapazitäten dort aufgebaut werden können, wo die entstehende Wärme unmittelbar genutzt wird“, kommentiert Gateway-CEO Kainz.

Erster Standort in Innsbrucker Hallenbad

Bislang betreibt Serwas einen Standort in einem Innsbrucker Hallenbad. „Mit dem neuen Kapital wollen wir unseren ersten Standort weiter ausbauen und das Konzept auf weitere Gebäude übertragen“, sagt Serwas-Co-Founder Berkmann. Geplant ist laut Startup eine „schrittweise Skalierung“. Zuträglich sein soll dabei natürlich der massiv erhöhte Bedarf an Server-Zentren durch den KI-Boom. Die Nutzung bestehender Gebäude mit geeigneten Strom-Anschlüssen soll gleichzeitig eine Alternative in den Debatten rund um den Neubau großer Serverzentren sein.

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AI Summaries

N26-Gründer stoppen Betriebsratsgründung – fehlendes Hygienekonzept als Begründung

  • Heute Donnerstag und morgen Freitag hätten bei der Smartphone-Bank N26 Betriebsratsgründung stattfinden sollen, die nun allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
  • Der Grund: Wie das deutsche Branchen-Medium Finance Forward am Mittwochabend berichtete, erwirkte das Management von N26 beim zuständigen Berliner Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Abhalten der Betriebsratsgründung.
  • Im Antrag wird ein mangelndes Hygienekonzept während der Coronapandemie als Begründung angeführt.
  • Hauser hätte sich selbst vom Hygienekonzept im Berliner Hofbräuhaus vor Ort überzeugt.
  • Verdi hat nun angekündigt, Widerspruch beim zuständigen Arbeitsgericht einlegen zu wollen.
  • Demnach gebe es eine E-mail in der sich die beiden Gründer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal deutlich gegen einen Betriebsrat aussprechen.

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