01.06.2021

Mobility-News: EasyPark übernimmt Mitbewerber Park Now

Die EasyPark Group, die in Österreich mit ihrer Park-App vertreten ist, vermeldet die Übernahme des Mitbewerbers Park Now.
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EasyPark, Park Now, Übernahme,
(c) EasyPark - Die "Parking-Tech"-Company EasyPark übernimmt einen Konkurrenten.

Offenes Interesse bekundete die EasyPark Group bereits am 9. März 2021, als sie ihre Absicht veröffentlichte, die Park Now Group zu akquirieren. Die Übernahme wurde nun von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt und alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden von den Gesellschaftern der BMW Group und Daimler Mobility AG auf die EasyPark Group übertragen.

Reichweite von über 3.000 Städten

Diese Übernahme ist Teil der Wachstumsstrategie in den Bereichen digitales Parken, Laden von Elektrofahrzeugen und Mobilitätsdienstleistungen von EasyPark. Beide Unternehmen vereinen ihre jeweilige Marktabdeckung in Nordamerika, Australien, Neuseeland, Großbritannien und dem restlichen Europa. Sie haben subsumiert eine Reichweite von derzeit 3.200 Städten rund um den Globus, die weiterhin ausgebaut werden soll. Nach Abschluss der Akquisition tritt Jörg Reimann von seiner Funktion als CEO von Park Now zurück. Johan Birgersson, CEO der EasyPark Group, übernimmt die Geschäftsführung der erweiterten Gruppe.

EasyPark: Entwicklung neuer digitaler Dienste

„Dies ist ein historischer Meilenstein in unserer Branche und wir freuen uns sehr, diese Reise anzutreten. Aber vor allem bin ich stolz darauf, eine so starke Organisation mit talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu leiten. Durch unsere globale Marktabdeckung und Größe sowie mit einem integrierten Portfolio können wir Städte lebenswerter machen, indem wir die Entwicklung neuer, intelligenter und integrierter digitaler Dienstleistungen vorantreiben“, so Birgersson.

Innovation & Antriebskraft als Ziel von EasyPark

Auch Stephan Unger, Vorstandsmitglied von Daimler Mobility und verantwortlich für Finanzen, Controlling, Risikomanagement und digitale Mobilitätslösungen, spricht von einer neuen Antriebskraft im Bereich der digitalen Parkdienstleistungen: „Die Park Now Group und EasyPark ergänzen sich perfekt und werden attraktive Angebote für Kunden auf der ganzen Welt bereitstellen.“

(c) Karl Gabor – Johan Birgersson, CEO EasyPark, spricht von einem historischen Meilenstein.

Rainer Feurer, Senior Vice President Corporate Investments bei der BMW Group, hingegen sieht in dieser Übernahme einen verstärkten Fokus auf Innovation und Kundenbetreuung. „Gemeinsam sind die EasyPark Group und Park Now in der Lage, eine breite Palette an digitalen Parkdienstleistungen anzubieten“, sagt er.

Stillschweigen über Modalität

Nun beginnt für EasyPark eine Entdeckungs- und Integrationsphase, in der das Unternehmen sicherstellen möchte, dass man vom Know-how beider Firmen profitiert. Damit soll ein Grundstein für zukünftige Erfolge gelegt sowie einen Mehrwert für Autofahrer, Unternehmen, Städten und Parkraumbetreibern ermöglicht werden.

Die Integration der beiden Unternehmen wird in mehreren Schritten erfolgen, die das kommerzielle Angebot, die interne Organisation und die Arbeitsweise umfassen. Über die Konditionen der Transaktion haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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