16.02.2022

Miviso: Innsbrucker Startup bietet Immobilien-Visualisierung für virtuelle Besichtigungen

Das Startup bietet nicht nur Visualisierungs-Angebote an B2B-Kunden an, sondern ermöglicht die Besichtigungen von Wunschobjekten mit VR-Brille für potentielle Käufer:innen.
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Miviso: (vlnr.) Philip Willner, Michael Danklmaier, Hanspeter Prieth
Das Miviso Gründer-Team bestehend aus Philip Willner, Michael Danklmaier, Hanspeter Prieth (vlnr.) | © Miviso

Wenn wir in den letzten Jahren etwas gelernt haben, dann ist es eines: Dass wir von unserem Sofa oder Esstisch aus fast alles erledigen können – sogar Immobilien besichtigen.  Diese neu angewohnte Flexibilität koppelt das Innsbrucker Startup Miviso nun mit Virtual-Reality-Technologie und bietet somit seinen Kund:innen die Besichtigung von Objekten als Computerspiel oder in einer Virtual-Reality-Umgebung an. Als Spezialist für Immobilien-Visualisierungen ermöglicht das Startup potentiellen Käufer:innen den Rundgang sogar durch Immobilien, die entweder noch nicht fertig gebaut oder zu weit weg sind.

Vom WG-Zimmer zur Unternehmens-Expansion

Die Idee zu Miviso wurde von den drei Mitgründern Michael Danklmaier, Philip Willner und Hanspeter Prieth 2017 geboren. Das Trio lernte sich beim Architekturstudium an der TU Innsbruck kennen und arbeitet damals schon an Projekten in ihren WG-Zimmern zusammen. Erste unternehmerische Erfahrungen konnten die Freunde nach der Gründung ihrer ersten Agentur für Architekturvisualisierungen “Die Pixelstube” in 2013 gewinnen. Sie erkannten schnell, dass der Markt der Objekt-Visualisierungen smarte Lösungen braucht. 2017 gründeten sie somit das Startup Miviso, das sich seither auf die Erstellung von Immobilien-Visualisierungen spezialisiert. 

Der Erfolg ihrer Idee bewährte sich für das Trio schnell. Schon zwei Jahre nach ihrer Gründung konnten die Co-Founder ihre Expansion in den gesamten Dach-Raum ankündigen. Mit Standorten in Innsbruck und Moldawien konnte das Startup bisher schon über 3.000 Projekte verwirklichen. 

VR-Brille, Computerspiele & Co

Das Ziel des Startups ist es, Bauträger:innen und Immobilienmakler:innen die emotionale Visualisierung von Neu-Projekten zu erleichtern. Der zukünftige Wohnraum von potentiellen Käufer:innen soll dabei so realistisch wie möglich dargestellt werden. „Für die Produktion einer Virtual-Reality-Tour benötigen wir, genauso wie bei allen anderen Visualisierungen, nur Architektenpläne und ein 360-Grad-Bild von der Umgebung der Immobilie und in wenigen Wochen kann sie schon von überall in der Welt virtuell besichtigt werden“, sagt Michael Danklmaier, Co-Founder von Miviso.  

Im Computerspiel-Modus ermöglicht das Startup zudem auch die Darstellung der Objekte im Tagesverlauf sowie in verschiedenen Lichtstimmungen. Nutzer:innen können per Knopfdruck nicht nur zwischen Fassaden- und Designelementen des Objektes wechseln, sondern auch vom Gehmodus in die Birdview-Ansicht übergehen.

Betrachter:innen können den Rundgang mit der Nutzung einer Virtual-Reality-Brille auch im VR-Modus durchführen. Miviso möchte Interesent:innen dadurch das Gefühl geben, vor Ort zu sein. Auch die Erstellung von Videosequenzen und Bildern während der virtuellen Besichtigung ist für Makler:innen möglich, damit sie die Immobilie den zukünftigen Käufer:innen aus allen Perspektiven zeigen können. 

Fixpreis für Umsetzung

Die virtuellen Rundgänge sollen besonders für Ferienimmobilien, Exklusiv-Objekte und Vermarktungsprojekte über große Distanzen eingesetzt werden. „Hier gilt es einerseits, häufig große Entfernungen zu überbrücken. Andererseits spielen aber auch der Schutz der Privatsphäre auf Käufer- und Verkäuferseite eine Rolle“, sagt Danklmaier.

Miviso ist davon überzeugt, dass es sich mit seinen Preisen, einfachen Bestellvorgängen sowie zuverlässigen Lieferzeiten von seiner Konkurrenz abhebt. Für die Visualisierung der Objekte verlangt das Startup von Immobilien-Entwickler:innen einen Fixpreis von 80 Euro pro Quadratmeter. Zudem sucht das Miviso-Team ständig nach neuen Talenten, die sie bei der Transformation der Immobilien-Verkaufs-Branche unterstützen können. 

