29.07.2021

Müssen wir für mehr Klimaschutz zurück in die Steinzeit?

In der aktuellen Folge von Editor's Choice diskutieren wir mit unserem Kolumnisten Mic Hirschbrich über den Stellenwert von Innovation und Degrowth für den Klimaschutz.
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Brutkasten Kolumnist Mic Hirschbrich im Gespräch mit Brutkasten Earth Chefredakteur Martin Pacher | (c) der brutkasten / collage by Julia Krainer

Anfang Juli sorgte ein Interview mit markta-Gründerin Theresa Imre in der Brutkasten-Community für Aufsehen, in dem sie die Rede von Sebastian Kurz am Austrian World Summit scharf kritisierte. Stein des Anstoßes war folgende Aussage des Kanzlers: „Wenn wir Emissionen reduzieren wollen, dann wird dies nicht über eine Politik des erhobenen Zeigefingers und eine Zurück-in-die-Steinzeit Mentalität gelingen“. Imres Kritik damals: „Mich hat die Tonalität seiner Rede genervt und der Ansatz, dass wir nur mit Innovation den Klimawandel bekämpfen können. Alles was in Richtung ‚Reduktion‘ geht, wird von ihm abgelehnt.“

Die Metapher der „Steinzeit“ hielt erst unlängst Einzug in den jüngsten „Klimaschutz-Koalitionszwist“ zwischen ÖVP und Grüne. Brutkasten Earth nimmt dies zum Anlass und hat mit Kolumnisten Mic Hirschbrich über den Stellenwert von Technologie, Innovation und Degrowth für den Klimaschutz gesprochen.

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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