29.04.2026
CONVERSATIONAL AI

„Mit der richtigen Technologie am Markt“: Synfia.ai digitalisiert qualitative Daten in Echtzeit

Das Wiener Startup Synfia.ai setzt auf KI-gestützte Voice-Interviews, um klassische Befragungen durch automatisierte, dynamische Dialoge zu ersetzen. Mit einem Fokus auf Responsible AI und barrierefreie Interaktion in 70 Sprachen will das Gründer-Duo René Mähr und Simon Rutar eine Vorreiterrolle in Europa einnehmen.
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Synfia.ai Gründer René Mähr und Simon Rutar sitzen auf einer Couch und lachen in die Kamera.
Synfia.ai Gründer-Duo René Mähr und Simon Rutar (c) Cecilia Capri

Der gebürtige Vorarlberger Innovationsexperte René Mähr und der Kärntner Unternehmensexperte Simon Rutar haben mit Synfia.ai eine Plattform für KI-gestützte Voice-Interviews entwickelt. Dabei übernimmt die Künstliche Intelligenz die Rolle eines Interviewers, der Nutzer:innen aktiv zuhört, situationsbezogene Rückfragen stellt und dynamisch auf die Antworten eingeht. Die daraus gewonnenen qualitativen Daten werden in Echtzeit strukturiert und analysiert, wodurch Unternehmen deutlich schneller tiefere Erkenntnisse gewinnen können.  

„Der Pickup ist gerade extrem“

Die KI-Technologie wird laut den Unternehmern vom Markt derzeit „extrem gut“ aufgegriffen. „Ich glaube, dass wir mit der richtigen Technologie und mit dem richtigen Produkt zur richtigen Zeit am Markt sind“, so Simon Rutar.

Synfia.ai hat vor ungefähr neun Monaten die ersten Kunden erreicht, die Zielgruppe sind in erster Linie große Unternehmen. Das Startup verzeichnet nach eigenen Angaben bereits „mehrere Dutzende“ Kunden, darunter große Bankengruppen, Industriehändler, Verkehrsbetriebe und staatliche Akteure, die die Technologie für Bürgerbeteiligungsprozesse nutzen.

Auch Vereine und Interessenvertretungen sollen mit der KI-Technologie angesprochen werden. Bislang wurden über 75.000 KI-Interviews über die Plattform abgewickelt.

Conversational AI als Grundstein

„Die Idee für das Startup entstand aus der Überzeugung, dass sprachbasierte KI-Schnittstellen (Conversational AI) in der digitalen Interaktion zukünftig eine zentrale Rolle spielen werden“, fasst René Mähr zusammen.

Der konkrete Anstoß für das heutige Produkt ergab sich aus einem anfänglichen Projekt zur Ideenmobilisierung in Intrapreneurship-Programmen. Dabei zeigte sich, dass KI-gestützte Sprachinterviews, die gezielte Rückfragen stellen und die Antworten sofort strukturiert aufbereiten, die Erhebung und Auswertung von Feedback deutlich erleichtern.

Aus dieser Erkenntnis heraus entschlossen sich die Gründer, eine eigenständige Plattform zu entwickeln, die diese Technologie branchenübergreifend für Mitarbeiter-, Kunden- und Bürgerbefragungen nutzbar macht.

All-in-One-Lösung als Alleinstellungsmerkmal

Die Gründer sehen den Unterschied zu anderen Anbietern im ganzheitlichen Aufbau ihrer Plattform. Anstatt sich auf einzelne Teilbereiche wie etwa die Marktforschung zu beschränken, bündelt Synfia.ai verschiedene Prozessschritte: Von der Erstellung und Durchführung der Befragungen bis hin zur Datenauswertung.

Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei das integrierte Analysestudio, das die sogenannte „Time to Insight“ – die Zeit bis zur Datenauswertung – verkürzt. Anstatt die Rohtranskripte manuell zu lesen, können Nutzer:innen per Texteingabe, ähnlich wie in einem Chat, mit dem gesammelten Datensatz interagieren, um strukturierte Ergebnisse und Zusammenfassungen abzurufen.

Synfia.ai ermöglicht die Erhebung und Auswertung von qualitativen Daten mittels KI.

Responsible AI & Inklusion im Fokus

Da Synfia.ai tief in die Meinungs- und Datenerhebung eingreift, orientieren sich die Gründer nach eigenen Angaben an einem „europäischen moralischen Kompass“, der Werte wie Datenschutz und Prinzipien der Responsible AI – etwa durch gewaltfreie Kommunikation der KI – in den Mittelpunkt stellt.

Gleichzeitig ermöglicht die Technologie laut den Gründern inklusivere & barrierefreie Feedbackprozesse. „Unsere Technologie kann Interviews in 70 verschiedenen Sprachen führen. Durch die Mehrsprachigkeit kann man in Unternehmen mehr Menschen erreichen und Sprachbarrieren überwinden“, so René Mähr.

Zudem würden durch die rein sprachbasierte Interaktion klassische Hürden wie ein hoher Tippaufwand, Schreibschwierigkeiten oder fehlende IT-Kenntnisse wegfallen.

Expansionspläne und Plattform-Finanzierung

Die Expansionsstrategie sieht nach der aktuellen Konzentration auf den deutschsprachigen Raum eine Ausweitung auf den restlichen EU-Markt sowie den angelsächsischen Raum vor. Um dieses Wachstum zu unterstützen, hat das Unternehmen bereits mit einer personellen Vergrößerung des Teams begonnen.

