18.08.2021

Mit diesem Pitch-Deck schnappte sich Probando seinen größten Kunden

Zu "Milestones" von Startups zählen meist Finanzierungsrunden, hohe Umsätze und eine große Auftragslage. Dabei ist - neben dem Gründer-Team und einem organisierten Auftreten bei Verhandlungen - ein Dokument essentiell, das jeder hat, jeder kennt, aber niemand bespricht: Das Pitch-Deck. Daher haben wir erfolgreiche Founder geben, mit ihrem "Doc" aus dem Schatten zu treten. Und starten heute mit: Probando.
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Probando - Corona-Impfdosen
(c) Probando - Das Probando-Team.

Das in Graz ansässige und von Matthias Ruhri sowie Manuel Leal Garcia gegründete Startup Probando hat einen Online-Platz zur Rekrutierung von Studienteilnehmern für die medizinische Forschung entwickelt. Grundlage ist eine intelligente, Machine-Learning-basierte Plattform, die mit der smarten Anwendung von Algorithmen arbeitet.

Konkret: Forschungseinrichtungen stellen ihre Studie bei  Probando ein und sollen so, schnell und einfach ihre Probanden finden – der brutkasten berichtete über die Gründung. Auffällig wurde das Startup als es im Zuge der Covid-19-Pandemie über seine Plattform ungenutzte Impfdosen verteilte oder sich Ende des letzten Jahres eine 6-stellige Investmentsumme sicherte. Mit dabei Alfred Luger, Co-Founder und COO von Runtastic, und Georg Zenker, Business-Angel und Investor. Auch ein erfolgreicher „2 Minuten 2 Millionen“ Auftritt steht beim Startup zu Buche. Gründe, sich das Unternehmen einmal näher anzusehen.



Das oben downloadbare Pitch-Deck stammt aus dem Frühjahr 2021 und war entscheidend daran beteiligt, einen der Big Player im Business anzudocken, wie Ruhri erklärt: „Wir konnten damit die Bayer AG, mittlerweile unser größter Kunde, überzeugen.“ Das „Doc“ besteht aus 16 Seiten und bietet „Hard Facts“ und Einblicke darüber, wie die Plattform funktioniert.

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Das unbemannte Überwasserfahrzeug Variant 7 von Blue Ops, der Marine-Sparte von Red Cat. Laut Red Cat wird es von einem Motor von Steyr Motors angetrieben | © Red Cat Holdings / Blue Ops

Der US-Drohnenspezialist Red Cat Holdings (NASDAQ: RCAT) will die Steyr Motors AG übernehmen. Wie Red Cat am Montag mitteilte, legt das US-Unternehmen ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien vor. Der Angebotspreis soll 39 Euro je Aktie in bar betragen, ein Aufschlag von 28,9 Prozent auf den Schlusskurs vom 16. Oktober. Steyr Motors zählt zu Europas führenden Herstellern von Hochleistungsmotoren für Defense-Spezialfahrzeuge und maritime Anwendungen sowie von Hilfsaggregaten für Kampfpanzer und Lokomotiven. Red Cat bietet Drohnen- und Robotiklösungen für Verteidigung und nationale Sicherheit an, darunter auch unbemannte Wasserfahrzeuge.

Ganz neu ist die Annäherung nicht: Beide Unternehmen hatten bereits unverbindliche Gespräche geführt, die im Juli 2026 beendet wurden. Nun wurden sie laut Aussendung wieder aufgenommen und haben zu einem vollständig finanzierten Barangebot geführt.

B&C und Cassutti dienen an

Die Ankeraktionärin B&C Holding Österreich GmbH hat sich unwiderruflich verpflichtet, ihre rund 15 Prozent am Grundkapital anzudienen. Auch CEO Julian Cassutti will seine eigenen Steyr-Aktien im Rahmen des Angebots andienen. Der Vollzug setzt voraus, dass Red Cat zum Ende der Annahmefrist mindestens 50 Prozent plus eine Aktie hält; zudem sind behördliche Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und dem Vereinigten Königreich erforderlich. Die Annahmefrist soll am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden.

Red Cat will Steyr Motors laut Aussendung als österreichisches Kompetenzzentrum erhalten und ausbauen. Die Belegschaft soll bleiben, Fertigung sowie Forschung und Entwicklung verbleiben am Standort. „Wir sehen Österreich als zentral für die Zukunft des Unternehmens”, erklärt Red-Cat-CEO Jeff Thompson. Cassutti, der 2022 als CEO eingestiegen war und unter dem 2024 der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte, spricht vom nächsten Kapitel der Unternehmensentwicklung: „Zugleich steht Red Cat uneingeschränkt hinter unserem Standort und unseren Mitarbeitenden.” Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Rolf Wirtz beurteilt die Transaktion vorbehaltlich der Prüfung der Angebotsunterlage positiv.

Einordnung: Viel Absicht, wenig Garantie

Mit Steyr Motors würde ein Zulieferer für Kampfpanzer, Militärfahrzeuge und Marineanwendungen in den Besitz eines US-Unternehmens übergehen, Behörden in vier Ländern müssen zustimmen. Das Standortbekenntnis ist in der Aussendung als Absicht formuliert, eine vertragliche Garantie nennt sie nicht; das mittelfristige Potenzial von Steyr als europäischer Ankerpunkt will Red Cat erst „prüfen”. Und mit den rund 15 Prozent der B&C ist die Schwelle von 50 Prozent noch nicht erreicht. Bis Mitte Dezember bleibt der Ausgang offen.

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