27.01.2026
PRODUKTLAUNCH

„N26 für unter 18-Jährige“: Debitkarte für Kinder ab 7 mit Totalüberwachung durch Eltern

N26 steigt mit seinem neuen Produkt in den Jugendkonten-Markt in Deutschland und Österreich ein. Punkten will das Berliner Unicorn mit "voller Kontrolle" durch die Eltern.
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(c) N26
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Jugendkonten verschiedener Anbieter haben mitunter kreative Namen. Das ursprünglich von den beiden Österreichern Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründete Berliner Unicorn N26 gibt sich dagegen gelinde gesagt konservativ: „N26 für unter 18-Jährige“ lautet der für sich selbst sprechende Name eines neuen Produkts in Deutschland und Österreich.

Tatsächlich handelt es sich dabei auch nicht um ein Jugendkonto im eigentlichen Sinn. „N26 für unter 18-jährige“ ist ein Space am Elternkonto mit eigener IBAN. Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren bekommen eine eigene Mastercard-Debitkarte.

„Finanzielle Unabhängigkeit“ trifft „volle Kontrolle“

Während das Produktversprechen in Bezug auf die Minderjährigen lautet, „erste Erfahrungen mit finanzieller Unabhängigkeit zu sammeln“, ist das Verkaufsargument gegenüber den Eltern „volle Kontrolle“, quasi Totalüberwachung. Sie können nämlich nicht nur Ausgabenlimits beim ohnehin nicht überziehbaren Konto einrichten und jederzeit die Karte sperren und entsperren. Neben voller Einsicht in die Kontobewegungen gibt es optional auch Echtzeit-Benachrichtigungen.

Im N26-Marketing sieht man darin freilich lieber „die Möglichkeit [für Eltern], die ersten Schritte ihrer Kinder im Umgang mit Geld in einem bargeldlosen Alltag in einer vollständig sicheren Umgebung zu begleiten“. Kinder würden durch „N26 für unter 18-Jährige“ schon früh mit digitalem Banking und strukturierter Finanzverwaltung in Kontakt gebracht werden, heißt es von N26. Damit ermögliche man es Familien, „Finanzwissen aufzubauen, das sich im Laufe der Zeit zu Sparen, Investieren und langfristigem Vermögensaufbau weiterentwickelt“.

N26-Co-CEO Marcus Mosen kommentiert den Produktlaunch ähnlich: „Mit N26 für unter 18-Jährige können Eltern Kinder in einer zunehmend bargeldlosen Welt stärken und ihnen frühzeitig moderne Kompetenzen im Umgang mit Geld vermitteln.“

Zurück zu den Wiener Wurzeln

Ein spannendes Detail: Für N26 bedeutet der Produktlaunch einen Schritt zurück zu den Wurzeln. Das Vorgänger-Startup der Neobank, Papayer, das Stalf und Tayenthal damals noch in Wien gründeten, fokussierte auf ein Produkt, das erstaunliche Ähnlichkeiten zu „N26 für unter 18-Jährige“ aufweist. Damals wollten die beiden Gründer mit einer Prepaid-Kreditkarte für Kinder mit voller App-Überwachung durch die Eltern durchstarten. Nach den Erfahrungen der Beta-Phase folgte der Schritt zur Neobank mit erheblich größerer Zielgruppe.

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v. l. n. r. Stefan Kampusch (AURIMOD GmbH), Leonardo Peikoff (KPMG), Daniela Haunstein, Nikolaus Futter (beide invest.austria), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Christian Tauber (NEOALP), André Felker (backbone.one), Lea Krebs (fibionic GmbH), Michael Reip (openmaind) und Benjamin Behr (KPMG) | Foto beigestellt von KPMG

Der Austrian Tech Innovator wird von KPMG veranstaltet und soll österreichischen Startups und Scaleups eine Bühne vor Publikum aus Wirtschaft und Investor:innen bieten. Heuer ging der Sieg an die Aurimod GmbH. Das Unternehmen entwickelt ein tragbares Gerät zur Vagusnerv-Stimulation am Ohr, mit dem Schmerzen ohne Medikamente behandelt werden sollen.

„Unser Ziel ist, Betroffenen eine wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Schmerzbehandlungen anzubieten. Mittels Vagusnerv-Stimulation am Ohr können Schmerzen wie beispielsweise chronische Rückenschmerzen, Migräne oder akute postoperative Schmerzen nachhaltig behandelt werden“, erklärt Stefan Kampusch, CEO von Aurimod.

Seit Herbst letzten Jahres tritt das Unternehmen unter einer Doppelspitze auf: Manuel Leal Garcia, seit Mitte 2024 Head of Business Development, wurde zum Chief Commercial Officer und Co-Geschäftsführer neben Kampusch bestellt. Er verantwortet Vertrieb, Marketing und das internationale Geschäft, mit Fokus auf Deutschland, die Schweiz, Großbritannien sowie weitere europäische und nordamerikanische Märkte.

Ticket für den Global Tech Innovator

Mit dem Sieg hat sich Aurimod auch die Teilnahme am Global Tech Innovator gesichert. Dort tritt das Unternehmen gegen die Gewinner:innen der anderen teilnehmenden Länder an. Das internationale Finale findet zum sechsten Mal im Rahmen des Web Summit in Lissabon statt.

„Sichtbarkeit, ein starkes Netzwerk, professionelle Begleitung und ein klarer Blick auf den Markt können den entscheidenden Unterschied machen, um als Startup auch globale Reichweite zu erlangen“, sagt Benjamin Behr, Director im Bereich Advisory bei KPMG und Host des Abends.

Neoalp, fibionic und openmaind unter den Finalisten

Neben Aurimod standen vier weitere Unternehmen im Finale. Drei davon sind brutkasten-Leser:innen bereits bekannt:

Das Wiener Startup Neoalp entwickelt eine vendor-neutrale Operations-Plattform für industrielle humanoide Robotik. Anfang des Jahres berichtete brutkasten, wie das Startup Semperit bei der Einführung humanoider Roboter in der Fertigung unterstützt, gemeinsam mit Projektpartner Cancom.

Das Tiroler Startup fibionic aus Götzens setzt mit seinem patentierten Verfahren „fibionic fiber placement“ auf bionisch inspirierten Leichtbau: Fasern werden gezielt entlang realer Lastpfade ausgerichtet, das Vorbild sind Strukturen wie die Flügel einer Libelle. Im März holte sich das 2021 gegründete DeepTech-Startup drei Millionen Euro, angeführt von Redstone und Euregio+.

Das Grazer Startup openmaind arbeitet an einer KI-basierten Intelligence-Layer für industrielle Robotikprozesse. Die Software vernetzt autonome Transportroboter unterschiedlicher Hersteller in Produktionshallen und lässt sich per natürlicher Sprache steuern. Im Herbst 2025 stieg KaPa Ventures mit einem mittleren sechsstelligen Betrag ein. Die Mitgründer Michael Reip und Christoph Zehentner hatten 2021 bereits ihr Unternehmen Incubed IT an Verizon verkauft.

Vierter Finalist war die backbone.one GmbH, die eine digitale Infrastruktur für erneuerbare Energie entwickelt und das Konzept „Energy-as-a-Currency“ verfolgt.

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