13.11.2017

Moving Forward Conference setzt digitale Impulse

Bei der Moving Forward Conference wurden vergangenen Freitag, im Wiener Luxushotel Le Méridien, Zukunfts- und Digital-Themen diskutiert, die die Welt bewegen. Die Fachkonferenz für digitale Trends und Innovationen überzeugte ihre Besucher vor allem mit dem richtigen Mix aus Big Brands und Startups.
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© Philipp Lipiarski/Good Life Crew (vlnr.) Daniel Bessler, Fritz Jergitsch und Josef Mantl
kooperation

Anschließend an den erfolgreichen Vormittag von Moving Forward, Österreichs erster Fachkonferenz für Ideen, digitale Trends und Innovationen nach den Nationalratswahlen, standen am Freitagnachmittag Themen wie Artificial Intelligence, Fake News, Sales-Strategien und die Innovationsführerschaft von Startups im Fokus. Unter dem Motto „Moving Forward – Shaping the Future“ gaben vormittags Opinion Leader, Influencer, Marketing- sowie Digital- und Zukunftsexperten auf Einladung der beiden Kommunikatoren Josef Mantl und Daniel Bessler ihr Fachwissen bei der restlos ausverkauften Fach- und Innovationskonferenz im trendigen Le Méridien Vienna mitten in der Wiener Innenstadt preis. „Mit dem Mobile Marketing Innovation Day setzen wir seit sechs Jahren Standards bei allen Themen rund um Digitalisierung. Mit Moving Forward möchten wir Österreich als Digitalisierungsstandort etablieren und als Impulsgeber in Sachen Digitalisierung für die neue Regierung fungieren“, freuten sich Mantl und Bessler über den erfolgreichen Tag.

Die Moving Forward Conference zeigt Vielfalt

„Es gibt keinen Geschäftsbereich mehr, der nicht von der Digitalisierung erfasst wird. Die Moving Forward Conference zeigt die gesamte Vielfalt, Daten- und technologiegetriebener Innovationen. Das iab austria öffnet sich auch für Start-ups und Tech-Firmen, um der gesamten Bandbreite der digitalen Wertschöpfung eine starke Stimme zu geben“, so der neu gewählte interactive advertising bureau austria-Präsident und Russmedia Digital-Geschäftsführer André Eckert. Im Zuge verschiedenster Vorträge präsentierte etwa Stefan Klanner von Saubermacher sein Produkt wastebox.biz, das der Digitalisierung in der Abfallwirtschaft gewidmet ist und die Logistik für Einzelaufträge bei Baustellen optimiert. Rund 30.000 Unternehmen aus dem Baugewerbe stehen etwa 600 Entsorgungsunternehmen entgegen, wobei die Auftragsvergabe wenig effizient und transparent, dafür aber sehr bürokratisch ist. „Wir haben das Taxify- und Uber-System binnen eines Jahres auf Müllentsorgung umgelegt und schaffen Mehrwert für alle Beteiligten“, fasst Klanner zusammen. Nach dem erfolgreichen Start in Österreich, plant er bereits den flächendeckenden Markteintritt in Deutschland.

Artificial Intelligence und Fake-News

Angelika Hrubi von Doubleclick by Google erzählte unter anderem, dass sich Google vom „Mobile First“ zum „Artificial Intelligence First“ Unternehmen entwickelt hat. Hinter stark genutzten Applikationen wie Google Maps und Spotify steckt bereits künstliche Intelligenz, die für ein besseres User-Erlebnis sorgt. Auch das 74.000 Seiten umfassende Steuergesetz in den Vereinigten Staaten lässt sich mittlerweile nur durch AI sinnvoll analysieren, wobei hier IBM Watson für Durchblick sorgt. „Im Marketing ist Artificial Intelligence durch individuelle Relevanz der Inhalte der Schlüssel zum Erfolg“, so Hrubi abschließend.
Die Tagespresse-Gründer Fritz Jergitsch ist seit vier Jahren mit Fake News erfolgreich. „Ich habe Fake News nicht erfunden. Das hat Wolfgang Fellner als ‚Pablo Picasso der Fake News’ vor zehn Jahren schon geschafft“, schmunzelt Jergitsch. Die Geschichte reicht für ihn bis zur Bibel „dem ältesten Sammelbund an Fake-News“ zurück. Nur ist es im Laufe der Zeit einfacher geworden, hunderttausende Menschen von der Couch aus mit falschen Inhalten zu bedienen. „Mit Trump haben sich auch Fakten-Checker etabliert, die Lügen kurze Beine machen”, sagt Jergitsch. Außerdem standen noch Puls4-CEO Markus Breitenecker, Siegfried Stepke von e-dialog, Daniel Krüger von T-Mobile und Mister Austria 2017 sowie Entrepreneur Alberto Nodale, auf der Bühne.

Paneldiskussion: Sind Startups die neuen Innovationsführer?

