10.03.2026
NACHHALTIGKEIT

money:care: Wiener Startup startet Kooperation mit Wiener Börse

Das Wiener Startup money:care bringt retail-freundliche Nachhaltigkeitsinformationen auf die Website der Wiener Börse.
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© money:care - Das money:care-Team.

Investieren nachhaltiger machen – diese klare Vision verfolgte das Wiener FinTech-Startup money:care rund um Founder-Trio Katharina Herzog, Ulrich Penitz und Timo Nothdurft seit seinem Start im September 2023. Im Februar 2025 ging man eine Kooperation mit der deutschen Börsenplattform Onvista ein, wodurch Privatanleger:innen einen transparenten Einblick in die Nachhaltigkeitsbewertung von rund 1.100 börsennotierten Unternehmen erhielten – brutkasten berichtete. Nun startete man eine Kooperation mit der Wiener Börse.

money:care: Widgets auf Website der Wiener Börse

Ab sofort sind auf der Website der Wiener Börse Nachhaltigkeits-Widgets zu allen im „Prime Market“ notierten Unternehmen eingebunden. Für money:care sei das ein prominenter Referenz-Case im österreichischen Kapitalmarkt – und ein starkes Signal dafür, wie digitale Investmentinformationen für Privatanleger:innen künftig aufbereitet werden können: „verständlich, visuell und direkt dort, wo Anlageentscheidungen vorbereitet werden“, so der Claim.

Für money:care markiert diese Zusammenarbeit einen wichtigen Wachstumsschritt. Das Unternehmen möchte sich damit weiter als Daten- und Infrastrukturpartner für die nächste Generation digitaler Finanzinformation positionieren. Während viele Nachhaltigkeitsinformationen im Kapitalmarkt bislang schwer zugänglich, technisch sperrig oder primär für professionelle Marktteilnehmer gedacht seien, setze money:care bewusst auf eine retail-freundliche Aufbereitung, die Verständlichkeit und Orientierung in den Mittelpunkt stellt.

„Starkes Signal“

„Für uns ist das ein starkes Signal aus dem Markt: Nachhaltigkeitsinformationen müssen nicht nur vorhanden sein – sie müssen auch so aufbereitet sein, dass Menschen sie im Investment-Kontext wirklich nutzen können“, sagt Herzog, Co-Founderin und CEO von money:care. „Wir glauben, dass sich digitale Finanzinformation in den kommenden Jahren deutlich weiterentwickeln wird: weg von reiner Datenfülle, hin zu kontextualisierten, nutzerfreundlichen Modulen, die Orientierung schaffen. Genau dafür bauen wir die Infrastruktur.“

Die von money:care bereitgestellten Widgets basieren auf einer kuratierten Auswahl zentraler Klima-, Gesellschafts- und Gender-Indikatoren. Grundlage sind öffentlich verfügbare Unternehmensdaten, die mithilfe technologiegestützter Datenerhebung und fachlicher Analyse strukturiert und in eine übersichtliche Scorecard-Logik überführt werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf zusätzlicher Komplexität, sondern auf einer Darstellung, die Informationen für den Retail-Kontext greifbarer machen soll.

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Teamfoto Klartext AI | (c) Leandra Schurz Photography

Elektronikprodukte enthalten wertvolle Rohstoffe, werden aber häufig so entwickelt, dass sie sich nicht einfach reparieren, wiederverwenden oder recyceln lassen. Das Wiener Startup Klartext AI will mit Künstlicher Intelligenz dazu beitragen, das zu ändern. Das 2025 gegründete Unternehmen entwickelt KI-Lösungen für unterschiedliche Anwendungsbereiche, darunter doclarity, ein Tool zur Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente. Im Rahmen des Eureka-Forschungsprojekts „ManageR“ entwickelt es einen KI-Assistenten, der Elektronikhersteller bei Entscheidungen zur Kreislaufwirtschaft unterstützen soll. Dafür erhält Klartext AI eine Förderung von rund 250.000 Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).

Das Projekt startete am 1. Oktober 2026 und läuft über drei Jahre. Klartext AI ist dabei für die KI-Technologie zuständig und entwickelt den sogenannten ‚ManageR Copilot‘. Dieser soll Informationen über Produkte, Materialien und gesetzliche Vorgaben zusammenführen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

KI soll Reparatur und Wiederverwendung bewerten

Im Mittelpunkt von ManageR steht ein digitales Bewertungs- und Optimierungstool. Dieses soll Unternehmen dabei helfen, für einzelne Produkte und Komponenten geeignete Kreislaufstrategien zu finden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, ob Bauteile repariert, wiederverwendet, aufbereitet oder recycelt werden sollten. Die Software soll in unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus zum Einsatz kommen – etwa bei der Entwicklung oder im Einkauf. Je nach Lebenszyklusphase soll das System unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Neben ökologischen Faktoren soll dabei auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Eine Herausforderung ist dabei die Vielzahl an benötigten Informationen. Dazu zählen etwa Produktstücklisten, Materialdaten, regulatorische Anforderungen und branchenspezifisches Fachwissen. Diese Informationen sind häufig auf unterschiedliche Systeme und Abteilungen verteilt oder liegen bei einzelnen Experten. Das Wiener Startup entwickelt deshalb ein KI-Agentensystem samt Benutzeroberfläche, das die Daten verknüpfen soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut Anna Poledna, Business Development bei Klartext AI, auf der Nachvollziehbarkeit: Nutzer sollen erkennen können, auf welchen Informationen und Quellen die Vorschläge beruhen. Technologisch setzt das Startup dafür unter anderem auf Wissensgraphen und Multi-Agenten-Systeme.

Eine Rolle bei der Entstehung des Projekts spielten laut Poledna auch neue EU-Vorgaben. Die Ökodesign-Verordnung (ESPR) soll unter anderem die Langlebigkeit und Reparierbarkeit von Produkten verbessern. Der Digitale Produktpass soll künftig Informationen zu Materialien, Reparaturmöglichkeiten und Umweltauswirkungen verfügbar machen.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer und Industrieunternehmen

An ManageR sind neben Klartext AI das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), die Universität Stuttgart sowie die deutschen Unternehmen ifm und Ansmann beteiligt. Fraunhofer koordiniert das Projekt und entwickelt unter anderem ein Bewertungsmodell, während die Universität Stuttgart ihre Expertise in der Ökobilanzierung einbringt. Die beiden Industrieunternehmen stellen ein 3D-Kamerasystem und ein Ladegerät zur Verfügung, an denen die Technologie getestet werden soll.

„Für uns ist es großartig, dass wir unsere KI-Forschung direkt in die Anwendung bringen können. In ManageR entwickeln wir gemeinsam mit führenden Forschungseinrichtungen neue Methoden und testen sie gleichzeitig an echten Industrieprodukten“, sagt Poledna.

Nach Abschluss des Forschungsprojekts im September 2029 soll die Technologie laut Poledna kommerziell angeboten werden. Geplant ist, sie künftig auch für weitere Elektronikprodukte einzusetzen. Wie breit das System anwendbar sein wird, hängt insbesondere von der Verfügbarkeit entsprechender Daten ab.

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