26.04.2022

Moonshot Pirates: Wiener Gründer starten Bootcamp in Afrika

Dies ist der erste Schritt von Moonshot Pirates zur Förderung junger lokaler Unternehmer in Ghana.
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Moonshot Pirates, Ghana, SOS Kinderdorf
(c) Moonshot Pirates - Simon Rutar (r.), Aneta Londa und Marko Haschej von Moonshot Pirates.

Simon Rutar, Aneta Londa und Marko Londa (Haschej) haben Moonshot Pirates als Community gegründet, um unternehmerisches Denken und Handeln bei Jugendlichen und Schüler:innnen zu fördern. Genauer gesagt, zu entfachen. Begleitet und unterstützt werden Teilnehmer dabei von internationalen Mentor:innen, erfahrenen Changemakern und Entrepreneuren aus dem Netzwerk der globalen Bildungsinitiative. Nach Plänen, die Sahara zu begrünen, starten die Founder:innen gemeinsam mit dem SOS-Kinderdorf jetzt ein Innovations-Bootcamp in Ghana.

Moonshot Pirates und SOS Kinderdorf

„Die Zusammenarbeit mit Moonshot Pirates ist Teil unserer Initiative „YouthCan!“, sagt Cristina Soreanu, YouthCan!-Projektleiterin bei SOS-Kinderdorf International. „Mit der wir jung Menschen, die die elterliche Fürsorge verloren haben oder davon bedroht sind, auf ihrem Weg zu einer angemessenen Arbeit und einem unabhängigen Leben unterstützen. Diese Gruppe gefährdeter Jugendlicher ist bei der Suche nach einem Arbeitsplatz oder beim Aufbau eines eigenen Unternehmens besonders benachteiligt, da ihnen möglicherweise die erforderlichen Netzwerke oder Fähigkeiten fehlen. Mit den Moonshot Pirates haben wir einen Partner gefunden, der ein innovatives Konzept zur Unterstützung junger Menschen bei der Erkundung ihres Potenzials mitbringt und über bewährte Erfahrung und Know-how verfügt.“

Beim Camp handelt es sich um eine dreitägige Veranstaltung in der Stadt Tema. Es findet vom 3. bis 5. Mai 2022 statt und richtet sich an junge Personen zwischen 14 und 19 Jahren.

Ziel ist es, potenziellen Jungunternehmer:innen die Möglichkeit zu geben, sich mit erfahrenen Leuten aus der Branche und Changemakern zu treffen, während sie an der Entwicklung ihrer eigenen innovativen Idee arbeiten.

Keynotes, Pitches und Hackathon

Das dreitägige Programm selbst besteht aus Keynotes, einem zweitägigen Hackathon, Mentor:innen-Stunden, Austausch sowie öffentlichen Pitches vor Unternehmen. Dabei fokussiert das Moonshot-Pirates-Team auf drei Hauptbereiche: Unternehmertum und Startups, Exponentielle Technologien sowie Mindset Building und Moonshot Thinking.

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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