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Forschende in der SAL Reinraum Villach. (c) Sarina Dobernig

Der Quantencomputer gilt als die nächste Schlüsseltechnologie, was die Quantenforschung zu einer der gefragtesten unserer Zeit macht. Ein zentraler Punkt sind dabei die Ionenfallen-Chips, die das Funktionieren von Quantencomputern ermöglichen. Die USA und China investieren bereits Milliarden in diese Forschung, nun startet Europas erste Pilotinitiative zur industriellen Herstellung der Chips, und das in Österreich.

Vom raumfüllenden Labor zum winzigen Chip

Sogenannte Ionenfallen gelten als einer der vielversprechendsten Ansätze für zukünftige Quantencomputer. Das Prinzip dahinter: Einzelne geladene Atome werden mithilfe elektromagnetischer Felder „eingesperrt“ und dann durch Laserstrahlen gesteuert.

Aktuell füllt diese komplexe Technik im Labor noch einen kompletten Raum. Für eine praktische Nutzung muss der gesamte Aufbau auf einen winzigen Chip schrumpfen – und zwar so, dass er zuverlässig, reproduzierbar und in großen Stückzahlen industriell gefertigt werden kann. Hier setzt die Pilotinitiative von Silicon Austria Labs an, denn sie hat das Ziel, eine industrielle Herstellung von Ionenfallen-Chips in Österreich zu etablieren.

„Unsere Industriestrategie 2035 hat einen klaren Anspruch. Wir wollen Schlüsseltechnologien nicht anderswo entstehen sehen, sondern hier in Österreich mitgestalten. Dass Silicon Austria Labs bei Europas erster Fertigung von Ionenfallen-Chips die Führung übernimmt, zeigt, dass dieser Kurs greift. So wird aus Spitzenforschung industrielle Wertschöpfung im eigenen Land“, kommentiert Innovationsminister Peter Hanke das Projekt.

Innovationsminister Peter Hanke bei einem Besuch in den Silicon Labs Austria. (c) Tobias Holzer

30 Mio. Euro für Österreich

Insgesamt stehen für das Projekt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Fördermittel kommen vom „Chips Joint Undertaking“ der Europäischen Union, das die Entwicklung und Einführung von nanoelektronischen Chip-Technologien vorantreibt, sowie den teilnehmenden Mitgliedstaaten. Der größte Teil von diesem Geld – über 30 Millionen Euro – fließt direkt an die österreichischen Partner.

Das Geld wird laut SAL in erster Linie für den Ausbau der Produktionsanlagen, die Ausbildung neuer Fachkräfte und in offene Servicestrukturen investiert.

Gebündelte österreichische Expertise

An dem Großprojekt sind 21 Organisationen aus sechs verschiedenen Ländern beteiligt. Das Netzwerk besteht aus Forschungseinrichtungen, Universitäten, Startups, KMU und Industrieunternehmen.

Neben Silicon Austria Labs als Projektkoordinator sind weitere heimische Akteure dabei. ParityQC, das mit dem Bau eines Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium erst für Schlagzeilen sorgte, liefert die Quantensoftware-Architektur. Infineon Technologies Austria bringt als industrieller Kernpartner das Wissen zur Fertigung der Chips ein. Alpine Quantum Technologies steuert die Systemperspektive bei, und die Universität Innsbruck fungiert als europäisches Ideenlabor für Ionenfallen.

Europas Quanten-Vorreiter

Die Silicon Austria Labs GmbH (SAL) ist ein 2018 gegründetes, österreichweites Forschungszentrum für elektronik- und softwarebasierte Systeme. An den Standorten Graz, Villach und Linz vernetzt SAL Wissenschaft und Industrie, um innovative Ideen in wirtschaftlich nutzbare Technologien zu verwandeln. Der Forschungsfokus liegt auf Mikrosystemen, Sensorik, Leistungselektronik, intelligenten drahtlosen Systemen und Embedded Systems. Neben CHAMP-ION ist SAL an drei weiteren europäischen Quanten-Pilotlinien beteiligt. Diese Breite habe in Europa kaum ein anderes Forschungszentrum, heißt es in einer Aussendung.

„Wir sind stolz darauf, CHAMP-ION als wahrhaft europäische Initiative zu koordinieren, die führende Expertise aus dem gesamten Kontinent zusammenbringt, um Europas technologische Souveränität im Bereich der Quantentechnologien zu stärken. Durch den Aufbau eines offenen und skalierbaren Ionenfallen-Ökosystems schaffen wir das Fundament für Quantenexzellenz auf Weltklasseniveau, made in Europe“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs.

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