Mit Topping Tours die Stadt neu entdecken: App für personalisierte Sightseeing-Erlebnisse
Das Wiener Startup Topping Tours bringt eine KI-gestützte App auf den Markt, mit der individuelle Sightseeing-Touren erstellt werden können. Was die App sonst noch kann und wer dahinter steht - brutkasten hat nachgefragt.
Eine passende Tour zu finden, ist oft schwieriger, als man es sich wünscht. Mal ist die gewünschte Tour ausgebucht, mal passt der Zeitrahmen nicht – und im Urlaub richtet man sich ungern nach einem festen Zeitplan. Vor genau diesen Herausforderungen stand auch Alexander Breznik während eines Familienurlaubs in Kroatien. Auf der Suche nach Online-Produkten entsprach nichts den Vorstellungen der Familie.
„Wieder zuhause recherchierte ich dann tiefgründiger und merkte, dass hier ungenutztes Potential schlummert. Das war die Geburtsstunde von Topping Tours“, erinnert sich der Gründer zurück. Breznik ist seit 25 Jahren in der IT-Branche tätig und hat in dieser Zeit drei Unternehmen aufgebaut. 2024 gründete er COASTLAB7 mit Sitz in Sankt Veit in der Südsteiermark, wo unter anderem Topping Tours als Produkt dazugehört.
Mobile App: Topping Tours
Topping Tours deckt unterschiedliche Wünsche ab. Man kann die Größe der Reisegruppe, das Alter der Personen angeben, den Zeitrahmen, die Tageszeit und sich damit eine individuell angepasste, von der KI entwickelte Sightseeing-Tour erstellen. Neben den gewünschten Points of Interest können auch „Toppings“ ausgewählt werden. Das können Quiz-Fragen zu jedem Spot sein, Black-Story-Rätsel, Märchen oder Witze. Dazu kommen Text-, Bild- und Audio-Elemente, die Fakten und Fun kombinieren.
Diese Flexibilität und Individualität seien das, was Topping Tours von anderen Betreibern unterscheide. Marktbegleiter würden sich nämlich entweder auf rein faktenbasierte Touren mit Fixzeiten oder komplett auf den Fun-Bereich fokussieren. „Topping Tours kombiniert beides, darauf bin ich sehr stolz.“, sagt der Gründer Breznik.
Die Erstellung einer Tour dauert zwischen drei und zehn Minuten und kostet die Konsument:innen sechs Euro. In den ersten Tagen nach dem Launch wurde die App 300 Mal heruntergeladen.
Finanzierung und Geschäftsmodell
Bisher wurde Topping Tours größtenteils selbstfinanziert, wobei das Unternehmen bereits unterschiedliche Förderungen bezieht, wie etwa über das Google Startup Program. Durch die bezahlten Tours sollen Umsätze generiert werden. Bald sollen zwei weitere Revenue Streams hinzukommen: Städte und Gemeinden können kostenpflichtige Touren über Topping Tours bereitstellen, zudem können Touren mit kostenpflichtig registrierten Cafés und Restaurants als Pausen-Stopps ergänzt werden. Außerdem: „Ich bin nicht abgeneigt, mit einem Business Angel die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen. Aktivitäten dahingehend werden gerade vorbereitet.“, sagt Breznik.
Zukunftspläne
Momentan ist Topping Tours im DACH-Raum in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Niederländisch – verfügbar. Neben dem Öffnen von Topping Tours für weitere Länder und Sprachen steht eine wesentliche Produkterweiterung an: die Implementierung einer Nachhaltigkeitslogik, die eine gezielte Steuerung von Besucherströmen ermöglicht und dabei dennoch das volle Besuchserlebnis garantiert.
„Wichtig ist mir dabei, dass Besucher nicht auf Erlebnisse verzichten oder Ausweichrouten akzeptieren müssen.“, betont der Gründer. Unterstützt wird dieses Vorhaben durch eine geplante wissenschaftliche Kooperation mit einer spezialisierten Fachhochschule.