Um Startups besteht derzeit ein großer Hype, der sich seit rund fünf Jahren stetig aufwärts entwickelt. Beim wirtschaftlichen Ökosystem für die Gründung von Startups herrscht jedoch großer Aufholbedarf in Österreich im Vergleich zum europäischen und globalen Markt. Das Problem liegt im Bildungssystem selbst und an der Einstellung der jungen ÖsterreicherInnen zum Unternehmertum. „Startups sind ein wichtiger Mosaikstein im Innovationszyklus. Auf der Corporate Seite entsteht viel Innovation, die Unterschiede bestehen in der Herangehensweise. Bei großen Corporates dauert dieser Prozess sehr lang, Startups arbeiten flexibel und kundenorientiert. Durch die Zusammenarbeit von Startups und Corporates können beide Seiten voneinander lernen“, so Dejan Jovicevic von Der Brutkasten. „Österreich ist weit weg von der Weltspitze in der Entwicklung und Förderung von Startups. Wir müssen am Ball bleiben und neue Trends schnell adaptieren, sonst wird es für Österreich als Wirtschaftsstandort in Zukunft schwierig. Wir brauchen in Österreich eine Kulturveränderung, um Innovation entsprechend zu fördern“, erklärt Markus Raunig von Austrian Startups. Am 22. Februar 2017 findet die Moving Forward Conference in New York statt. Weitere Informationen zum Programm, den Speakern sowie Details zur Veranstaltung gibt es hier.

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„Rekalibrieren statt pausieren“: Corporate Venturing im Krisenmodus

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(c) whataventure
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„Unternehmen, die heute rekalibrieren statt pausieren, bauen sich einen Vorsprung auf, den andere in drei Jahren nicht mehr aufholen können.“ – mit diesen Worten ordnet Stefan Peintner, CEO von whataventure, die aktuelle Marktlage im Corporate Venturing ein. Die neue Studie „The state of new business building 2026“, für die 50 Führungskräfte und Innovationsverantwortliche aus dem DACH-Raum befragt wurden, zeichnet ein Bild der Konsolidierung. Restrukturierungen, strategische Kurswechsel und wirtschaftliche Unsicherheiten haben den Druck auf Innovationsabteilungen massiv erhöht und bei vielen Unternehmen zu Budgetkürzungen geführt.

Kapitalintensive Instrumente besonders von Kürzungen betroffen

Die finanzielle Zurückhaltung der Unternehmen trifft vor allem die kapitalintensiven Instrumente im Corporate Venturing. Laut der Studie berichten 40 Prozent der Befragten im Bereich Venture Acquisitions über verringerte Mittel im vergangenen Jahr. Im Corporate Venture Building (CVB) verzeichnen 39 Prozent Budgetrückgänge, im Corporate Venture Capital (CVC) sind es 26 Prozent. Venture Clienting zeigt sich in diesem Umfeld resilienter: Hier vermelden nur 17 Prozent der betroffenen Befragten finanzielle Einschnitte.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der subjektiven Erfolgsbewertung der verschiedenen Instrumente wider. Entsprechend bewerten 81 Prozent der Befragten aus CVC-Units und 74 Prozent jener im Venture Clienting diese Instrumente als zumindest „eher erfolgreich“, während Corporate Venture Building mit 62 Prozent etwas schwächer abschneidet.

Strategie-Kopplung als Überlebenskriterium

Eine zentrale Erkenntnis der Studienautor:innen ist, dass die Phase der „breiten Exploration“ vorbei ist – das war bereits in der Studie vergangenes Jahr deutlich herausgekommen, wie brutkasten berichtete. Inzwischen werde die klare Kopplung an die Unternehmensstrategie zum Überlebenskriterium. Die erhobenen Daten untermauern diese These: 77 Prozent der nach eigener Einschätzung erfolgreichen New Business Building Units leiten ihre Themen direkt aus der übergeordneten Unternehmensstrategie ab. Bei den weniger erfolgreichen Initiativen tun dies nur 18 Prozent.

Für Einheiten, die ihre Aktivitäten als weniger erfolgreich einstufen, kristallisieren sich drei Kernprobleme heraus: 64 Prozent kämpfen mit dem Governance-Modell, 55 Prozent mit fehlendem Top-Management-Commitment und weitere 55 Prozent bemängeln eine unklare strategische Ausrichtung. Wer diese strategische Verbindung hingegen konsequent herstellt, treffe bessere Entscheidungen bei der Wahl der Instrumente und riskiere nicht den Verlust des internen Mandats, so die Schlussfolgerung in der Studie.

Mit externer Hilfe „mehr mit weniger“ erreichen

Um den gestiegenen Erwartungen bei gleichzeitig sinkenden Budgets gerecht zu werden, müssen Teams schlanker und zielgerichteter agieren. Unternehmen berichten der Studie zufolge von schnellerer Entscheidungsfindung und höherer Resilienz, wenn sie in kleinen Teams arbeiten und externe Partner gezielt einbinden. Diese Praxis nimmt spürbar zu: Die Nutzung externer Unterstützung im Corporate Venture Building stieg von 41 Prozent im Jahr 2025 auf 59 Prozent im Jahr 2026 an.

Optimismus trotz „Venture-Building-Winter“

Trotz der angespannten Ressourcenlage ist die Stimmung unter den Innovationsverantwortlichen keineswegs pessimistisch. Rund zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, dass New Business Building in den nächsten fünf Jahren wesentlich zum Wachstum und zur Stabilität ihrer Unternehmen beitragen wird.

Dass antizyklisches Handeln in dieser Phase ein Vorteil sein kann, unterstreicht Axel Deniz, CEO der Venture-Building-Unit Bosch Business Innovations, der in der Studie zitiert wird: „In Europa und den USA sehen wir einen Venture-Building-Winter, aber Bosch Business Innovations verdoppelt seine Einsätze – und das ist ziemlich außergewöhnlich.“ Die Konsequenz für Verantwortliche im DACH-Raum ist laut whataventure deutlich: Wer seine Aktivitäten jetzt schärft und liefert, baut Vorsprung auf; wer die Druckphase lediglich aussitzt, riskiert Budget und Mandat.

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