30.01.2025
INVESTMENT

Münchner KI-Forecasting-Startup mit Ö-Co-Founder erhält 600.000 Euro Investment

Das Münchner KI-Forecasting-Startup mit dem österreichischen Co-Founder Bjol Frenkenberger an Bord erhält ein sechsstelliges Investment. Mit dabei sind neben Vanagon Ventures auch EWOR und Business Angels aus der Industrie.
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Das Team von MIR Insight (c) MIR Insight

Das Münchner KI-Forecasting-Startup MIR Insight erhält ein Investment in Höhe von 600.000 Euro. Beteiligt an der Finanzierungsrunde ist der Risikokapitalgeber Vanagon Ventures, der primär DeepTech-Investitionen in der Frühphase tätigt. Neben dem Lead Investor Vanagon waren EWOR, Floris Capital sowie weitere Business Angels „aus der Industrie“ an der Runde beteiligt. CEO des Startups ist der gebürtige Salzburger Bjol Frenkenberger.

KI-Analysen für Textilindustrie

MIR Insight positioniert sich als Experte für „energieeffizientes KI-basiertes Forecasting in der Prozessindustrie“. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Textil-, Faser- und Kunststoffindustrie.

Konkret hilft MIR Insight bei der effizienten Bedarfsplanung in der Textilindustrie. Mit der KI-gestützten Forecasting-Software von MIR Insights können Kundenunternehmen Überproduktion reduzieren, Kosten und Ressourcen senken und darüber hinaus auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, heißt es in einer Pressemeldung.

KI-gestützte Komprimierung von Daten

Mit eigenen KI-Modellen könne das Startup Vorhersagen für Angebot, Nachfrage und Preisentwicklungen erstellen. Nach eigenen Angaben erreiche man dabei eine Genauigkeit von bis zu 97 Prozent, was sich gerade in der Identifikation von kritischen Wendepunkten als unabdingbar erweist.

„Die Fähigkeit, präzise Vorhersagen zu treffen, ist in unsicheren Zeiten ein Wettbewerbsvorteil“, sagt Sandro Stark, General Partner bei Vanagon Ventures, über das KI-Startup. Die Technologie des Startups verwende sogenannte neuronale Netze, um „hochdimensionale Daten auf ihren Kern zu reduzieren und zu verarbeiten“.

Damit könne das Modell „feinste Muster, Zusammenhänge und Anomalien in unterschiedlichsten Datenansätzen identifizieren“ sowie Ähnlichkeitssuchen, Clusterbildungen und Einbettungen ermöglichen und volatile Zeitreihen oder Verhaltensmuster analysieren.

Ö-Co-Founder studierte Klavier und promovierte in Oxford

Das Team hinter MIR Insights wird vom Österreicher Bjol R. Frenkenberger sowie seinen Mitgründern Nuno Barros, Jonas Falkner und Friedrich Weninger geleitet. Frenkenberger selbst begann mit zwölf Jahren ein Klavierstudium. Später studierte er am King’s College in London und arbeitete in der Finanzbranche, heißt es in der Aussendung. Zudem hat Frenkenberger für mehrere Daten-Startups in Tokyo gearbeitet und anschließend an der Universität Oxford promoviert.

„Unsere Vision ist es, mit unseren Lösungen einen signifikanten Beitrag zu leisten, die Fertigungsindustrie in eine effiziente, nachhaltige Zukunft zu führen, in der Resourcen gezielt eingesetzt und Emissionen und Abfall minimiert werden. Dank der Unterstützung von Vanagon Ventures und weiteren Investoren sind wir dieser Vision einen großen Schritt näher gekommen“, so der Gründer zum frischen Investment.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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