21.06.2021

mjuks: So wollen zwei Kärntner Coder die bessere Mediziner-Kleidung bieten

Ende 2020 in Wien gegründet launcht das Startup mjuks heute mit dem Claim, das "wahrscheinlich bequemste Praxisoutfit der Welt" zu bieten.
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mjuks: Die Gründer Jakob Hohenberger und Gregor Kury
(c) mjuks: Die Gründer Jakob Hohenberger und Gregor Kury

Die Coronakrise hat viele Menschen auf neue Ideen gebracht. Die meisten versuchten dabei, in ihrem Bereich auf die geänderten Bedingungen einzugehen. Anders die beiden Kärntner Jakob Hohenberger und Gregor Kury. Eigentlich Coder sahen sie einen Bedarf nach besserer Kleidung für den Medizinbereich. Mit ihrem Ende 2020 gegründeten Startup mjuks bringen sie heute die ersten Produkte auf den Markt.

„Wir waren komplett blauäugig“

Dabei sei der Sprung aus der IT- in die Textil-Industrie nicht so leicht gefallen, erzählt Co-Founder Kury: „Wir waren komplett blauäugig. Wir kommen beide aus der Tech-Welt, deswegen waren wir es gewohnt in kurzen Iterationen zu arbeiten: Am Morgen die Idee haben, am Nachmittag coden und am Abend gibt es ein neues Feature. In der Bekleidungsindustrie läuft das ein bisschen anders: E-Mails über E-Mails und nach Wochen stellst du fest, deine letzte Änderung am Produkt war doch keine Gute Idee“.

(c) mjuks: So sieht die Kleidung des Startups aus

Letztlich sei das Tech-Mindset dem Gründer-Duo aber zugute gekommen. Im Gegensatz zu den meisten Arbeitskleidungs-Produzenten entwickle mjuks seine Kleidung direkt in der Praxis mit Menschen im Medizin-Bereich, so der Gründer. Insgesamt mehr als 100 seien in die Entwicklung der ersten Kollektion involviert gewesen. Herausgekommen sei das „wahrscheinlich bequemste Praxisoutfit der Welt“, so der unbescheidene Claim des Startups. Und auch das Ziel ist groß gewählt: „Irgendwann der Tesla unter den Arbeitskleidungen zu sein, ist die Vision, die uns antreibt“, sagt der Gründer.

mjuks: antibakteriell mit gemeinnützigem Zuckerl

Punkten will mjuks – übrigens das schwedische Wort für weich/zart – dabei nicht nur mit Tragekomfort. Mit Silber ummantelte Fasern verleihen dem Stoff antibakterielle Eigenschaften. „Auch Kleidung ist ein wichtiger Teil der Hygienemaßnahmen im medizinischen Umfeld“, meint dazu Kury. Durch die Produktion in Portugal sollen gute Arbeitsverhältnisse im Herstellungsprozess sichergestellt werden und ein Teil des Verkaufserlöses fließt in ein gemeinnütziges Projekt in Tansania.

Neu im Bereich ist auch das Vertriebsmodell. Das Startup setzt derzeit zur Gänze auf den Vertrieb über den eigenen Online-Shop. Kunden können dazu eine „mjuks – Sample Box“ bestellen und die Produkte vorab kostenlos testen. „Die Ware kommt zum Testen direkt in ihre Praxis und kann dort in Ruhe anprobiert werden. So sparen sich die Kund_innen den ungemütlichen Retouren-Tanz und wissen direkt, was am besten zu ihnen passt“, so Kury.

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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