05.06.2015

Mitarbeiterflaute bei den deutschen Startups – Was ist da los?

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Drei von vier Gründer haben Schwierigkeiten, gute Mitarbeiter zu finden.

Im Startup geht es neben der Idee vor allem um das richtige Team. Denn auf die Mitarbeiter muss Verlass sein: Die Bezahlung ist nicht die Beste – meist wird man mit einem schlechten Praktikantengehalt abgetan – und die Arbeitszeiten reinster Horror. Business Angel Michael Altrichter sucht etwa nicht nach der richtigen Idee, sondern nach den guten Leuten.

Eine Umfrage der Wirtschsftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Frankfurt hat nun bestätigt, was alle bereits wussten: Gute Mitarbeiter sind mit 36 Prozent ausschlaggebender Erfolgsfaktor eines Startups und damit wichtiger als die Geschäftsidee, die mit 29 Prozent aber noch vor einer klaren Vision und Strategie (rund 22 Prozent) liegt.

Das große Problem: Drei von vier Gründer haben Schwierigkeiten, gute Mitarbeiter zu finden. „Start-up-Unternehmen bekommen den Fachkräftemangel deutlich zu spüren. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern gestaltet sich für viele schwierig“, so Thomas Kieper von PwC. Das sind 73 Prozent aller Befragten, die damit zu kämpfen haben, die Idee mit den richtigen Leuten umzusetzen. Hier gebe es allerdings regionale Differenzierungen, in Berlin etwa gestalte sich die Suche nach Mitarbeitern leichter.

Die Personalsuche erweist sich aber auch aufgrund anderer Kriterien mehr als schwierig, denn jeder fünfte Befragte würde sich gerne wieder von seinen Mitarbeitern trennen – Hauptgrund ist mangelnde Motivation (vielleicht aufgrund schlechter Arbeitszeiten und unzureichender Bezahlung?) Kieper empfiehlt: „Jungunternehmer müssen bei der Mitarbeiterauswahl genauer hinschauen und ihre Personalprozesse professionalisieren.“ Denn vor allem verlassen sich die meisten Founder bei der Mitarbeitersuche auf Mundpropaganda: 74 Prozent der Jungunternehmer stellen ihre Helferleins aufgrund privater Empfehlungen ein.

Quelle: FAZ

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40 Mitarbeiter:innen an fünf Standorten bzw. Tochtergesellschaften in Wien, Budapest, Dornbirn, München und Zürich; dazu Referenzkunden wie ABB, Andritz, EnBW, Lufthansa, Verbund, Hitachi Energy, ÖBB, Erste Stiftung und die Europäische Investitionsbank. Der in Vorarlberg gegründete Venture Builder V_Labs hat in den zehn Jahren seines Bestehens sein Konzept bewiesen. Er stand etwa auch bei der Ausgründung von MyFlexbox aus der Salzburg AG und dem folgenden Investment von 75 Millionen Euro im Hintergrund.

Strategie statt Experimente

Die Weiterentwicklung in der vergangenen Dekade war aber nicht nur quantitativer Natur, erzählt Managing Partner Lukas Meusburger gegenüber brutkasten: „Die ganze Szene hat sich seitdem massiv gewandelt. Es geht heute viel weniger ums Experimentieren. Die Initiativen kommen mittlerweile direkt aus der Unternehmensstrategie und sollen richtigen Impact erzielen.“

Was der Gründer sagt, spiegelt sich auch in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Wiener Mitbewerbers whataventure wieder – brutkasten berichtete. Schon im Vorjahr hatte man dort an gleicher Stelle konstatiert, Venture Building sei „über die Experiment-Phase hinaus“. Durch aktuelle Budgetkürzungen fällt der Befund dieses Jahr noch schärfer aus: Die klare Kopplung von Corporate-Venturing-Aktivitäten an die Unternehmensstrategie sei mittlerweile Überlebenskriterium.

Extrinsischer Beitrag zu intrinsischen Zielen

V_Labs habe sich im Lichte dieser Entwicklungen bereits in den vergangenen mindestens fünf Jahren gewandelt, erzählt Meusburger. Und eines sei dabei klar geworden: Die Selbstdefinition als Labor, die sich im Namen V_Labs widerspiegelt, passt 2026 nicht mehr. Auch „Venture Builder“ reiche heute nicht mehr aus, sagt der Gründer. Nun wurde die neue Brand präsentiert: Trinsik tritt als „Business Creation Studio“ auf. „Wir zeigen damit, dass wir noch näher am Kerngeschäft sind“, so Meusburger.

Und warum Trinsik? Man wolle Partnern das notwendige extrinsische Element liefern, um ihre intrinsisch motivierten Innovationsbestrebungen zu erfüllen. „We help you build the bold ideas you can’t afford to leave on paper“, lautet der neue Slogan dazu. „Die Corporates, die es ernst meinen, scheuen nicht davor zurück, große Wetten einzugehen. Aber die Execution bleibt dabei die große Herausforderung“, sagt Meusburger. Das habe sich auch durch KI nicht geändert. „Man kann zwar schneller einen Prototypen bauen, aber die internationale Ausrollung und Skalierung braucht nach wie vor Erfahrung und Wissen.“

Auch dieser Befund deckt sich – nicht ganz überraschend – mit jenem von Mitbewerber whataventure. Dabei machen beide eine weitere Entwicklung im Corporate-Venturing-Bereich aus, die negativ gedeutet werden kann, ihnen aber dennoch in die Hände spielt: Zahlreiche interne Innovationsprogramme – auch bei großen Corporates – wurden in den vergangenen Jahren wieder gestrichen. Die Innovationsagenden wanderten dabei direkt in die Business-Units zurück. Das ändere aber nichts an einer Tatsache, ist Meusburger überzeugt: „Der Bedarf bei Corporates, sich strategisch weiterzuentwickeln, hat sich kein bisschen verändert.“ Und der Bedarf für externe Hilfe sei dabei größer denn je.

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