✨ AI Kontextualisierung
Führungswechsel und strategische Neuausrichtung beim Wiener KI-Unternehmen Cortical.io: Mitgründer Francisco Webber kehrte mit 1. Juli als CEO zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab. Webber hatte Cortical.io bereits 2011 gegründet.
Cortical.io entwickelte eine KI‑Software, die Firmen dabei hilft, Ordnung in unstrukturierte Daten zu bringen. Das Hauptprodukt heißt SemanticPro. Es liest Dokumente, versteht den Inhalt und holt automatisch die wichtigen Infos heraus. Die Technologie bildet die Basis für die Automatisierung von Dokumenten-Workflows. Neben Wien verfügt das Unternehmen auch über Niederlassungen in New York und San Francisco. Zu den Kunden zählen laut Cortical.io auch Fortune-500-Unternehmen.
Neue strategische Ausrichtung
Die Rückkehr Webbers erfolgt nach dem Abgang von Rainer Kegel, der erst Anfang 2023 die Geschäftsführung übernommen hatte (brutkasten berichtete). Der ehemalige CIO der Wiener Stadtwerke verlängerte seinen Vertrag nach zweieinhalb Jahren nicht, wie das Unternehmen auf brutkasten-Anfrage bestätigte. Über die Gründe wollte Cortical.io keine Auskunft geben.
Webber bringt mit seinem Comeback auch eine neue Produktausrichtung: Aufbauend auf der bewährten Dokumentenanalyse-Plattform SemanticPro, die unstrukturierte Daten etwa aus Versicherungsdokumenten oder E-Mails effizient verarbeitet, will Cortical.io künftig auch Sensordaten in Echtzeit analysieren – und zwar direkt an der Quelle. Möglich machen soll das die neue Plattform SF2 – Semantic Folding for Sensor Fusion, die noch 2025 in einer ersten Version erscheinen soll.
Anwendungen in der Industrie
SF2 kombiniert semantische Analyse mit Edge-Computing-Hardware und kann unterschiedlichste Sensordatenströme interpretieren, um etwa Anomalien in Industrieanlagen frühzeitig zu erkennen. „Mit seiner Fähigkeit, riesige, disparate Sensordatenströme in Echtzeit zu interpretieren – selbst in abgelegenen und instabilen Umgebungen – hat SF2 das Potenzial, die Überwachung von Betriebssystemen und die Erkennung von Ausfällen zu revolutionieren“, erklärt Webber.
Cortical.io sieht Anwendungsmöglichkeiten insbesondere in kritischen Infrastrukturen wie Energie- und Versorgungsunternehmen. Dort könnten laut dem Unternehmen durch schnellere Fehlererkennung potenziell Milliarden eingespart werden. Die breite Verfügbarkeit wird für Anfang 2026 erwartet.