In die nächsten Jahren soll Topping Tours international genutzt werden. Außerdem soll die Nachhaltigkeitslogik die Überbelastung von Tourismus-Spots abmildern und so die Lebensqualität der Anrainer:innen und auch die Umwelt fördern. „Mit Topping Tours möchte ich genau dazu einen Beitrag leisten.“, sagt Alexander Breznik.
Diese heimischen Startups begleiten dich im Sommer
Egal, ob aktiv oder gemütlich, der Sommer bietet für jeden etwas. Die Produkte einiger österreichischer Startups können dabei in der heißen Jahreszeit besonders nützlich sein. Brutkasten hat sie für euch zusammengefasst.
Diese heimischen Startups begleiten dich im Sommer
Egal, ob aktiv oder gemütlich, der Sommer bietet für jeden etwas. Die Produkte einiger österreichischer Startups können dabei in der heißen Jahreszeit besonders nützlich sein. Brutkasten hat sie für euch zusammengefasst.
In der heißesten Zeit des Jahres können die Produkte und Dienstleistungen von Startups Abhilfe schaffen. | (c) AdobeStock
Von Sonnenbrillen für Kinder über vegane Grillalternativen bis zu effizienteren Klimaanlagen: Österreichische Startups verbessern den Sommer mit ihren innovativen Ideen. Rechtzeitig zur sonnenreichsten Zeit des Jahres stellen wir Produkte und Dienstleistungen vor, die auch für euch hilfreich sein können.
SooNice
Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography
Im Sommer darf eines nicht fehlen: die passende Sonnenbrille. Das österreichische Startup SooNice produziert sie speziell für Kinder. Kratzfeste Brillengläser und Seitenklappen sollen hochwertigen UV-Schutz bieten. Dabei setzt das Unternehmen mit biobasiertem Kunststoff auf Nachhaltigkeit. Das Konzept scheint zu funktionieren, denn das vergangene Geschäftsjahr war für das Unternehmen das bisher erfolgreichste. 2026 rechnet man mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Konkret brachte SooNice zur Saison 2026 zwei neue Modelle und eine neue Farbvariante auf den Markt. Mit den 10- bis 16-Jährigen will das Startup eine neue Zielgruppe erschließen. Zusätzlich kam 2026 eine Sonnenbrille für sportliche Aktivitäten auf den Markt. Geografisch setze die Firma laut Geschäftsführerin Christina Reifeltshammer aktuell einen Fokus auf die BeNeLux-Länder.
Like2camp
Legales, naturnahes Campen: like2camp macht es möglich. | (c) like2camp
Für viele ist es der Urlaub schlechthin: Campen in der Wildnis. Dabei ist es oft gar nicht so einfach, einen naturnahen Stellplatz zu finden, der auch noch legal ist. Das Salzburger Startup like2camp hat sich genau dieses Problems angenommen. Sie wollen Camper:innen eine Alternative zum Wildcampen bieten, indem sie auf ihrer Plattform naturnahe Stellplätze vermitteln. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass die Schweizer Buchungsplattform Nomady das Salzburger Startup im Rahmen eines Asset-Deals übernimmt. Like2camp wurde dabei vollständig in nomady.camp integriert, blieb aber als Produkt und Marke innerhalb von Nomady bestehen. Die Schweizer Buchungsplattform hatte bereits davor eine Plattform für naturnahes Campen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien betrieben. Durch den Zusammenschluss soll die Reichweite erhöht und die Community erweitert werden.
Die Pflanzerei
Gründerin Nadina Ruedl vertreibt vegane Hausmannskost in Wien. | (c) Die Pflanzerei
Für viele Österreicher:innen gehört Grillen einfach zum Sommer. Für all jene, die auf Fleisch verzichten, bietet das Startup “Die Pflanzerei” rund um Gründerin Nadina Ruedl eine geeignete Alternative. In ihrem Shop im siebten Wiener Gemeindebezirk bekommt man österreichische vegane Hausmannskost. Sie verkauft neben veganen Würsteln unter anderem auch pflanzlichen Leberkäse, Fleischknödel oder Schnitzel. Beim Wirtschaftspreis Trigos wurde die Pflanzerei 2025 in der Kategorie “regionale Wertschaffung” ausgezeichnet. Das Projekt „Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen“ wurde dabei hervorgehoben. Damit unterstützt die Pflanzerei regionale Traditionsbetriebe beim Einstieg in pflanzliche Alternativen.
