24.09.2021

Moovya: Fitness-Übungen als Handy-Spiel

Die Moovya-App erkennt drei verschiedene Körper-Bewegungen. Der Körper wird so zum "Spiel-Controller" in einem Smartphone-Game.
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Screenshot: Moovya-Promotion-Video
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Manche Menschen können gar nicht genug Sport bekommen. Andere hingegen brauchen schon einiges an Motivation, um sich zu bewegen. Diese will das Dresdner Startup Evomo mit seiner App Moovya ansprechen. „Wir wissen, es ist nicht immer leicht, sich zum Sport zu motivieren. Ist man einmal zuhause auf dem Sofa gelandet, fällt es unglaublich schwer, sich aufzuraffen und sich zu bewegen“, sagt Co-Founder Richard Schütze. Die App setzt daher auf Gamification.

Token sammeln mit Kniebeuge, Sidestep und Sprung

„Mit Moovya kann man sich spielerisch fit halten und das immer und überall. Alles, was man dafür braucht, ist das Handy und ein kleines bisschen Platz“, meint Mitgründer Etienne Petermann. Drei verschiedene Spiele stehen zur Auswahl, bei denen etwa Hindernissen ausgewichen werden muss, oder Token gesammelt werden müssen. Die App erkennt dabei drei verschiedene Bewegungen: Kniebeuge, Sidestep und Sprung. So wird der Körper quasi zum „Spiel-Controller“. Die App liefert dann eine Statistik, wie viele Kniebeugen oder Sprünge ausgeführt und wie viele Kalorien dabei verbrannt wurden.

Moovya-Promotion-Video

Die Signale der im Handy verbauten Sensoren würden dazu durch eine selbst entwickelte Bewegungserkennungstechnologie verarbeitet, heißt es vom Startup. „Unsere künstliche Intelligenz erkennt ganz genau, welche Bewegung der Nutzer macht und wandelt diese in die Bewegung der Spielfigur um. Das Coole dabei ist, dass der Nutzer gar nicht merkt, dass er sich körperlich anstrengt“, meint der dritte Co-Founder Jakob Wowy.

Derzeit nur iOS, aber Android-Developer gesucht

Mit den Handy-Sensoren könne man aber nur die drei genannten Bewegungen erkennen. „Aber in Zukunft haben wir noch viel vor: Mit nur einem zusätzlichen Sensor-Brustgurt schaffen wir es, 20 verschiedene Fitnessbewegungen zu tracken. Denn damit machen wir ein vollwertiges Workout zum Spiel“, erklärt Mitgründer Petermann.

Momentan ist die App nur für iOS verfügbar. Dazu, wann eine Android-Version geplant ist, gibt es keine genaue Angabe. In den Job-Ausschreibungen werden aber jedenfalls auch Android-Developer gesucht. Für mehr Bekanntheit und um die weitere Entwicklung zu finanzieren, tritt Moovya auch in der VOX-Show Die Höhle der Löwen“ auf. Die Folge wird kommende Woche ausgestrahlt.

Ebenfalls in dieser Episode der Höhle der Löwen: Kleiderly, Veggie Crumbz, Stur und Holy Pit.

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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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