Das aktuell achtköpfige Team finanziert sich bisher gebootstrappt aus eigenen Umsätzen sowie Förderungen der Wirtschaftsagentur Wien. Das Geschäftsmodell basiert dabei auf einer monatlichen Grundgebühr für die Plattformnutzung, die zwischen 100 und 500 Euro liegt, ergänzt durch eine nutzungsabhängige Abrechnung pro geführter Interviewminute.

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(c) Standortagentur Tirol

Im Juli wird auf der Streif Golf gespielt. Wo im Jänner die Weltelite mit bis zu 140 km/h in den Zielhang rast, wird jetzt am Grün geputtet, dahinter staffeln sich die Kitzbüheler Alpen in ein sattes Grün, wie es nur der Tiroler Sommer hinbekommt. Im Rasmushof, direkt im Zielgelände, ging es an zwei Tagen allerdings nicht um Hundertstel, sondern um Dekaden: um die Frage, wovon Österreich in zwanzig Jahren leben wird.

Beim Business Angel Summit 2026 im Rasmushof Hotel Kitzbühel trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups. Das von der Standortagentur Tirol und Austria Wirtschaftsservice (aws) organisierte Event ist die größte Veranstaltung dieser Art in Westösterreich und brachte heuer bereits zum zwölften Mal Kapital, Know-how und Gründungsgeist zusammen.

(V.l): Bernhard Sagmeister (aws), Alexander Pekarsky und Elisabeth Brunner (Thyra Imaging), Doris Müller und Bernhard Müller (Startup M-Chem) und Lisa Spöck (Standortagentur Tirol) beim 12. Business Angel Summit in Kitzbühel | (c)  Standortagentur Tirol

Der inhaltliche Bogen des Programms: Mit schönen Bergen allein wird sich der Wohlstand dieses Landes künftig nicht halten lassen, es braucht Innovation. Und dafür braucht es jene Spezies, die sich einmal im Jahr in Kitzbühel trifft: Business Angels, die dort investieren, wo Banken abwinken und Fonds noch nicht hinschauen, nämlich in der frühesten, riskantesten Phase eines Startups.

Boris Nemsic über den Wirtschaftsstandort

Den Auftakt machte die Standortfrage. Ob Europa den Anschluss verloren habe, ob wir, wie es ein Moderator zitierte, schlicht „fucked“ seien? Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic, der Europas Mobilfunkindustrie einst an der Weltspitze erlebte, antwortete: „Wir sind frei, wir sind reich, wir sind eigentlich sehr erfolgreich.“ Die entscheidende Frage laute: „Was machen wir daraus?“ Als Hauptproblem benannte er die Regulierung und das Tempo: Die EU stocke ihre Technologie-Budgets erst ab 2028 auf, während relevante KI-Modelle im Abstand weniger Monate erscheinen. Sein Fazit: „No, we are not fucked yet, weil das ist das Vorspiel.“

Ex-Telekom-Austria-Chef Boris Nemsic | (c) Standortagentur Tirol

„Beware the AI Wash“: Platz warnt vor der Blase

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz widmete seine Keynote dem „KI-Tsunami aus Investorensicht“, von Deep Blue über AlphaFold bis zur Gegenwart. Seine Botschaft: Bei Startups, die sich als AI-Companies verkaufen, sei rund ein Drittel „nur Marketing, nur Schmäh“, nur sieben Prozent hätten ein echtes KI-Produkt. Auch auf Unternehmensseite sei die Bilanz ernüchternd. Laut einer MIT-Untersuchung holen nur fünf Prozent der Firmen, die massiv in KI investieren, tatsächlich etwas heraus. Sein Appell an die Angels: „Beware the AI Wash.“

Tricentis-Co-Founder Wolfgang Platz | (c) Standortagentur Tirol

Platz beschrieb zudem einen aus seiner Sicht überhitzten Markt, in dem sich das KI-Ökosystem gegenseitig finanziere und Bewertungen von den Umsätzen entkoppelt seien, samt persönlicher Konsequenz: Für 2027, wenn große Tech-Börsengänge ihre Sperrfristen verlieren, rechnet er mit Abverkaufswellen.

Zwölf Startups am Business Angel Summit

Die zwölf ausgewählten Startups deckten eine Bandbreite von GreenTech bis MedTech ab. Darunter Serwas: Das Startup entwickelte ein System, das Serverleistung bereitstellt und die dadurch entstandene Abwärme zum Heizen von Gebäuden nutzt. Eine Pilotanlage ist seit Frühjahr 2026 im Amraser Schwimmbad in Innsbruck installiert und soll durch die Wärmerückgewinnung sieben Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

Beim Business Angel Summit 2026 trafen am 9. und 10. Juli nationale und internationale Investor:innen auf zwölf ausgewählte österreichische Startups | (c) Standortagentur Tirol

Außerdem mit dabei ist in diesem Jahr das österreichische Spin-off Thyra Imaging, das mit Unterstützung einer aws Preseed-Förderung und der MedUni Wien eine Methode zur frühen Detektion von Neuroinflammation über das Auge entwickelt hat. „Die Netzhaut ist ein direktes Fenster ins Gehirn – das ist die Grundlage unserer Technologie. Wir können Zellen und Mikrostrukturen sichtbar machen, die mit herkömmlicher Bildgebung unsichtbar bleiben. Unser Ziel ist es, neurologische Erkrankungen wie Alzheimer früher zu erkennen – nicht-invasiv und in wenigen Sekunden“, erklärt Mitgründerin Elisabeth Brunner.


Disclaimer: brutkasten war beim Business Angel Summit 2026 in Kitzbühel vor Ort. Die Übernachtungskosten wurden zum Teil von der Austria Wirtschaftsservice (aws) getragen.

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