Diesen Sommer hatte Österreich mit einer Hitzewelle nach der anderen zu kämpfen. Die Temperaturen in Wiens Wohnungen stiegen teilweise jenseits der 35 Grad, in den Nächten kühlte es nicht ab. Die Klimaanlagen des Startups so.cool (vormals Social Cooling) können Abhilfe schaffen. Das Besondere: Das patentierte thermische Energiespeichersystem Terra Breeze funktioniert ohne den klassischen Abluftaustausch und muss nicht installiert werden. Die Wärme wird nicht nach außen geleitet, sondern im Gerät gespeichert und wieder abgegeben, wenn niemand im Raum ist. Das System soll laut so.cool rund 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Klimaanlagen. Das Konzept scheint zu überzeugen, vergangenes Jahr holte das Startup ein Pre-Seed-Investment von 400.000 Euro. Lead-Investoren waren der Schweizer Krypto-Unternehmer Robert Lauko sowie das Wiener Family Office c.e.l.l. Investment, das vor allem im Nachhaltigkeitsbereich aktiv ist. Im März eröffnete so.cool einen neuen Standort im Wiener Technologiezentrum Seestadt.
Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Sommerzeit ist Ferienzeit. Viele Familien stellt sie vor organisatorische Herausforderungen. Das Grazer Startup Dæly setzt genau hier an: bei der Planung. Ein 15,6 Zoll großer Touchscreen soll die Zettelwirtschaft von Einkaufslisten, Kalendern, To-Do-Anwendungen etc. beseitigen und so die Organisation erleichtern. Kinder besäßen laut Co-Founder Florian Ritter noch kein Smartphone. Daher müssen Eltern neben digitalen auch analoge Kalender pflegen. Die Organisation werde daher auf bis zu acht verschiedenen Geräten abgewickelt, was zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag führe.
Egal ob Meisterschaft, Camps oder Trainingslager: Im Sommer blühen Österreichs Vereine auf. Auch bei ihnen ist die Organisation oftmals nicht leicht. Der Vereinsplaner soll Vereinsvorständen die tägliche Arbeit erleichtern. Das Online-Verwaltungstool kann von der Terminplanung über Mitgliedermanagement bis hin zu Dokumentenverwaltung eingesetzt werden. 2022 machte das Startup mit einem Auftritt bei “2 Minuten 2 Millionen” erstmals auf sich aufmerksam. Zuletzt dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten nach Deutschland aus. Mit einer Niederlassung in Passau sollen die Betreuung vor Ort sowie lokale Partnerschaften intensiviert werden.
In keiner Jahreszeit gibt es so viele Sonnenstunden wie im Sommer. Das erhöht auch die Stromproduktion von PV-Anlagen. Das Energy-Sharing-Startup Sonnnig verwaltet Energiegemeinschaften. So können z.B. Familien ihre Wohnsitze verbinden und Strom austauschen oder Einzelpersonen ihr Strom-Guthaben einlösen. Ursprünglich konzentrierte sich das Startup auf Endverbraucher, also Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden. Nun soll Sonnnig aber auch mit Energieversorgern kooperieren, denn Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem.
infrared.city
Der Hitzestress in Wien wird hier visualisiert. (c) Live.infrared.city
Die Sommer werden immer heißer und Großstädte wie Wien stehen zunehmend unter Hitzestress. Die Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich. Das ClimateTech-Startup live.infrared.city möchte dem entgegenwirken. Es liefert eine kostenlos abrufbare Echtzeit-Hitzekarte, die das gesamte Wiener Stadtgebiet abdeckt. Dadurch sollen unkompliziert die kühlste Route, die schattigsten Straßen oder das heißeste Gebiet gefunden werden. Wien war die erste Stadt, die von live.infrared.city abgedeckt wurde. Mittlerweile sind auch London, New York und Stuttgart auf der Webseite zu finden.
Kennt ihr noch Startups, die euch den Sommer erleichtern? Dann schreibt uns unter [email protected].
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